Warum Funkamateure ausbilden und warum gerade unser Ortsverband?

Ich höre gelegentlich die Meinung das es in Zeiten des Internets keinen Amateurfunk mehr braucht und die Jugend interessieren sich sowieso nicht mehr für Technik und das Funken. Könnt Ihr Euch vorstellen ein Hobby zu betreiben von dessen Existenz Ihr nichts wisst? Es gibt immer noch viele Menschen, in unserer Gesellschaft, die noch nie etwas von Amateurfunk und seinen Möglichkeiten gehört haben. Wenn wir es ihnen nicht zeigen, vorführen oder sie selber machen lassen werden sie es nicht kennen lernen! Wenn wir aber in die Öffentlichkeit treten sei es an Schulen, zu Stadtfesten, auf Messen oder anderen Gelegenheiten und es ihnen zeigen, vorführen und jeden, die oder der es möchte, selber funken lassen lernen „die Leute“ unser einzigartiges und interessantes Hobby kennen. Vielleicht verspürt die Eine oder der Eine oder die Andere oder der Andere auch Lust mitzumachen und das Funken zu lernen .

Ich selber habe den Amateurfunk durch einen Gartennachbarn (Karl Y23DI, DL1AKN) meiner Eltern als zehnjähriger kennen gelernt. Danach stand mein Entschluss fest – das mache ich auch! Ohne den Gartennachbarn hätte ich den Amateurfunk vielleicht nie erleben können.

Die Jugend und die Technik ist ein weites Feld. Nach meinen Erfahrungen ist das Interesse an Technik bei der heutigen Jugend genauso groß wie bei früheren Generationen. Es gibt heute allerdings viel viel mehr „Angebote“ unter denen die Jugendlichen wählen können und müssen. Das Interesse für Technik und Amateurfunk muss bei ihnen erst geweckt werden. Das kann z.B. an Bastelnachmittagen oder Schülerarbeitsgemeinschaften in Schulen, an Basteltischen auf Volksfesten oder bei Feldtagen des OV geschehen. Meine Devise ist „Learning by doing“. Wenn der erste Kontakt einmal geschafft ist und positiv verlief dann steht der Liebe zur Technik und dem Amateurfunk nichts mehr im Weg. Ich selbst betreue seit März 2007 eine Schülerarbeitsgemeinschaft an einem Gymnasium. Über mangelnden Zulauf kann ich mich nicht (mehr) beklage – inzwischen fast ganz ohne Werbung. Die Schüler werben sich gegenseitig.

Mancher wird jetzt denken: In unserem OV gibt es aber keine Jugendlichen und wen sollten wir dann ausbilden? Es gibt aber sicher Schulen im Umland des OV. An diesen gibt es auch interessierte Schüler/innen die gerne mitmachen würden. Auch weiß ich aus Gesprächen das der Eine oder Andere schon mal mit Funk zu tun hatte. Sei es beim Wehrdienst oder dem CB-Funk. Manchem hat das Funken Spaß gemacht. Hier sehe ich Anknüpfungspunkte unser Hobby bekannt zu machen und alle, die interessiert sind, die Faszination Amateurfunk erleben zu lassen!

Dabei sollten wir nicht auf die Erfahrung und das Wissen der gestandenen YLs und OMs des OVs verzichten und nicht die Begeisterung der Jugend für Neues und Unbekanntes unterschätzen. Jeder, im OV, kann mithelfen das der Amateurfunk nicht aus stirbt sondern an Attraktivität zunimmt und weiter lebt!

Thomas Grohmann, DL1ANH X07 im Juli 2013


Ich denke das viele OM/YL eine Meinung dazu haben. Wer mir eine Mail schreibt und nichts gegen eine Veröffentlichung einzuwenden hat dessen Meinung würde ich hier ebenfalls veröffentlichen. Schon mal Danke. Meine Mailadresse: dl1anh(ät)darc.de

Was ist Amateurfunk?

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Der Amateurfunk ist ein einmaliges und faszinierendes Hobby. Jeder kann mitmachen! Menschen mit körperlicher Behinderung sind genauso willkommen wie alle die sich für dieses Hobby interessieren. Für Jugendliche kann es der Einstieg in eine beruflich spannende und erfolgreiche Zukunft werden. Er weckt bei ihnen das Interesse an Technik und vermittelt Grundlagen für eine spätere Ausbildung oder ein Studium.

Am meisten Spaß macht Amateurfunk in Gruppen mit Gleichgesinnten. Man trifft sich zum gemeinsamen Funken in der freien Natur oder zum Erfahrungsaustausch bei OV-Abend, auf Fachmessen und bei anderen Gelegenheiten. Natürlich kann man auch von zu hause, aus dem Hotel im Urlaub oder dem Krankenzimmer Amateurfunk betreiben. Funkamateure treffen andere Funkamateuren aus verschiedenen Ländern und Kontinenten und kommen mit ihnen in Kontakt nicht selten entstehen daraus Freundschaften über Ländergrenzen hinweg. Das Miteinander von Menschen allen Alters und verschiedener Berufsgruppen fördert die soziale Kompetenz jedes Einzelnen.

Im Amateurfunk gibt es einen Ehrenkodex den sogenannten HAM-Spirit. Er definiert den freundschaftlichen Umgang miteinander. Besonders Jugendliche können davon profitieren. Denn allen ist eines gemeinsam – sie haben das gleiche Hobby und ein Stück weit die gleichen Interessen!

Für technisch Interessierte stehen modernste Techniken wie z.B. SDR, neue Funkübertragungsverfahren, Antennen aller Art und vielem mehr zur Verfügung. Aber auch Anhänger der alten Röhrentechnik finden ein reichhaltiges Betätigungsfeld.

Wer sich gerne mit Sprachen und anderen Kulturen beschäftigt ist hier genau richtig. Im Amateurfunk werden alle Sprachen der Welt gesprochen. Jeder kann in seiner Muttersprache sprechen oder eine Fremdsprache anwenden. Viele haben in der Schule Englisch, Französisch, Spanisch oder Russisch gelernt hier kann man mit anderen in ihrer jeweiligen Heimatsprache kommunizieren. Dieses ist ein aktiver Beitrag zur Völkerverständigung.

Die Kommunikation untereinander findet nicht nur per Sprache statt. Sie kann auch per Bild oder mit dem Computer mit geschriebenen Worten statt finden. Nicht zu vergessen die gute alte Morsetelegraphie. Sie hat nach wie vor einen festen Platz im Amateurfunk und übt auf viele eine besondere Faszination aus.

Für Jugendliche besonders interessant sind internationale Wettkämpfe im Amateurfunk. Das Ziel ist es das viele Funkstationen in Kontakt miteinander kommen. Dazu werden dann Berge bestiegen oder große Wiesen mit aufwendigen Antennenanlagen bebaut. Allen gemeinsam ist der Spaß an der Sache und der Ehrgeiz viele Punkte zu machen.

Die Faszination des Amateurfunk lässt sich nur schwer beschreiben. Am besten kann man es nachvollziehen wenn man es selber erlebt hat. Um trotzdem einen Eindruck zu vermitteln gibt es Präsentationen und Videos über den Amateurfunk.

Videos zu Thema

kurze Vorstellung des Amateurfunks DO2FOX Faszination Amateurfunk 3:02 min

Sendereihe mit Themen rund um den Amateurfunk http://www.faszination-amateurfunk.de/

DARC Imagefilm http://www.westbeld.eu/DARC-Imagefilm/Amateurfunk-Das-Hobby_WEB.mp4 13:21 min

Sammlung von Videos zum Thema Amateurfunk www.darc-husum.de/afuvideo.html

Welche Möglichkeiten der Ausbildung zum Funkamateur gibt es?

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In Deutschland gibt es zwei unterschiedliche Lizenzklassen. Im einzelnen sind das die Klasse E („kleine“ Lizenz) und die Klasse A („große“ Lizenz). Sie unterscheiden sich in den zugeteilten Frequenzbereichen (A: 9 KW- und 12 VHF/UHF/SHF-Bänder; E: 4 KW - und 3 VHF/UHF/SHF-Bänder ) und der maximal zulässigen Sendeausgangsleistung (A: bis 750W E: bis 100W band abhängig). Bei der Prüfung zur Lizenz im Umfang des Technikteils. Die andern beiden Teile, Vorschriften und Betriebstechnik, sind identisch.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Ausbildung. Welche man wählt ist jedem selbst überlassen. Entscheidend ist das Bestehen der Prüfung vor der BNetzA (Bundesnetzagentur).


 

Um Hilfe und Orientierung zu erhalten kann man sich einen Ausbildungspaten in der Nähe suchen und mit diesem über das Vorhaben Amateurfunklizenz sprechen. Sie oder Er ist sicher gerne bereit zu helfen oder kann den Kontakt zu andere Funkamateuren herstellen. Eine Liste der Ausbildungspaten findet sich hier: https://www.darc.de/referate/ausbildung/ausbildung/ausbildungspaten/ . Außerdem kann man Funkamateure in den Ortsverbänden ansprechen. Diese helfen ebenfalls gerne weiter. Ortsverbände des DARC (Deutscher Amateur Radio Club) gibt es über 1000 und sie finden sich überall in Deutschland. Eine Liste mit den Standorten gibt es hier: https://www.darc.de/der-club/distrikte-ortsverbaende/. Einfach auf die farbig markierte Region klicken und aus der dann erscheinenden Aufstellung einen Ortsverband in der Nähe aussuchen und Kontakt aufnehmen.

Es gibt vielfältige Möglichkeiten Funkamateur zu werden für jeden ist geeigneter Weg dabei.

Wo und wie finden die Prüfung zum Amateurfunkzeugnis statt?

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Die Prüfung besteht aus drei Teilen und ist vor der zuständigen Außenstelle der BNetzA (Bundesnetzagentur) abzulegen. Welche Niederlassung das ist hängt vom jeweiligen Wohnort ab. In Deutschland werden Amateurfunkzeugnisse in den Klassen A und E erteilt. Sie unterscheiden sich im Umfang der Prüfung des Technikteils. Durch eine Zusatzprüfung kann man von der Klasse E in die Klasse A wechseln. Die Prüfung besteht aus je einem Teil Vorschriften, einem Betriebstechnik und einem Technikteil. Alle Teile sind schriftlich nach dem Multiple-Choice-Verfahren organisiert. Aus einem Fragepool werden entsprechend der angestrebten Lizenzklasse Fragen ausgewählt.

schriftliche Prüfung
"Vorschriften" Klasse A und E
34 Fragen - 60min
schriftliche Prüfung
"Betriebstechnik" Klasse A und E
34 Fragen - 60min
schriftliche Prüfung
"Technik" nur Klasse A
51 Fragen - 90min
schriftliche Prüfung
"Technik" nur Klasse E
34 Fragen - 60min

Der Prüfungsteil gilt als bestanden wenn mindestens 73% der Fragen richtig beantwortet sind. Es müssen alle drei Teile einzeln bestanden werden. Bei Nicht bestehen eines Prüfungsteils kann man diesen innerhalb von zwei Jahren wiederholen. Nach Ablauf dieser Frist ist eine komplette Prüfung abzulegen.

Nach dem Bestehen der Prüfung kann ein Amateurfunkrufzeichen beantragt werden. Dieses ist lebenslang gültig, kann aber bei Verstößen von der BNetzA aufgehoben werden.

Die Kataloge der Prüfungsfragen kann man bei der BNetzA als pdf-Datei heruntergeladen oder als Druckschrift (kostenpflichtig) anfordert werden.

Wie geht es nach der Prüfung weiter?

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Die Amateurfunkprüfung ist geschafft und das Rufzeichen ist zugeteilt - wie weiter? Es gibt auf Amateurfunkmessen und im Internet viele Möglichkeiten an gebrauchte preiswerte Funkgeräte zu kommen. Für den Anfang reicht oft ältere Technik vollkommen aus. Erst einmal QRV zu werden eine Station und eine Antenne aufzubauen ist das wichtigste. Ziel ist es am Amateurfunk teilnehmen zu können. Dieses ist mit einfachen Mitteln möglich. Wer es noch nicht getan hat sollte in den DARC (Deutscher Amateur Radio Club) eintreten. In den über 1000 Ortsverbänden sind immer andere Funkamateure die gerne beim Stationsaufbau und deren Erprobung mithelfen. Sie können vielleicht auch am Beginn mit Technik aushelfen bis man seinen eigenen Transceiver hat.

Wenn dieser Schritt erfolgt ist kann es losgehen. Die ganze Welt steht einem offen je nach Lizenzklasse kann man am Funkverkehr in der näheren oder weiteren Umgebung oder der ganzen Welt teilnehmen. Beispiele für gelungene Aktionen gibt es genug. Hier eine kleine Auswahl:


Dieses ist nur eine kleine Auswahl es gibt noch viel viel mehr Aktionen und Veranstaltungen zu erleben.

Was kostet das alles?

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Kursgebühren (Angaben sind Beispiele)

verwendet für Ausbildungsmaterial Fotokopien, Ausbildungsbücher für Ausbilder usw.

Erwachsener Beispielbetrag 60€

Schüler, Studenten Beispielbetrag 30€

Lehrgangsunterlagen (Stand Februar 2019)
Amateurfunklehrgang
"Betriebstechnik und Vorschriften", 5. Auflage 2010
Eckart K.W. Moltrecht, DJ4UF 22,90€
Amateurfunklehrgang "Technik für das Amateurfunkzeugnis Klasse A", 7. Auflage 2016 Eckart K.W. Moltrecht, DJ4UF 22,80€
Amateurfunklehrgang "Technik für das Amateurfunkzeugnis Klasse E", 10. Auflage 2016 Eckart K.W. Moltrecht, DJ4UF 22,90€
Fragenkatalog Klasse A und E: "Betriebliche Kenntnisse" und "Kenntnisse von Vorschriften" BNetzA 2006 6,00€
Fragenkatalog Klasse A: "Technische Kenntnisse" BNetzA 2007 6,00€
Fragenkatalog Klasse E: "Technische Kenntnisse" BNetzA 2006 4,00€

Amateurfunkzeugnisprüfung und -lizenz

Erstprüfung Klasse A 110,00€

Wiederholungsprüfung Klasse A 80,00€

Prüfung Klasse E 80,00€

Wiederholungsprüfung Klasse E 60,00€

Prüfung Klasse von E nach A 80,00€

Morseprüfung 80,00€

Erteilung eines Rufzeichens 70,00€

Beitragstabelle des DARC e.V. (gültig ab Januar 2018)
Beitragsklasse Beschreibung Jahresbeitrag in Euro
01 a) Mitglieder über 18 mit CQ DL
b) Auslandsmitglieder mit CQ DL
99,-
02 a) Schüler, Studenten, Auszubildende von 18-25 mit CQ DL
b) Mitglieder gemäß SGB II (ALG II) / SGB XII mit CQ DL
c) Schwerbehinderte mit CQ DL (GdB >= 70)
d) Blinde Mitglieder ohne CQDL
e) Auslandsmitglieder ohne CQ DL
49,20
03 Familienmitgliedschaft mit einer CQ DL (incl. aller Familienmitglieder im Haushalt) 120,-
04 Mitgliedschaft Pro mit einer CQ DL
(incl. aller Familienmitglieder im Haushalt)
150,-
05 Mitglieder bis 18 Jahre mit CQ DL 31,20
06 Doppel-Mitglieder des VFDB e.V. ohne CQ DL 25,20

Beiträge DARC e.V.  (jährlich)

Bescheid von der BNetzA für das Jahr 2011 (Bsp. DL1ANH)
6,71 Euro TKG-Beitrag und 21,59 Euro EMV-Beitrag, insges. also 28,30 Euro
 Für das Jahr nach 2012 ist der Beitrag durch das Wirtschaftsministerium noch nicht festgelegt wurden. Also auch noch nicht zu bezahlen.

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