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      Netzwerktreffen Bevölkerungsschutz in Strausberg

      Bild Netzwerktreffen Bevölkerungsschutz in Strausberg, DL7TNY

      Netzwerktreffen Bevölkerungsschutz in Strausberg - Oliver Schlag, DL7TNY, Notfunkreferent des DARC e.V. referiert zu den unterstützenden Möglichkeiten durch den Amateurfunk.

      Am 25. Februar 2026 fand in Strausberg ein Netzwerktreffen mit dem Schwerpunkt Bevölkerungsschutz statt. Vertreter zahlreicher Kommunalverwaltungen aus Brandenburg – darunter Bürgermeister, Stadtbrandmeister sowie Leiter von Ordnungs- und Bürgerämtern – kamen zu einem fachlichen Austausch über kommunale Krisenvorsorge zusammen.
      Geplant, organisiert und moderiert wurde die Veranstaltung von Björn Swierczek, DL1PZ, und Silvio Kunze, DM9KS.

      Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Städte und Gemeinden ihre Strukturen angesichts hybrider Bedrohungslagen, möglicher längerer Stromausfälle und steigender Anforderungen an die öffentliche Daseinsvorsorge belastbar aufstellen können.

      Den Auftakt machte Philipp Cachée mit dem Vortrag „ZEUS – Ehrenamtliche Unterstützungskräfte im Bevölkerungsschutz“. Vorgestellt wurde ein Modell zur strukturierten Registrierung und Ausbildung freiwilliger Bürger, die im Katastrophenfall unterstützend eingesetzt werden können. Ziel ist der Aufbau eines qualifizierten, aktivierbaren Personalpools, der kommunale Strukturen im Ereignisfall ergänzt und entlastet.
      Michael Dräger stellte im Anschluss das Konzept sogenannter Katastrophenschutz-Leuchttürme vor. Dabei handelt es sich um kommunale Anlaufstellen für die Bevölkerung bei großflächigen Stromausfällen oder vergleichbaren Krisenszenarien. Er erläuterte praxisnah Anforderungen an Standortwahl, Notstromversorgung, Personal- und Schichtplanung, Logistik sowie Alarmierungs- und Übungskonzepte. Deutlich wurde, dass funktionierende Strukturen nur durch kontinuierliche Vorbereitung und klare Verantwortlichkeiten entstehen.
      Ein besonderer Fokus lag auf dem Vortrag „Redundante Kommunikationswege im Bevölkerungsschutz – Der DARC als Partner der Kommunen“. Oliver Schlag, DL7TNY, Leiter des Referats für Not- und Katastrophenfunk des DARC, zeigte auf, welche Rolle der Amateurfunk bei Ausfall konventioneller Kommunikationsnetze übernehmen kann. Vorgestellt wurden konkrete Kooperationsmöglichkeiten zwischen Kommunen und Funkamateuren sowie Ansätze zur Integration des Amateurfunks in bestehende Krisenstrukturen. Die anwesenden Vertreter der Kommunalverwaltungen zeigten sich äußerst interessiert an den dargestellten Fähigkeiten und am Potenzial des Amateurfunks als resiliente Rückfallebene.

      Björn Swierczek, DL1PZ, sprach anschließend zum Thema „Rechts- und revisionssichere Dokumentation kommunaler Pflichten im Bevölkerungs-, Katastrophen- und Zivilschutz“. Behandelt wurden unter anderem Business-Continuity-Management nach DIN EN ISO 22301, strukturierte Risikoanalysen sowie Aspekte der Cyberresilienz. Kernaussage war, dass Resilienz neben Technik und Personal insbesondere eine saubere, nachvollziehbare Dokumentation und klare organisatorische Prozesse erfordert.

      Ergänzt wurde das Vortragsprogramm durch zwei Workshops. Im Workshop „STOP THE BLEED®“ wurden Maßnahmen zur Versorgung lebensbedrohlicher Blutungen praktisch vermittelt, darunter Druckverband, Tourniquet-Anwendung und Wundtamponade. Ein weiterer Workshop beschäftigte sich mit Verantwortung, Fürsorge und organisatorischer Absicherung ehrenamtlicher Kräfte im Einsatz.

      Abschließend sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich nicht um eine Veranstaltung des DARC oder des Ortsverbandes Y21 handelte, sondern um ein Treffen im beruflichen und kommunalen Kontext. Auffällig war jedoch, dass sich unter Referenten, Organisatoren und auch unter den Teilnehmern zahlreiche Inhaber von Amateurfunkrufzeichen befanden. Darüber hinaus zeigten die Mitarbeiter der Kommunalverwaltungen großes Interesse an Themen wie Ausbildung, Nachwuchsgewinnung, Jugendarbeit und kontinuierlicher Weiterbildung im Bereich Kommunikation und Krisenvorsorge.
       

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