Notfunkkonzept OV P47

Notfunk und Einsatz von Meshcore im OV Wendlingen (P47)
Hinweise zum Vorgehen bei Kommunikationsausfall (Internet/Telefon)
In einem solchen Ereignis sollten wir Funkamateure
* Kontakt regional mit Funkamateuren aufnehmen und ein Notfunknetz betreiben auf 2m.
* Möglichkeiten zur überregionalen Kommunikation schaffen (z.B. via Kurzwelle,DMR).
* Zentrale Ressourcen wie Club- oder Relaisfunk-Stationen nutzen.
* Nachbarn und Freunde bei der Kommunikation unterstützen (Schild rausstellen „Notfunkstelle“)
Fällt die Kommunikation aus, treffen wir uns auf dem Relais DB0TEK auf 145.650 MHz.
Eingabe 145,050 MHz und damit eine Ablage von -600 kHz.
Wenn das Relais nicht mehr läuft, alternativ auf unserer 2m OV-Frequenz 145.350 MHz.
Bitte kein Rag-Chewing! Nur kurze Durchgänge mit Pausen!
Bei Ausfall des Stromnetzes halten wir Kontakt immer nur zur vollen Stunde + 10 Minuten
(also z.B 1810a Uhr) um Akkukapazität zu sparen.
Für die Übermittlung von einfachen Textnachrichten setzen wir MeshCore ein.
Mittels Meshcore können wir auch mit Nicht-Funkamateuren kommunizieren.
Channels sind P47 und #blackout.
Mit Nicht-Funkamateuren setzen wir bevorzugt auch PMR- und Freenetgeräte ein.
Aus Gründen der Reichweite eher Freenet.
Freenet: Kanal 3, also 149,050 MHz, PMR446: Kanal 3, also 446,03125 MHz
Meshcore ist rein subsidiär! Primär bleiben die FM-analog-Verbindungen als Sprechfunk
für unser Notfunkkonzept gesetzt.
Hinweise für Notfunkhilfe bei Notfällen in DX-Regionen
Aufgrund der enormen geografischen Distanz und den rechtlichen Rahmenbedingungen können deutsche Funkamateure nicht direkt in die lokale operative Rettungsarbeit vor Ort im Himalaya eingreifen. Dennoch können Funkamateure Hilfe leisten!
Die Hilfe lässt sich im Wesentlichen in zwei Kernbereiche unterteilen:
1. Frequenzfreihaltung (Listening & Monitoring)
Die wichtigste Aufgabe für Funkamateure in Deutschland ist passive Unterstützung durch das Freihalten der internationalen Notfunk-Frequenzen (Center of Activity, CoA).
- Internationale Notfunk-Netze (wie das 9N1 Nepal Emergency Network) nutzen bei Katastrophen bestimmte Frequenzen auf der Kurzwelle (KW), um Regionen ohne Strom und Internet kurzwellig zu überbrücken.
- Deutsche Funkamateure überwachen diese Frequenzen aktiv, um sicherzustellen, dass sie nicht durch lokalen Funkbetrieb, Testsendungen oder Störungen (QRM) blockiert werden.
2. "Welfare Traffic" und Nachrichten-Relais
Sollten lokale Stationen im Katastrophengebiet über Kurzwelle (z. B. auf 20 Metern oder 40 Metern) Notsignale oder Statusmeldungen aussenden, können deutsche Stationen mit leistungsstarken Antennen als Relaisstation agieren.
- Informationstransfer: Wenn Signale aus Nepal aufgrund atmosphärischer Bedingungen (Dead Zones) Nachbarländer nicht direkt erreichen, können Funker in Europa diese empfangen, protokollieren und über das Internet an internationale Hilfsorganisationen oder den Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) weiterleiten.
- Lebenszeichen (Welfare Traffic): In der Vergangenheit wurden über solche Funkbrücken Namenslisten von Überlebenden oder vermissten Touristen an Heimatländer übermittelt, wenn die regulären Netze vollständig zerstört waren. Bei der aktuellen Flut gelten auch mehrere deutsche Staatsbürger als vermisst.
Die wichtigsten internationalen Notfrequenzen
Je nach Funkdienst gibt es fest definierte Frequenzen, die weltweit für Notfälle reserviert sind:
Funkbereich / Dienst | Frequenz | Nutzung / Zweck |
Seefunk (VHF) | Kanal 16 (156,800 MHz) | Weltweiter Anruf- und Notkanal für die Schifffahrt. |
Flugfunk (VHF) | 121,500 MHz | Internationale zivile Luftfahrt-Notfrequenz. |
Militärischer Flugfunk | 243,000 MHz | Kombinierte militärische Notfrequenz (UHF). |
Amateurfunk (Kurzwelle) | Global Centre of Activity (CoA) | Spezielle Frequenzen je nach Band (z. B. 3.760 kHz, 7.110 kHz, 14.300 kHz, |
Jedermannfunk (CB-Funk) | Kanal 9 (27,065 MHz) | Traditioneller Notrufkanal im CB-Funk (oft AM oder FM). |
Wichtige Verhaltensregeln zum Freihalten von Notfallfrequenzen
- Ruhe bewahren und zuhören: Vor dem Senden auf einer Frequenz immer erst prüfen, ob dort ein Notverkehr läuft ("Ist diese Frequenz frei?").
- Sprechverbot bei Notverkehr: Sobald das Signal „Seelonce Mayday“ (Funkstille bei Notfall) oder „Seelonce Distress“ erklärt wird, müssen alle unbeteiligten Stationen den Sendebetrieb auf dieser Frequenz sofort einstellen.
- Keine Störungen: Technische Tests, Trägertöne oder digitale Betriebsarten dürfen niemals auf den bekannten Notfrequenzen oder deren direkten Nachbarkanälen aktiviert werden. +/- 20 kHz.
- Frequenzen freigeben: Wenn ein Notruf auf einer „normalen“ Arbeitsfrequenz empfangen wird, hat dieser sofortigen Vorrang als Notfunkkanal. Der reguläre Funkverkehr muss augenblicklich eingestellt oder auf eine andere Frequenz verlagert werden.
