Besuch in der Flugwerft Schleißheim

Besuch in der Flugwerft Schleißheim

Besuch in der Flugwerft Schleißheim

Der Teil entblößte Flieger erregte Aufmerksamkeit
Der Teil entblößte Flieger erregte Aufmerksamkeit
Wrack nach Absturz, immer noch ausstellungswürdig
Wrack nach Absturz, immer noch ausstellungswürdig
Unter dem Bug einer Douglas DC3 drei einzeln gespeiste Antennendrähte
Unter dem Bug einer Douglas DC3 drei einzeln gespeiste Antennendrähte
Funkfreunde finden an Flugmechanik gefallen
Funkfreunde finden an Flugmechanik gefallen

Ham Radio meets Aerospace

OV Moosschwaige-Germering (C19) besuchte die Flugwerft Schleissheim, Außenstelle des Deutschen Museum.

Darf der Ausflug eines Ortsvereins auch woanders hinführen, also nur zu funktechnischen Institutionen? Klar. Und so verabredeten wir uns für den 28.4.2019 zum Besuch des ältesten Flughafen Deutschlands.

Die „Flugwerft Schleissheim“ vor den Toren Münchens wird seit 1912 bis heute durchgehenden angeflogen. Die historischen Hallen, Gebäude und der Tower dienen als Museum. Einzelne Flugzeugnachbauten und seltene Originale, darunter Nur-Flügel-Segler, senkrecht startende Jets und die erste Europa-Rakete sowie eine Montagehalle für Rekonstruktionen - im Augenblick mit einem 107 Jahre alter Doppeldecker - sind Hingucker. Natürlich hat jeder von uns auch nach Kurzwellen- und UKW-Antennen an den alten und neuen Fliegern geschielt.

Dann fiel etwas auf, worauf sich auch im Nachhinein hinzuweisen lohnt. Es gab da ein Motorsportflugzeug, dessen eine Hälfte der Tragfläche fehlte. Aber nicht nur die fehlte. Die Verkleidung des Rumpfes war entlang der ganzen Flanke und am Boden entfernt. Damit war Einblick in die innere Konstruktion geboten. Hier – und das war die Beobachtung – hielt sich das Publikum am Längsten auf. Ist es Voyeurismus? Es kommt der Gedanke auf, bei unseren gelegentlichen Funk-Events mit begleitender Geräteausstellung ebenfalls Teile des Gehäuses zu entfernen und Interessierte „unters Kleid schauen“ zu lassen. (Vor Berühren könnte eine in Akryl gefertigte Gehäusehaube schützen.) Die Transparenz macht neugierig. Infotafeln werden gelesen. Mit dem sachkundigen Personal wird diskutiert.

Für den Nachmittag konnten wir an einem als „Historische Flugplatzwanderung“ ausgeschriebenen Spaziergang teilnehmen. 35 Personen fanden sich ein. Über uns kreiste einer der in Friedrichshafen gebauten Zeppeline NT. Die Teilnehmer zeigten jedoch mehr Interesse an den Relikten, also alte Trafohäuschen, Pumpstationen, Reste einer Zapfsäule, verwitterte Beschriftungen aus der Besatzungszeit oder im Wald getarnte Verstecke für Flugzeuge. Vielleicht ist es in unserer Zeit des allgegenwärtigen Hyperspace, von Künstlicher Intelligenz, Big Data und sonstiger 4.0-Ansprüche die heimliche Sehnsucht nach dem Ursprünglichen?

Klaus Welter, DH6MAV

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