Detailansicht-Archiv

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      Herbst = Überreichweiten

      In den letzten Jahren gab es im Herbst oft Hochdruckwetterlagen, aber nicht jedes Hoch brachte auch Überreichweiten für unsere Region. Am 15. und 16.10.2011 war es wieder möglich. Ein sich über mehrere Tage von Spanien über Mitteleuropa bis nach Skandinavien erstreckende Hochdruckgebiet brachte uns ruhiges Herbstwetter. Und auf den UKW-Bändern Überreichweiten. Ralf, DM7RM, zog es bereits am Freitag auf das Klippeneck. Mit kleiner portablen Ausrüstung (50 Watt und 5 el. Yagi) sollte es gelingen. Obwohl im DX-Cluster Weitverbindungen gemeldet waren, konnten auf 2m keine DX-Verbindungen hergestellt werden. Es waren schlichtweg keine Signale aufzunehmen.

      Am Samstag abend ein erneuter Versuch. Es war wieder relativ ruhig auf dem Band. Bei der Bandbeobachtung im Bakenbereich fiel dann F5ZSF auf. Die Bake steht in der Bretagne in IN88GS und somit war klar, dass ein Übertragungsweg auf 144 MHz dorthin offen war. Beim Über's-Band-drehen fiel das Signal von Eric, F4EJW, auf und man kam in Kontakt. Sein Locator ist IN78VJ und somit 962 km entfernt. Eine ganz ordentliche Entfernung für 2m. Im Anschluss klappte es noch mit Claude, F9OE in IN78QG. Mit 993 km die weiteste Entfernung an diesem Abend. Zum Schluss noch ein QSO mit Eric, F1SAH aus IN88LT (875 km). Danach war es wieder sehr ruhig auf dem Band. Also abgebaut und nach Hause. Zu erwähnen ist noch, dass an diesem Abend Stationen aus Spanien bis nach Schweden 2m-Verbindungen herstellen konnten und somit mehr als 2000 km über Tropo überbrückt wurden!

      Der Sonntag wartete wieder mit herrlichem Herbstwetter auf. Blauer Himmel und Sonnenschein. Und die troposhärischen Überreichweiten hielten auch jetzt noch an. Im DX-Cluster wurden für unsere Region EA-Stationen auf 2m gemeldet. Da wird man schon ein wenig unruhig, aber familiäre Verpflichtungen liesen erst eine Portabelaktivierung am Nachmittag zu. Also wieder hoch auf die Schwäbische Alb, auf's Klippeneck. Diesmal mit Sonntagsspaziergängern fast schon überfüllt. Nachdem ein Plätzchen gefunden wurde, war man auf die Signale gespannt. Geht jetzt überhaupt noch was? Ja, es geht. Nachdem die Yagi Richtung Spanien schaute kam das Signal von EA2DHJ/p laut durch. Beiderseits 59-Rapporte ausgetauscht. Die Spanier hatten wohl noch einen Wettbewerb am laufen, denn es gab noch eine Contestnummer. Standort bei ihm IN83OI und somit eine Entfernung von 1041 km. Wow, mein erster Spanier über Tropo. Es klappte noch mit EA2TO/1 (IN83FD - 1104 km), EA1MX (IN73XK - 1120 km) und mit EA1DDU (IN73EM - 1225 km). Gehört wurden auch G-Stationen aus IO90 und IO91. Meine aufgebaute 10GHz-Station wurde ständig von Fußgängern umringt und inspiziert. Der Blick in den Spiegel war für viele wohl faszinierend. Nur gut, daß ich nicht auf Sendung war - mit 5 Watt und 27 dB Antennengewinn. Nachdem alle DX-Stationen, die gehört wurden, abgearbeitet waren, zog man es vor, dem Trubel zu entfliehen.

      Auch wenn die Anzahl der Verbindungen nicht schwindelerregend hoch war, so hat es doch sehr viel Spaß gemacht auf UKW DX zu arbeiten. Einen Überblick kann man sich auch hier verschaffen. Jetzt heißt warten auf das nächste Hoch.

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