ein Bericht von Harry, DL3UV
Am 6. Juni 2026 waren wir um 11:00 Uhr zu einer Besichtigung des Astropeilers Stockert bei Bad Münstereifel eingeladen. Was uns dort erwartete, war weit mehr als eine gewöhnliche Führung – wir erhielten einen außergewöhnlichen Einblick in eine Anlage, die nur wenige Menschen in dieser Form kennenlernen dürfen.
Organisiert wurde der Besuch von Stefan, DF1KSP, dem Ortsverbandsvorsitzenden des DARC-Ortsverbandes G24 Köln-Deutz. Neben Mitgliedern aus G24 nahmen auch Funkfreunde aus den Ortsverbänden G19 und G11 sowie einige technisch interessierte Gäste ohne Amateurfunklizenz teil. Insgesamt waren 26 Teilnehmer dabei.
Unsere Gastgeberin war Elke, DK1FE. Sie ist Funkamateurin und Tochter des Erbauers der Anlage. Mit großer Fachkenntnis und spürbarer Begeisterung führte sie uns durch das erste frei bewegliche Radioteleskop Deutschlands. Der Astropeiler besitzt einen Spiegeldurchmesser von 25 Metern und blickt inzwischen auf eine fast 70-jährige Geschichte zurück.
Während der Führung erläuterte Elke nicht nur die technischen Details der Anlage, sondern berichtete auch über deren wechselvolle Geschichte. Schnell wurde deutlich, wie eng sie persönlich mit dem Astropeiler verbunden ist. Durch ihr langjähriges Engagement kennt sie nahezu jedes konstruktive Detail der denkmalgeschützten Anlage.
Besonders beeindruckend war zu erleben, mit welchem Einsatz und Herzblut das Team des Astropeilers die Anlage erhält und betreibt. Gerade bei anspruchsvollen Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten zeigt sich, wie viel ehrenamtliches Engagement notwendig ist, um ein technisches Denkmal dieser Größenordnung für kommende Generationen zu bewahren.
Dieser Einsatz hat mich so beeindruckt, dass ich mich spontan entschlossen habe, den Astropeiler künftig mit einem kleinen monatlichen Beitrag zu unterstützen.
Der Astropeiler Stockert
Auf dem Stockert, einem Berg in der Nähe von Bad Münstereifel, steht das erste frei bewegliche Radioteleskop Deutschlands. Die Anlage wurde bereits 1956 errichtet und feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen.
Heute ist der Astropeiler mit moderner Technik ausgestattet und wird vielfältig genutzt. Neben wissenschaftlichen Beobachtungen finden regelmäßig Projekte in Zusammenarbeit mit Hochschulen, Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen statt. Darüber hinaus ist die Anlage ein wichtiger Ort für Amateurfunk, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit.
Begeisterung für Wissenschaft und Technik
Ein besonderes Highlight stellte die Vorstellung eines Bildungsprojektes für das Werner-Heisenberg-Gymnasium dar. Dabei erhalten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, selbst Messungen mit dem 25-Meter-Spiegel durchzuführen.
Unter anderem können sie die Wasserstofflinie bei 1,42 GHz beziehungsweise einer Wellenlänge von 21 Zentimetern beobachten – ein faszinierender Einblick in die Radioastronomie und die Untersuchung unserer Galaxie. Solche Projekte zeigen eindrucksvoll, wie Wissenschaft und Technik für junge Menschen erlebbar gemacht werden können.
Grillen und Funkbetrieb
Nach der Führung ließen wir den Tag in geselliger Runde ausklingen. Stefan hatte einen Grill mitgebracht, sodass wir uns gemeinsam mit Grillwürstchen und verschiedenen Salaten stärken konnten.
Einige Teilnehmer nutzten außerdem die Gelegenheit, die Clubstation zu aktivieren und Funkbetrieb vom Astropeiler aus durchzuführen.
Ein außergewöhnlicher Tag
Bei bestem Wetter erlebten alle Teilnehmer einen außergewöhnlich interessanten und abwechslungsreichen Tag. Die Kombination aus Technikgeschichte, Radioastronomie, Amateurfunk und persönlichem Engagement machte den Besuch zu einem besonderen Erlebnis, das sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Harry, DL3UV
Bildergalerie
Markus, DN9MJK, hat während des Besuchs zahlreiche Fotos aufgenommen und stellt diese freundlicherweise online zur Verfügung.
Die Bildergalerie findet ihr unter folgendem Link:
https://www.dropbox.com/scl/fo/np6vxsxrfm25mef62ooh0/AJlwu2rK9XnkYtefoLtzC_c?rlkey=2o60nqeb1upk0gr0xm8oqgmxj&st=nzwgb2hh&dl=0
Anm. d. Redaktion:
Vielen Dank Harry für den Bericht und Markus für die Bilder.
