„Wenn man von der 71. Tagung hört, das ist nicht nur eine Veranstaltung, sondern eine Institution“, stellte der Weinheimer Oberbürgermeister Michael Möslang in seiner Begrüßungsrede der Tagung fest. „Die Geschichte der Tagung reicht bis in die 50er Jahre zurück. Heute kommen noch immer Funkamateure nach Weinheim“, so Möslang. Dies sei bemerkenswert, da „in den 50er Jahren die Technikwelt noch ganz anders aussah.“ Sein Fazit: „Technik verändert sich – die Neugierde bleibt“. Beispielsweise ging Pieter Tjerk de Boer, PA3FWM, der Frage nach, ob man einen per 3D-Druck gefertigten Träger für gekoppelte Spulen entwerfen könne. Hier fand neue Technik ebenso Eingang wie bei Andreas Spiess, HB9BLA, der sich mit Künstlicher Intelligenz und ihrem Nutzen besonders für die Entwicklung von Software befasste. Sein Fazit: Die Geschwindigkeit zum Ergebnis motiviere enorm. So ermögliche die Anwendung von KI unerreichbare Projekte, der Mensch habe aber Wünsche und bleibe der Auftraggeber und Prüfer. Eyecatcher war indes der große EME-Portabelspiegel von Emil Bergmann, DL8JJ. Über seine EME-Erfahrungen berichtete er in einem eigenen Vortrag. Neben diesen gab es noch viele weitere über den gesamten Tag. Eine Europapremiere konnten die Besucher am Icom-Stand erleben. Der Hersteller zeigte dem europäischen Publikum erstmals seinen neuen IC-7110 Transceiver, der kürzlich erst auf der Tokyo Hamfair vorgestellt wurde. „Ein Verkaufspreis steht noch nicht fest“, informierte man am Stand. Kenwood stellte seinen TM-D750 ebenfalls neueste Technik vor und zeigte passend ein neues Bluetooth-Headset mit PTT-Funktion. Zum Ende des Samstags konnte man die Exponate des Selbstbauwettbewerbs bestaunen. Es lagen acht Exponate von sieben Einreichern vor, welche die Jury zu bewerten hatte. Darunter eine latenzarme Inhaus-Remote-Bedienung für den IC-7300, eine LDMOS-Endstufe und eine selbst gebaute Squeeze Morsetaste. Der Termin der 72. UKW-Tagung steht indes auch schon fest, es ist der 10. bis 12. September 2027.

