Die Koch-Methode

Es gibt eine ganze Menge von Lernsoftware zum Morsen. Fünf Programme, die nach der Koch-Methode arbeiten, sollen hier kurz vorgestellt werden. 

Der deutsche Psychologe Ludwig Koch entwickelte in den 30er-Jahren ein Morse-Lernsystem, das darauf abzielt, sogenannte „konditionierte Reflexe“ zu bilden. So werden Reflexe genannt, die nicht angeboren sind, sondern antrainiert werden. Autofahrer haben im Laufe der Zeit gelernt, bei plötzlich eintretender Gefahr ohne nachzudenken automatisch auf das Bremspedal zu treten. Mit normalem Nachdenken und dann Entscheiden, reagiert man häufig zu spät. Um Morsen zu lernen, muss der Hörende einen bestimmten Rhythmus so verinnerlichen, dass er diesen Code ohne nachzudenken direkt als Zeichen auf Papier oder in die Computertastatur schreiben kann.

Die Koch-Methode beginnt mit dem Hören und Schreiben von zwei Buchstaben, normalerweise K und M. Die einzelnen Morsezeichen werden dabei so schnell gegeben  (umgerechnet etwa Tempo 100 Buchstaben pro Minute), dass man keine Chance hat, die „Punkte oder Striche“ zu zählen. Zwischen den einzelnen Zeichen ist dann eine Schreibpause, so dass ein effektives Tempo von vielleicht 60 Buchstaben pro Minute heraus kommt.Sobald man diese beiden Zeichen mit 90-prozentiger Sicherheit beherrscht, wird ein dritter Buchstabe hinzugenommen und so weiter. Tägliches Üben – am besten mehrmals am Tag – ist wichtig. Es genügen durchaus 15 Minuten in einer Sitzung. Dieses Prinzip müssen Sie nun solange durchhalten, bis Sie alle Buchstaben beherrschen, denn es nutzt Ihnen gar nichts, wenn Sie nur die Hälfte der Zeichen beherrschen. Damit können Sie nicht die Hälfte der Morsetexte mitlesen, sondern gar keine. Das ist wie bei einem Schulkind, das erst dann Bücher lesen kann, wenn es alle Buchstaben beherrscht. Wenn Sie einen Morselehrgang beginnen, bleiben Sie mit „eiserner Willenskraft“ so lange dran, bis Sie alle Buchstaben beherrschen. Dies dauert bei jungen Leuten manchmal nur vier Wochen, während ältere Menschen dafür möglicherweise ein halbes Jahr oder länger brauchen. Im Prinzip schafft es jeder, wie auch jeder in der Fahrschule „irgendwann“ Autofahren lernt.

 

Morsen lernen

Der Morselehrgang aus dem Klassenzimmer

In den 70er-Jahren habe ich eine Amateurfunk-Arbeitsgemeinschaft an der Berufsschule in Aachen geleitet. Dort habe ich unter anderem regelmäßig Amateurfunk-Lehrgänge durchgeführt und weil man für die Prüfung auch Morsekenntnisse nachweisen musste, habe ich natürlich auch den zugehörigen Morselehrgang durchgeführt. Weil es gelegentlich vorkam, dass ein Schüler an einem Übungsabend nicht teilnehmen konnte, habe ich den Morselehrgang auf Tonband aufgenommen, davon Kopien auf Disketten angefertigt und diese dem Schüler zum Nachholen gegeben. Daraus ist dann ein kompletter Morselehrgang entstanden, der später iin das MP3-Format übertragen und als "Morselehrgang aus dem Klassenzimmer verkauft wurde. Nach diesem Lehrgang, den man sich sehr leicht auf sein Smartphone kopieren kann, haben schon sehr viele Leute Morsen gelernt.

Den Morselehrgang finden Sie auf der Webseite des Autors DJ4UF.de.

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G4FON Morsetrainer

Das Morseübungsprogramm von Ray Goff, G4FON, steht unter http://g4fon.net/ als „Koch CW Trainer“ zum Download bereit. Das Programm in Englisch bietet alle üblichen Einstellungen von Geschwindigkeit und Zeichenpausen hat aber eine interessante Zusatzfunktion für das spätere Praxis-Training, nämlich die Einspielung von realistischen Betriebs- bedingungen wie Störgeräusche, Lautstärkeschwankungen, unsaubere Tastung und Signalstärken von S1 bis S9, so dass man gut auf den späteren konkreten Funkbetrieb vorbereitet wird. Aber diese Übungen kann man natürlich auch als Kurzwellenhörer direkt auf den Bändern selber machen.

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HQX Morsetrainer

Die vom Helvetia Telegraphy Club (THC) entwickelte Software für Anfänger und Fortgeschrittene ist mächtig. Neben Hörübungen sind Gebeübungen mit Handtaste oder Paddle möglich. Der Paddle-Anschluss erfolgt via PC-Maus oder COM-Schnittstelle.

Für Anfänger gibt es den interaktiven Koch-Trainer.Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen sind bei den Übungen mit Zufallszeichen frei auswählbar. Ebenso ist eine Vergrößerung des Zeichen- und des Wortabstandes möglich.Nach jeder Hörübung steht eine Fehleranzeige zur Verfügung. Außerdem gibt das Programm eine Tabelle mit fehlerhaften Wörtern bzw. Gruppen in einem Formular aus.

Für Fortgeschrittene können Übungstexte aus der  HTC-Datenbank bezogen werden. Diese lässt sich auch mit eigenen Texten erweitern. Der wählbare Geschwindigkeitsbereich liegt zwischen 40 und 900 BpM, die einstellbare Tonhöhe zwischen 400 und 1200 Hz.

Bezugsquelle: www.htc.ch

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Learn CW Online (LCWO)

Bei dem Lernprogramm von Fabian Kurz, DJ1YFK, muss kein Programm installiert werden. Nach einer kurzen kostenlosen Registrierung kann der Neuling sofort mit dem Training beginnen. Bei den Übungen lassen sich Geschwindigkeiten und maximale Wortlänge (üblich sind max. fünf Zeichen) einstellen. Lektion 1 führt die Buchstaben K und M ein und mit jeder weiteren Lektion kommt ein Buchstabe hinzu. Die Einstellungen werden automatisch im Benutzerprofil gespeichert. Die Website zeigt in einer Statistik den Lernerfolg. Außerdem erlaubt die Software, einen beliebigen Text in das MP3-Format zu konvertieren.

LCWO kann auch offline verwendet werden. Die Übungsdateien lassen sich im MP3-Format und die Lösungen dazu im Textformat von http://lcwo.net/ herunterladen.

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Die CW-App von IZ2UUF

Heutzutage im „Zeitalter der Smartphones“ wird die Android-App von Davide Achilli, http://www.IZ2UUF.net sehr gern genommen. Sie arbeitet ebenfalls nach der Koch-Methode. Die App lässt sich auch kostenfrei vom Google Play herunterladen.

 

Schnelltelegraphie

Wie geht es weiter?

Schnelltelegraphie hat im DARC eine lange Tradition. Schon 1953 wurde der Radio Telegraphy High Speed Club (HSC) als Interessensgemeinschaft schneller Telegraphisten innerhalb des DARC e.V. gegründet. In den 70er und 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts erlebte die Schnelltelegraphie auf den Bändern ihre Blütezeit. Bei den HSC-Treffen in Büdingen wurden bis in die frühen 90er-Jahre die jährlichen offenen Deutschen Meisterschaften in Schnelltelegraphie ausgetragen. Nach ein paar ruhigeren Jahren wurde ab 2000, durch die Initiative von Mathias Kolpe, DL4MM (Autor des bekannten Morsetrainers RufzXP) vom DARC Referat DX und HF-Funksport wieder alljährlich der Deutsche Telegraphie Pokal ausgeschrieben. Seine Aufgabe übernahm ab 2006 Heinrich Langkopf, DL2OBF, ab Ende 2011 ist Andre Schoch, DL4UNY der zuständige HST-Referent im DARC. Die Wettkämpfe finden auf den alljährlichen CW-Wochenenden von AGCW, RTC, FMC und HSC statt.

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