FM Relaisfunkstelle DBØVT
Auf dem Turm der Altenburg
So alt wie die Altenburg ist unsere Relaisstelle nicht. Als Hannes, DL1DX, das Relais
DBØVT im Jahr 1982 übergeben hat, sah ich meine Aufgabe darin, das Relais in seinem
Sinne zu betreuen. In den ersten Jahren hatten wir eine „wilde Ehe“ auf der Altenburg, das
heißt, wir hatten bis 1992 keinen Mietvertrag mit dem Altenburgverein. Die Stromkosten für
die Relaisstelle wurden über die Polizei abgerechnet. Diese betreibt ebenfalls auf dem Turm
eine Relaisstelle. Ab dem 1.6.1992 haben wir, das Relais und ich, einen Mietvertrag und
vertragen uns gut mit dem Altenburgverein.
Ein umgebautes IC 30 (ICOM) tat gut seine Arbeit, Amateurfunk über eine Relaisstelle zu
übertragen. Als Duplex-Filter arbeitet eine Amsat-Weiche sehr gut. Das Relais wurde im
wesentlichem von Robert Sitzmann, DL1NBV, und Dieter Knauer, DG2NBQ, gebaut, Die
Weiche von Peter Stangl, DB5NU. Das war so um 1977. Es hat zehn Jahre seine Aufgabe gut
ausgeführt. Blitzschläge konnten immer überstanden und repariert werden. Durch den Blitz
abgelötete Stromzuführungen konnten leicht wieder angelötet werden. Eine Leiterbahn einer
Vero-Platine im Netzeingang diente immer zum Schutz der Überspannung. Ein stärkerer
Draht auf dieser Leiterbahn ließ dann auch höhere Ströme zu. Ich brauchte dann nicht mehr so
oft den Turm zu besteigen.
Viel mehr Aufwand war für eine von mir eingebaute Sprachausgabe nötig. Ich war überzeugt,
dass so etwas rein sollte. C-Lizenzler sollten auch wissen, über welches Relais sie arbeiten.
Hannes hat mir nachträglich von oben verziehen. Hannes war sehr viel in CW aktiv. Leider ist
er 1987 verstorben. Ich wohnte 50 Meter von seiner Antenne entfernt. Hannes war viel in den
Wohnzimmern unserer Straße zu hören. Die Anwohner im Umkreis von 100 Meter durften
am Amateurfunk teilnehmen. Manche Rundfunk- und Fernsehgeräte waren nicht
einstrahlungsfest. Das wurde aber von uns, DF1NX und DB2NY, bei einem Besuch der
Betroffenen beseitigt.
Ein Sprachmodul wurde eingesetzt und mit der Steuerung verbunden. Meine XYL DL5NAY
musste die Ansage sprechen. „Delta Bravo Null Viktor Tango, Bamberg“. Wer an Franken
kennt und waas, dass die Franken mi dem haddn T und dem weichen D a Problem ham, waas,
wos ich fää Regiearbeit leisten musst, dass de ohm aufn Turm, in der größten Kält, im
richtigen Zeitfenster, aufgsprochen wern musst. Und des hadda T woo immer zu weich. Bei
den meisten Stromausfällen (Gewitter) war die Ansage wieder weg. Akkupufferung war für
das Sprachmodul vorhanden, aber wohl nicht flink genug. Ein Ausflug mit XYL auf den
Turm war erforderlich. Und Regie-Arbeit.
Entschuldigung an Nicht-Franken!! Bei einem Gespräch über DBØVT könnte das von einem
OM übersetzt werden.
So um 1988/89 wurde dann die Idee zu einem neuen Relais geboren und realisiert. Gekauft in
Weinheim, umgebaut in Bamberg. Ein Stornophon 600 Type CQF663, eine ausgediente
kommerzielle Relaisstelle. Der Bereich 420 ... 470 MHz passte gut zu DBØVT. Die
Ablaufsteuerung entwarf und baute DG1NF, jetzt DK1NCF. Er war auch für den Umbau
verantwortlich. Hiermit danke ich DK1NCF, Thomas Schulz, hier noch einmal für seine
Arbeit. Ich habe dann eine nicht mehr flüchtige Sprachaufzeichnung eingebaut. Kein Ausfall
mehr. Wie langweilig.
Der Empfänger genügt sehr gut unseren Anforderungen. Von Interesse ist die Senderseite.
Die Aufbereitung liegt im Bereich 140–157 MHZ und wird dann verdreifacht. In den ersten
Jahren wurde die eingebaute Weiche verwendet, später dann von mir ausgebaut und die alte
Amsat-Weiche wiederverwendet. Sie hat eine bessere Güte. Die Entkopplung ist sehr gut. Das
Relais ist jetzt 10 Jahre mit diesem Storno in Betrieb. Mehrmals mit mir im Rucksack rauf
und runter. Ein Ausfall hat sich einmal fast zur Katastrophe entfaltet. Das Netzteil wollte
mehr Spannung liefern, als gebraucht wurde. Die Leistungstransistoren der Endstufe
vertrugen das nicht und versagten ihre Leistung.
Die Transistoren laufen mit 24 Volt und sind schwer zu beschaffen. Aber dank DG2NBQ,
Dieter Knauer, konnte auch dies behoben werden. Ich glaube, DBØVT funktioniert ganz gut
und macht den Benutzern noch viel Freude. All das hat sehr viel Freude am Amateurfunk
gebracht. Auch dies ist Amateurfunk, und im Sinne von Hannes glaube ich das Relais
DBØVT zu betreuen. Das erste DBØVT-Gerät ist zu Ehren von DL1DX, der 1987 verstarb.
Ihm ist auch dieser Bericht gewidmet.
Im November 2007 musste über ein neues Relais nachgedacht werden. Das alte wollte mit
seiner Steuerung nicht mehr arbeiten. Der EMUF hat sein Gedächtnis verloren. Da es keine
Unterlagen mehr über den Inhalt des Eproms gab, musste ein neues Programm geschrieben
werden. Das hat Norbert, DF3NJ, von B36 gemacht. Netzteil und Endstufe waren ebenfalls
defekt. Auch das hat Norbert repariert. Dann kam es nochmal zur Altenburg.
In der Zwischenzeit wurde nach einem Gerät gesucht. Erich, DF2NE, B36 konnte ein Bosch
FSO 453 besorgen. Peter, DB5NU (Fa. Stangel, Baiersdorf), hat es auf die richtige Frequenz
gebracht und in Bad Sulza hat Jens, DL5APO, die Steuerung eingepasst. Im April habe ich
das neue Relais in Baiersdorf wieder abgeholt und es kam zur Altenburg. Nochmals Dank an
alle Beteiligten!
DB2NY
| Relaisstelle Bamberg 70 cm | DB Ø VT | JN59KV |
| R 80 431.300 | Sendeleistung 5Watt | Antenne Daimond X30 |
| Relaissteuerung von DL5APO | Zeitbegrenzung | Gerät Bosch FSO 453 |
| Altenburg Turmhöhe 33 m | Turmumfang 33 m Sandstein | Antennenhöhe 400 m |
Abschließend noch ein Dank an unseren Gastgeber dem Altenburgverein.
Der Ortsverband BØ5 ist auch Mitglied im Altenburgverein
Auch so kann ein Standpunkt zu Antennen sein.
Als Beispiel ein Leserbrief aus dem Fränkischen Tag
vom 23.09.2000

Die Altenburg in Bamberg. Hier im Turm ist DB0VT installiert.

Die Technik. Oben die AMSAT-Weiche, darunter Relais mit Steuerung.


