Baken auf Bändern unterhalb von 14 MHz

Baken-Politik der IARU Region 1

Amateurfunkbaken haben für viele Jahre einen wertvollen Dienst für Funkamateure und KW-Hörer dadurch geleistet, indem sie als Indikator für die Verfügbarkeit von bestimmten Ausbreitungswegen oder als Grundlage für Ausbreitungsstudien dienten. Aus diesem Grund werden bestimmte Frequenzen im IARU-Bandplan auf den Bändern zwischen 14 und 28 MHz für Baken reserviert.

Keine solche Frequenzbereiche für Baken werden auf den Bändern unterhalb 14 Mhz ausgewiesen, mit einer Ausnahme des 40-m-Bandes für den geografischen Bereich südlich des Äquators, wo spezielle Regeln gelten.

Es ist die allgemeine Auffassung der nationalen Verbände innerhalb der IARU Region 1, dass dauernd laufende Baken auf den Bändern zwischen 1,8 MHz und 10 MHz unnötig sind und sie Störungen beim normalen Funkbetrieb bewirken und sie dadurch andere verärgern, auch wenn sie nur kleine Leistungen benutzen.

In den letzten Jahren sind auf den genannten Bändern doch einige Baken in Betrieb gesetzt worden. Diese Baken haben keine klar definierte Aufgabe und sind nicht Teil eines koordinierten Entwicklungs-Programms. Die betreffenden Bänder sind voll belegt und die Ausbreitungsbedingungen dort sind im wesentlichen bereits bekannt und vorhersehbar.

Auf der IARU Region 1 Konferenz Davos 2005 wurde diese Angelegenheit diskutiert und ein vom dänischen Verband eingebrachtes Papier verabschiedet, das besagt, dass Bakenbetrieb auf 7 und 10 MHz nicht erwünscht ist. Dies ist nun der offizielle Standpunkt der IARU Region 1.

Die Mitgliedsverbände sind aufgefordert die nötigen Anstrengungen zu unternehmen damit dies durchgesetzt wird. Die einzelnen Mitglieder der Verbände sind aufgefordert keine Hörberichte über nicht authorisierte Baken zu versenden und sie auch nicht im DX-Clusternetz zu melden.

Ausnahmen zu dieser grundsätzlichen Regel können dann gemacht werden, wenn eine Bake im Zusammenhang mit einem Forschungsprogramm betrieben wird, welches zuvor von einem nationalen Verband und vom IARU-Bakenkoordinator befürwortet worden ist. Bei den folgenden regionalen IARU-Konferenzen soll ein Weiterbetrieb geprüft werden. Im Normalfall sollte solch ein Projekt nur für eine befristete Zeit laufen.

Die Konferenz kam überein, dass als Ausnahme zur grundsätzlichen Regel die Aussendungen von DK0WCY auf 3,5 und 10 MHz gesehen werden. Es besteht die Möglichkeit das Informationsangebot von DK0WCY zu erweitern, indem zeitgesteuert andere Baken auf der gleichen Frequenz ebenfalls zeitnahe MUF-Messergebnisse von anderen Messorten übermitteln. Wer daran interessiert ist, kann den DARC HF Manager (Referent für HF) Ulrich, DK4VW, kontaktieren (dk4vw(at)darc.de).

Obwohl die Konferenz nicht speziell 1,8 und 3,5 MHz ansprach, so ist es meine persönliche Auffassung, dass auch dort keine Baken betrieben werden sollen. In einer früheren Resolution hat sich die IARU Region 1 dafür ausgesprochen, dass bei 137 kHz keine dauernd laufenden Baken eingerichtet werden sollen.

Wenn sie daran interessiert sind eine Bake aufzubauen oder sie zu betreiben, dann gibt es auf anderen Bändern andere Möglichkeiten . Im einzelnen:

  • Bau von Baken für solche Länder, die nicht bereits damit ausgerüstet sind und wo lokale Funkamateure nicht die Möglichkeit haben, eine Bake aufzubauen.
  • Baken auf gleicher Frequenz zeitgesteuert zu betreiben (wie IBP/NCDXF-Projekt), so dass mit dem Frequenzspektrum ökonomisch umgegangen wird.
  • Entwurf und Aufbau von anspuchsvolleren Baken, die ältere, einfachere ersetzen können.

Wir sollten alle davon ausgehen, dass bereits eine Menge Baken in Betrieb und unsere Frequenzen begrenzt sind.

Dementsprechend müssen wir uns, bevor mit einem neuen Projekt begonnen wird, jeweils selbst fragen "was ist der Zweck und was bringt es für einen allgemeinen Nutzen für unser Hobby?".

Martin Harrison, G3USF
IARU Region 1 Baken-Koordinator

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