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      Könnte Amateurfunk helfen, einen Internetausfall zu überstehen?

      Könnte Amateurfunk helfen, einen Internetausfall zu überstehen?

      Angesichts der Befürchtung, China könne Taiwans Unterwasser-Internetkabel sabotieren, hat die taiwanesische Zivilschutzgruppe Ganghu damit begonnen, Menschen zu Funkamateuren auszubilden, damit sie auch dann kommunizieren können, wenn das Internet nicht verfügbar ist. Dies berichtet die Deutsche Welle auf ihrer englischsprachigen Internetseite [1].

      Taiwan ist derzeit auf über 25 internationale und inländische Kommunikationskabel angewiesen [2], um mehr als 90 Prozent seines Internetverkehrs zu übertragen. Ohne diese Kabel könnte die Insel von der Außenwelt abgeschnitten werden und die interne Kommunikation würde wahrscheinlich ebenfalls zusammenbrechen. Laut einem Bericht des Nationalen Sicherheitsbüros Taiwans aus dem Jahr 2025 werden diese „digitalen Lebensadern” durchschnittlich sieben bis acht Mal pro Jahr beschädigt.

      Die taiwanesische Zivilschutzgruppe Ganghu hat daher damit begonnen, Menschen darin zu schulen, wie sie mit Amateurfunk kommunizieren können, wenn das Internet nicht verfügbar ist. Die Zivilschutzgruppe Ganghu betreut mit ihren Mitgliedern eine Fläche von ca. 54km² mit ungefähr 390.000 Einwohner. Dies entspricht der Fläche der Stadt Herne mit der Einwohnerzahl von Bochum. Einen ähnlichen Ansatz wie die Gruppe aus Ganghu beschreibt der DARC mit seinem Konzept "Notfunk im OV", bei welchem die Mitglieder sich und ihrer Nachbarschaft im Falle einer Katastrophe unterstützen sollen. Durch die große Spannungslage in der sich Taiwan befindet, ist diese Ausbildung ein Versuch, die Folgen der latenten Gefahren abzumildern.

      Obwohl es Amateurfunk weltweit schon seit rund 100 Jahren gibt, ist er in Taiwan gerademal fünfzig Jahre jung. Denn unter der Kuomintang (Nationalistische Partei), deren Führer nach ihrer Niederlage gegen Mao Zedongs Kommunistische Partei im chinesischen Bürgerkrieg 1949 auf die Insel flohen, war die zivile Nutzung des Amateurfunks praktisch verboten. Die Regierung fürchtete sich vor funkenden Spionen vom Festland. Die ersten Lizenzprüfungen fanden in Taiwan erst 1984 statt. Heute, da die Gefahr eines Konflikts zwischen Taiwan und China wieder in den Schlagzeilen ist, gibt es laut der Nationalen Kommunikationskommission etwa 25.000 lizenzierte Funkamateure in Taiwan. Die Bevölkerungszahl Taiwans liegt bei ca. 24,3 Mio. Bewohnern. Das entspricht einem Anteil von ca. 0,11 Prozent. Zum Vergleich: Deutschland hat rund 83,5 Mio. Einwohner und rund 61.000 Funkamateure, dementsprechend liegt deren Anteil lediglich bei 0,073 Prozent.

      Auch die Los Angeles Times hat dem Thema "Amateurfunk in Taiwan" einen ausführlichen Bericht gewidmet, aus dem das beistehende Foto stammt: latimes.com.  

      [1] https://p.dw.com/p/56W9n
      [2] https://www.submarinecablemap.com/country/taiwan   ...Zurück zu den News

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