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      Auf Nummer Sicher

      Im DARC-Ortsverband G26 Rureifel wurden die elektrischen Leitungen und Geräte auf ihre Sicherheit geprüft.

      Wir haben alles im Griff. Workshop-Termin und Vortragsabend stehen im Kalender. Und der Fieldday darf nicht vergessen werden. Die benötigten Materialien und Geräte stehen bereit. Teilweise schon seit Jahrzehnten haben sie sich bestens bewährt. Doch seit unserem Vortragsabend zum Thema Elektrische Sicherheit, der von Hans Daniels, DA6HD, aus dem OV G14 Herzogenrath gehalten wurde, hat sich der Blick in unserem OV sensibilisiert. Betrachtet man unsere Aktionen im rechtlichen Rahmen, kommen folgende Punkte zum Tragen.

      Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) gilt für Vereine, sobald diese Arbeitnehmer beschäftigen. In diesem Fall ist der Vorstand rechtlich verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und Arbeitsmittel regelmäßig durch befähigte Personen prüfen zu lassen. Obwohl die BetrSichV bei rein ehrenamtlicher und privater Nutzung durch Vereinsmitglieder rechtlich oft nicht greift, verlangen viele Versicherungen zur Schadensvermeidung meist die Einhaltung dieser Sicherheitsstandards. Elektrische Geräte und Anlagen müssen regelmäßig nach DGUV Vorschrift 3 (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) geprüft werden. Vereine sind für die Betriebssicherheit der verwendeten Geräte verantwortlich.

      Bei ehrenamtlicher Tätigkeit ist grundsätzlich die gesetzliche Unfallversicherung zuständig. Die konkrete Berufsgenossenschaft (BG) oder Unfallkasse richtet sich nach dem Bereich, in dem man sich engagiert: Für gemeinnützige Vereine, Verbände und Parteien ist die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) der richtige Träger. Der OVV steht für die Veranstaltungen des Ortsverbandes in der Haftung. In welchem Umfang die Versicherungen des DARC (Haftpflicht, Unfall) aber bei einem Personenschaden auf Grund einer defekten elektrischen Anlage greifen, kann ich nicht beurteilen. Nach den Regeln der Berufsgenossenschaft geht es hier genau um die DGUV V3 die sich an der VDE-Norm 0702 orientiert. Beide Vorschriften gelten auch für die Betriebssicherheitsverordnung. Auch das Bürgerliche Gesetzbuch geht in den Paragraphen § 823 Schadensersatzpflicht und §31 Haftung des Vereins für Organe auf diese Verpflichtungen ein. In allen Verordnungen Regelwerken und Gesetzen wird nicht konkret der Amateurfunk erwähnt, aber BGB, Sozialgesetzbuch 7, die DGUV V3 und das BGB sprechen am Rande immer von Vereinen oder von Haftung gegenüber Dritten bei Veranstaltungen.

      Bei öffentlichen Veranstaltungen können Städte, von denen man öffentliche Räume nutzt, sowie Veranstalter von Märkten und Privatvermieter eine DGUV V3 Prüfung verlangen, weil es auch zum Teil Feuerschutzversicherungen im Kleingedruckten stehen haben. Neben diesen organisatorischen Belangen ist auch der Schutz, den ein Vorstand seinen Mitgliedern und Gästen gewähren sollte, eine Verpflichtung, technisch einwandfreie elektrische Betriebsmittel zu nutzen.

      Bei der Prüfung wird zwischen Geräten der Schutzklassen SK1 und SK2 unterschieden. In der SK1 befinden sich Geräte mit Schutzleiter, Schutzkontaktstecker und oft metallischem Gehäuse, die SK2 umfasst schutzisolierte Betriebsmittel. Eine Prüfung beginnt mit der Sichtprüfung, dann mit der Schutzleiterwiderstands-Prüfung und geht über Isolationswiderstandprüfung und je nach Gerät noch mit dem Ableitstrom weiter. Bei SK2 Geräten ist es die Sichtung und Isolationsprüfung und ggf. einer Berührungsstromprüfung. Der Prüfling muss eindeutig identifizierbar sein, z.B. durch Barcode mit einer Nummer und einer Beschreibung. (000001 Kaffeemaschine, 000002 Wasserkocher, 000003 Leitungsroller, umgangssprachlich auch Kabeltrommel genannt). Besteht er die Prüfung, erhält er einen Aufkleber, ähnlich der KFZ-HU-Plakette, mit dem Hinweis auf den nächsten Prüftermin.

      Der Prüfer muss Elektrofachkraft sein, zeitnah in diesem Handlungsbereich tätig sein und sich regelmäßig alle drei Jahre fortbilden. Des Weiteren muss er geeignete Prüfgeräte mit einer regelmäßigen Werks-Kalibrierung oder einer DAkks-Kalibrierung (geprüftes Labor nach DIN EN ISO/IEC 17025) nutzen.

      Wie sollte eine mobile elektrische Anlage im Außenbetrieb wie Fieldday, Ausstellungen und Vereinsfesten aussehen? In die Versorgungssteckdose sollte zuerst ein PRCD-S (Personenschutzschalter) eingesteckt werden und dann eine Anlage mit geeigneten Leitungsrollern, Mehrfachverteilern und Leitungen bis zum Verbraucher aufgebaut werden. An der letzten Schutzkontaktsteckdose sollte der Nachweis der Schutzleiterfunktion mit Hilfe eines geeigneten Prüfgerätes kontrolliert werden. Bei Ersatzstromerzeugern (Netzersatzanlagen, umgangssprachlich Moppel oder Wandler) die über die Schutzmaßnahme Schutztrennung/Potentialausgleich verfügen, sollte eine mobile Isolationsüberwachungseinheit zunächst dazwischengeschaltet werden und nur deren Schutzkontaktsteckdosen weiter genutzt werden. Dann kann eine Anlage mit geeigneten Leitungsrollern, Mehrfachverteilern und Leitungen bis zum Verbraucher aufgebaut werden. An der letzten Schutzkontaktsteckdose sollte die Funktion des Isolationsüberwachungsgerätes mit einem geeigneten Prüfgerät kontrolliert werden und ob ein akustisches, optisches Alarmsignal gut sicht- und hörbar ist oder eine automatische Abschaltung des Stromkreises erfolgt.

      Immer wieder finden Prüfer bei DGUV V3 Prüfungen Leitungen oder Leistungsroller mit einem nicht vorhandenen oder einen Schutzleiter mit kritischen Werten, was bei SK1 Geräten zu einem hohen Risiko führen kann. Bei 400 V Leitungsmaterial sollte man neben dem Schutzleiter auch ein großes Augenmerk auf das Vorhandensein des Neutralleiters werfen.

      Alle diese Informationen haben den Ortsverband G26 Rureifel dazu veranlasst, am 11.07.2026 eine Prüf-Party zu veranstalten, die nur mit großem Einsatz von Hans Daniels, DA6HD, durchgeführt werden konnte. Über 50 Teile (Kabeltrommeln, äh natürlich Leitungsroller, Leitungen, Steckdosenleisten, äh Mehrfachverteilern, Ersatzstromerzeugern ua.) wurden von Hans in entsprechender Weise geprüft und bei Erfolg mit einer Plakette versehen. Und siehe da, ein seit Jahrzehnten genutzter Leitungsroller hatte keinen Schutzleiterkontakt mehr. Das sah man dem Teil nicht an. Er funktionierte immer wie gewünscht. Im Nachhinein erzeugt das noch eine Gänsehaut. Eine 10 m-Leitung hatte einen viel zu hohen Widerstand in der Schutzleitung. Für eine Leitungsschutzschaltung (Sicherung) hätte der durch Gehäuseschluss verursachte Strom nicht ausgereicht. Und weitere Fehler und Defekte wurden entdeckt. Für den Ortsverband G26 Rureifel hat das Thema Elektrische Sicherheit einen hohen Stellenwert bekommen. Zum Abschluss sei erwähnt, dass auch der gemütliche Teil mit Unterstützung von Andrea, DO1ABA, und Klaus Baer, DL2KBX, die ganze Veranstaltung zu einem unvergesslichen Event gemacht haben.

      Peter, DF3ED

       

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