Da ich letztes Jahr bei DR1A M/M als OP auf 20 Meter funken durfte, wollte ich dieses Jahr doch mal wieder unter dem eigenen Call im CQWW qrv werden.
Wie die Jahre zuvor entschied ich mich für eine 10 Meter single band Teilnahme. 10 Meter auch aufgrund der recht angenehmen OP-Zeiten tagsüber und zudem sollte man dieses Band so lange noch nutzen wie die Sonnenflecken es zu lassen.
Am Freitag wurde nach dem QRL die Station am Bollenberg schon mal testweise aufgebaut und in Betrieb genommen. Schon am Freitag ging es am späten Nachmittag sehr gut Richtung U.S.A. mit tollen Signalen auch von der Westküste.
Bei den KW-Contesten in CW stellt sich für mich immer die Frage, nehme ich den Elecraft K2/100 oder doch den K3. Da mein K2 allerdings immer noch etwas wenig AF-Gain produziert und der Diesel-Generator doch recht laut ist, hatte ich mich dann doch für den K3 entschieden, da dieser auch direkt, ohne irgendein Interface, über die serielle Schnittstelle in CW getastet werden kann.
Pünktlich zum Sonnenaufgang war dann am Samstagmorgen wieder alles aus dem Kofferraum in die Hütte getragen und die Party konnte beginnen.
Da ich in der assisted Klasse unterwegs war, wurde in der 1. Stufe das DX-Cluster aktiviert und in der Folge auch der RBN-Skimmer. Aber gerade bei den großen Contesten ist die Informationsflut durch die RBN-Skimmer schon eine Herausforderung an den OP. Ein kleiner 14 Zoll Notebook-Schirm trägt dann auch nicht unbedingt zur Erleichterung bei. Ohne gute Brille geht dann wirklich gar nichts mehr.

Wenn dann die RBN-Spots in der Vielzahl reinrauschen, dass die Bandmap Salsa tanzt, muss man schon genau hinschauen welchen Spot man denn nun wirklich angeklickt hat. Während des gesamten Wochenendes konnte ich mir nur dadurch behelfen, dass ich immer mal kurz RBN eingeschaltet habe um die Bandmap zu füllen. Dann aber wieder ausgeschaltet wurde, damit die Spots etwas statischer in der Bandmap verblieben. In den Phasen, in denen ich selbst running machte, wurde dann auf nur auf Multi-Anzeige umgestellt, damit die Übersicht erhalten blieb.
Bereits nach rund 4 Stunden am Samstag war das DXCC auf 10 Meter gearbeitet, aber die QSO-Anzahl hatte doch deutlich unter dieser Strategie gelitten. Gegen Mittag lag der QSO-Zähler in der Region 300 und ich hatte mir für den 1. Tag 600 QSOs vorgenommen, damit die 1.000er Marke am Sonntag erreichbar wäre. Die Erfahrung aus den Vorjahren zeigt, dass der 2. Tag immer mit wenig QSOs zu Buche schlägt und eine schlechte QSO-Rate am 1. Tag nicht mehr am Sonntag kompensiert werden kann.
Japan ging am Samstagmorgen schon mit ordentlichen Feldstärken, aber was dann aus Richtung U.S.A. geboten wurde, war einfach unfassbar. Teilweise hatte der K3 nach solchen Signalen mit der AGC-Regelung zu kämpfen bis die AF sich wieder normalisierte. Die Signale gingen wohl in die Audiobegrenzung!
Es macht einfach Spass mit U.S.A. die runs zu fahren. Mehrfach hatte ich in der Spitze eine 10 Minuten Rate von über 200 QSOs/Minute.
Ziemlich genau eine Stunde nach Sonnenuntergang war dann aber "Schluss mit Lustig" und mit sehr zufriedenen 700 QSOs, 37 Zonen und über 146 DXCC Ländern konnte ich wieder nach Hause fahren.
Am Sonntagmorgen lag das Augenmerk auf der noch fehlenden Zone 29, aber auch auf den Zonen 1 und 31. Alaska und Hawaii hatte ich bereits am Samstagabend ganz dünn hören können, aber gegen die US-Wall war kein Durchkommen. Zone 29 wurde am Sonntagmorgen recht schnell abgehakt, nachdem ich festgestellt hatte, dass VK6LW in der Datenbank als Zone 30 geführt und daher in den Multi-Spots nicht auftauchte. KH6XX wurde zwar gemeldet, aber weder SP noch LP zu hören.
Aufgrund der 700 QSOs am Vortag, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die 1.000er QSO-Marke überschritten wurde. Obwohl meiner Meinung nach die Bedingungen nach U.S.A. am Samstag deutlich besser waren, bedeutend mehr Mittlerer Westen und Westküste, hatte ich auch am Sonntag noch einen guten Run bis kurz nach Sonnenuntergang.
Dass der Sonntag nochmals fast 700 QSO bringen würde, hätte ich nicht gedacht. Die Strategie am Sonntag war in der Bandmap bevorzugt die 3 Punkte Stationen abzuarbeiten, da ich in der QSO-Summe immer etwas schwach bin.
Die Pile-Ups am Sonntag auf neue Multis empfand ich teilweise noch extremer als am Samstag. Vermutlich weil man keinen zweiten Tag mehr hat, um doch noch den Multi zu arbeiten. Vor den OPs auf der anderen Seite muss man echt den Hut ziehen, wie die das über Stunden aushalten. Teilweise hilft es einfach deutlicher langsamer, oder mit etwas offset, zu geben als die Meute um sich Gehör zu verschaffen.
Aufgefallen ist mehr aber auch, dass es Stationen gab, deren Tastung so schnell war, dass mitunter deren Transceiver an der Leistungsgrenze der RX/TX-Umschaltung betrieben wurde und Zeichen verstümmelt wurden.
Immer wieder erstaunt bin ich, dass es vom Bollenberg mit diesem bisschen Aluminium auf 12 Meter Höhe so gut geht.

Im Nachgang habe ich noch die Spot-Analyse bei RBN herangezogen und festgestellt, dass aber ein kleiner 5-Band Beam doch gegen gestockte Systeme gut 10 bis 15 db leiser ist. Auffallend ist dabei jedoch, dass dies in Richtung Westen deutlich ausgeprägter ist als in Richtung Osten.
Wenn ich es richtig beurteile, ist es das bisher beste Ergebnis auf 10 Meter von mir.
Contest : CQ World Wide DX Contest
Callsign : DK2GZ
Mode : CW
Category : Single Operator (SOA)
Overlay : ---
Band(s) : Single band (SB) 10 m
Class : High Power (HP)
Zone/State/... : 14
Locator : JN49GB
Operating time : 22h21
BAND QSO CQ DXC DUP POINTS AVG
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10 1351 38 154 26 3248 2.40
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TOTAL 1351 38 154 26 3248 2.40
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TOTAL SCORE : 623 616
Gefunkt wurde mit:
Elecraft K3/100
Teltow T-1000, single GU74B tube
Optibeam OB9-5














































Unser OV-Mitglied Jürgen, DF6OM, hat unterhaltsame Geschichten über sein Hobby Amateurfunk und sein anderen "Hobby" Luftfahrt verfasst.










