Willkommen bei der Internationalen Wetterrunde

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WXRD-Signet

 

Die Internationale Wetterrunde ist eine seit 1957 bestehende Vereinigung von wetterinteressierten Funkamateuren europaweit. Sie sammelt jeden Werktagmorgen ab 05.50 Uhr auf der Frequenz 3.683,5 kHz die gesendeten Wetterinformationen ein und erstellt so ein Bild des aktuellen Wettergeschehens.

Die entsprechenden UKW-Ausbreitungsbedingungen werden von den einzelnen Stationen auch hier mit angegeben und tragen zur Erforschung wissenschaftlicher Studien bei.

Jeder ist herzlich willkommen. 

Eine Liste der Wetterdaten ist auf der Seite Wetterdaten zu finden.

Treffen der Wetterrunde

In Abständen finden die obligatorischen Wetterrundentreffen statt. Ausgerichtet werden diese von einem WXRD-Mitglied, welches gerne ein Treffen ausrichten möchte.  

Aktuell war dieses im Jahre 2016 in Berlin, veranstaltet von Michael DL7ZR und Günter DL7ARB.  

Weitere Bilder dazu und von anderen stattgefundenen Treffen finden Sie im Bildarchiv. Es folgt in Kürze.

Allgemeine Wetter-Info

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Hier finden Sie allgemeine Wetter-Infos zu Wetter-Begriffsdefinitionen und allgemeinen Wetterinformationen.

Diese erfolgen in loser Reihenfolge zu allen Wetterthemen.

Luftdruck / Tendenz

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"Barometer"
"Barometer"

Luftdruck-Tendenz

Bei der Angabe des Luftdrucks in Wetterberichten wird häufig der Zusatz 'Tendenz' verwendet. Dieser Begriff beinhaltet eine Prognose über die weitere Entwicklung des Luftdrucks. 

Die Aussagen 'steigend', 'fallend' oder 'gleichbleibend' beziehen sich auf den Zeitraum von der letzten bis zur aktuellen Instrumentenablesung. Am besten ist die Tendenz an einem Luftdruckschreiber, einem Barographen zu erkennen. Die fallende oder steigende Drucklinie läßt hier eine eindeutige Aussage zu.

Bei nicht schreibenden Luftdruckmessern wird die Tendenz-Aussage auf das Verhalten des Luftdrucks während der letzten 3 Stunden vor der Ablesung bezogen.

Fälschlicherweise werden manchmal die Begriffe 'gestiegen', 'gefallen oder 'gleichgeblieben' verwendet. Dies ist dann jedoch keine Prognose, also keine Tendenzangabe, sondern lediglich eine Auskunft über das Luftdruckverhalten bis zur aktuellen Ablesung.

dj 2 mv

Gewitterinfos

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Gewitter

 Wo ein Blitz einschlägt, jagen einige 100 000 Ampere durch die Erde, fließt noch im Umkreis von 20 Metern Strom durch den Boden. Wie mächtig ist diese Naturgewalt? Wie schützt man sich vor ihr? Und wer zahlt was, wenn der Blitz den Computer zerlegt? Wir verraten es.

"Wissen Sie eigentlich, was Schrittspannung ist?" Der Mann muss schreien, so laut prasselt der Gewitterregen auf das Dach seines Autos. Darin hocken drei Erwachsene, die der Mann kurz zuvor am Waldrand aufgelesen hat. Dort hatten die Drei Schulter an Schulter auf Campingstühlen vor ihrem Zelt gesessen ‑ und damit "so ziemlich alles falsch gemacht, was man bei einem Gewitter falsch machen kann", sagt der Mann, der nur zufällig vorbeigekommen war, kopfschüttelnd. Und während ein gewaltiger Blitz durch die Wolken zuckt, erklärt er den Fremden in seinem Auto die Schrittspannung. Eine Lektion fürs Leben, wie er hofft.

Ein Blitzeinschlag jagt einige 100 000 Ampere in die Erde. Noch im Umkreis von 20 Metern fließt Strom durch den Boden. Befindet sich ein Mensch in diesem so genannten Spannungstrichter, überbrückt er, je weiter seine Fuße auseinander stehen, eine umso größere Spannung. Diese Schrittspannung kann einen gefährlichen Stromstoß durch den Körper treiben, zu schweren Verletzungen und vorübergehender Lähmung führen. Kann man sich vorm Gewitter nicht in Haus oder Auto retten, lautet daher eine der Regeln: Füße zusammen, in die Hocke und auf Abstand gehen zu Einschlagstellen wie Bäumen, anderen Menschen oder Metallgegenständen - wie eben Zeltstangen.

Aus dem sicheren Auto heraus beobachten die Camper:das Blitzlichtgewitter. Das Feuer vom Himmel hat Menschen schon immer fasziniert. Der Blitz ‑ vom indogermanischen "bhlei" (leuchten) - galt als Zeichen der Götter oder Ahnen, die drohten oder Versöhnung signalisierten. Bei den Germanen schleuderte Donnergott Thor die Blitze, bei den Griechen war es Zeus, bei den Römern Jupiter. Erst 1752 bewies der Erfinder des Blitzableiters Benjamin Franklin, dass der Blitz eine elektrische Entladung ist. Heute mutmaßen Evolutionsforscher, dass Blitzeinschläge in die "Ursuppe" die ersten organischen Moleküle hervorbrachten.

Mit Radargeräten wurden zwischen Wolken schon horizontale Blitze von 140 Kilometern Länge gemessen. Jüngst entdeckten Forscher einen bisher unbekannten Blitztyp, der von der Oberseite mächtiger Gewitterwolken aus ein Dutzende Kilometer weites Lichtgeflecht bis zu 90 Kilometer hoch in den Himmel schickt. Vertikale Blitze erreichen eine Länge von fünf bis sieben Kilometern und zucken mit einem Drittel der Lichtgeschwindigkeit zwischen Himmel und Erde - mit diesem Tempo könnte der Blitz in einer Sekunde zweimal um die Erde jagen.

Hochgeschwindigkeitsaufnahmen zeigen den Blitz-Ablauf: Zuerst löst sich eine Vorentladung aus der Wolke und rast mit 300 Sekundenkilometern zur Erde. Diesem kaum sichtbaren Leitblitz springt von einem oder mehreren erhöhten Punkten eine elektrische Fangentladung entgegen und rast im Kanal des Vorblitzes nach oben. Dieser helle Hauptblitz hat eine Stromstärke von mehreren 10 000 Ampere. Die bislang höchste gemessene Temperatur in einem Blitzkanal betrug 30 000 Grad Celsius ‑ fünf Mal so heiß wie die Oberfläche der Sonne. Nach dieser ersten Entladung rasen weitere Blitze so schnell hin und her, dass das Auge nur einen einzigen flackernden Zickzackstrahl wahrnimmt.

Blitze entstehen durch die unterschiedliche elektrische Ladung von kleinen Wassertröpfchen und Eiskristallen innerhalb von Gewitterwolken. Durch Wind und damit verbundener Reibung werden kleinere Partikel positiv und die größeren negativ aufgeladen. Die kleineren Teilchen wirbeln durch den Luftstrom an den oberen Wolkenrand, so dass ein Ladungsungleichgewicht in der Wolke und zwischen dem negativ geladenen unteren Bereich der Wolke und dem Erdboden entsteht, welches nach Ausgleich strebt. Wird die Spannung zu groß, entlädt sie sich als Blitz. Die Luft dehnt sich durch das schlagartige Erhitzen wie die Schockwelle einer Explosion blitzartig aus: Donner kracht.

Geschätzte 100 Blitze treffen pro Sekunde die gesamte Erdoberfläche. In Deutschland werden etwa 75 000 Einschläge jährlich gezählt und bis zu zehn Blitztote. Tatsächlich: Die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz erschlagen zu werden, ist geringer als die, sechs Richtige im Lotto zu tippen.  © Margit Mertens

Wer zahlt Schäden?

Blitzschäden ersetzt die Hausrat­oder die Gebäudeversicherung. Geld gibt es aber nur, wenn Gebäudeteile oder Gegenstände direkt vom Blitz getroffen werden oder bei Überspannungsschäden, wenn der Blitz in unmittelbarer Nähe einschlägt. In allen anderen Fällen, ab ungefähr einem Radius von einem bis vier Kilometern, wird nur entschädigt, wenn die Police zusätzlich Überspannungsschäden einschließt. Diesen Zusatzschutz haben nach Angaben des Versicherer‑Verbandes GDV rund 70 Prozent aller Hausratversicherten noch immer nicht. Der Tipp: Überspannungsschäden mit mindestens fünf Prozent der Versicherungssumme absichern. Beträgt die Versicherungssumme beispielsweise 50 000 Euro, dann sind indirekte Blitzschäden mit 2500 Euro abgesichert. Wer hochwertige Elektrogeräte besitzt (dazu zählt der PC), sollte eine höhere Summe wählen.

Was tun?

Was tun bei Gewitter im Freien? Soll man Buchen suchen, Eichen aber weichen? Stimmt nicht. Hier die wichtigsten Verhaltensregeln: 

Suchen Sie ein Gebäude auf, möglichst mit Blitzschutz, oder setzen Sie sich ins Auto ‑ so lange es kein Cabrio ist. 

Kein Haus, kein Auto in der Nähe? Gewissen Schutz gewährt ein Wald, wenn dessen Bäume in etwa gleich hoch sind und der Abstand zwischen Bäumen und tiefen Ästen drei Meter beträgt.

Gehen Sie in einer nicht überschwemmten Bodenmulde mit dicht nebeneinander gesetzten Füßen in die Hocke und umschlingen Sie ihre Beine. Legen Sie sich keinesfalls flach auf den Boden und laufen Sie nicht. 

Halten Sie möglichst großen Abstand zu anderen Menschen, Pferden, Kühen und Metall (etwa Zäune, Zweiräder oder Golfschläger). 

Meiden Sie Wasserflächen, Waldränder, alleinstehende Bäume (egal, ob Buchen, Eichen oder andere), Hügel- oder Dünenspitzen.

Temperatur / Windchill

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Temperatur

Die Wetterberichte der INTERNATIONALEN WETTERRUNDE geben grundsätzlich 3 Temperaturwerte an: 

Die aktuelle Temperatur, das Temperatur-Minimum und das Temperatur-Maximum.

Unter der aktuellen Temperatur ist der zum Zeitpunkt der Ablesung gemessene Wert zu verstehen. 

Die beiden anderen Meßwerte beziehen sich auf die Temperatur-Schwankungen der davor vergangenen 24 Stunden. Der Minimalwert wird nur dann angegeben, wenn er unter der aktuellen Temperatur liegt. Dies ist logisch, da sonst zu den Temperaturwerten auch eine Angabe der Meßzeit gemacht werden müßte.

Zur Information: Alle Temperaturen sind in Grad C gemessen.

Wer Grad Fahrenheit in Grad C umrechnen möchte: 

0 Grad C entspricht + 32 Grad F

100 Grad C entspricht +212 Grad F

Es gibt auch noch die Messung in Grad Reaumur:    

0 Grad C entspricht    0 Grad R

100 Grad C entspricht + 80 Grad R

Messungen der Temperatur in Grad Fahrenheit sind vor allem in den USA und in Großbritannien gebräuchlich, Temperaturangaben in Grad Reaumur sind nicht mehr üblich.

Sollen Temperaturen gemessen werden, die unter - 38 Grad C liegen, so ist dies mit den herkömmlichen Quecksilber-Thermometern nicht möglich, da sich Quecksilber bei -38.87 Grad C verfestigt. In solchen Fällen müssen Alkohol- oder Weingeist- Thermometer eingesetzt werden.

ANDERS CELSIUS (1701-1744) ein schwedischer Astronom.

DANIEL GABRIEL FAHRENHEIT (1686-1736) in Danzig geborener Physiker.

RENÉ-ANTOINE REAUMUR (1683-1757) französischer Biologe und Technologe.

Gefühlte Temperatur’ – ‚windchill

Seit einigen Jahren taucht dieser Begriff immer wieder in den Wetterberichten der Medien auf, auch unter den Daten einiger PR-Wetterstationen ist die 'windchill-Temperatur' zufinden, hier manchmal sogar mit einer Genauigkeit von 2 Stellen hinter dem Komma.'Windchill- Index und 'Windchill-Temperatur' sollen aussagen, wie wir die gleiche Temperatur bei Wind unterschiedlicher Stärke oder bei Windstille empfinden. Der Begriff 'Windchill' ist durchaus nicht neu. Bereits 1939 experimentierte der amerikanische Polarforscher Paul Siple während der 2. Antarktisexpedition Byrd's, um die physikalischen Zusammenhänge zwischen Wärmeverlust, Temperatur und Wind zu erforschen. Er füllte Kunststoffzylinder mit Wasser und stellte die Zeit fest, die verstrich, bis es unter bestimmten Temperatur/- Windverhältnissen gefror. Dabei fand er heraus, daß der Wärmeverlust sich linear zur Temperatur verhält. Dies besagt, daß er - bei gleicher Windgeschwindigkeit - proportional dem Temperaturunterschied zwischen dem die Wärme abgebenden Objekt und der es umgebenden Luft ist. Er fand auch heraus, daß der Wärmeverlust (=windchill) bei gleicher Umgebungstemperatur etwa mit der Quadratwurzel der Windgeschwindigkeit steigt. Mit dem 'U.S. National Bureau of Standards' erarbeitete er eine Formel, um den 'windchill' (diesen Begriff prägte Siple) zu berechnen. Unter dem Titel 'Measurements of dry atmospheric cooling in subfreezing temperatures' legten er und C.F.Passel die nachfolgende Formel vor:

--------------------------------------------------------------------------------------------

Twc = 0.0817 x (3.71 x V + 5.81 - 0.25V) x (T - 91.4) + 91.4

oder !

Twc = 91.4 - (0.474 + 0.303 x sqr(v) -0.02V) x (91.4 - T)

T=Temp.i.Grad Farenheit, V= Windgeschwindigkeit in Meilen/h)

---------------------------------------------------------------------------------------------

Diese Formel eignet sich nicht für Windgeschwindigkeiten über 25m/sec (=56 Meilen/h =

91.4 km/h)

Siple's Erkenntnisse wurden nie an einem Menschen untersucht. Nun ist aber der Mensch kein mit Wasser gefüllter Kunststoffzylinder und Siple's Formel läßt sich deshalb auch nicht zur Berechnung der durch ihn empfundenen Temperatur verwenden. Der englische Forscher R.G. Steadman legte in seinen 1971 ('Indices of wind-chill of clothed persons') und 1984 veröffentlichten Arbeiten eine Formel vor, die dem aufrecht gehenden und zweckmäßig gekleideten Individuum Mensch mehr Rechnung trägt. Er ging dabei von einem 'Standard-Menschen' aus: Körpertemperatur 37 °C

Temperatur der bekleideten Körperpartien 33 °C

Gesicht und sonstige ungeschützte Körperteile 30 °C

Körpergrösse 170 cm

Gesamte Körperoberfläche 1.7 qm

Davon unbekleidet 3 %

Hände und Füße sind mit 7 mm guten isolierendem Material bekleidet

Die Schuhsohlen bestehen aus 2 cm starkem Leder

Die Person bewegt sich mit 1.3 m/sec (=4.68m km/h) und erzeugt dabei 162 kcal/ qm/h.

Folgende Umstände beeinflussen den Wärmeverlust an die Umgebung:

Wärmeverlust durch infrarote Strahlung

Wärmeverlust durch eingeatmete Kaltluft und ausgeatmete Warmluft

Wärmeverlust durch Konvektion **)

Wärmezufuhr durch Absorption der Sonnenstrahlung, abhängig von ihrer Intensität und

dem Reflektionsfaktor der Kleidung.

**) Zur Messung der Windstärke ist die Installation des Windmessers in einer Höhe von 33 feet (=10 m) über Grund (bei störungsfreiem Gelände) vorgeschrieben. Für den 1.70 m großen Menschen gelten also die gemessenen Windgeschwindigkeiten meist nicht. Im 'Wärmeverlust durch Konvektion' ist diese Tatsache berücksichtigt. Wie man bereits aus den mathematischen Vorgeben bereits erkennen kann, ist Steadman's Formel sehr komplex. Obwohl auf den Menschen zugeschnitten, kommt sie deshalb kaum zur Anwendung. Zudem stellt auch sie kein vollständiges Wärmehaushaltsmodell des Menschen dar. Denn zwei weiter sehr gewichtige Größen bleiben auch hier unberücksichtigt:

Der augenblickliche physische und psychische(!) Zustand der Person.Das sind eben 'Zustände', die sich nicht in Zahlen ausdrücken lassen. Reihenversuche an verschiedenen Universitäten ergaben, daß, je nach körperlicher und seelischer Verfassung, die absolut gleiche Temperatur bei genau der gleichen Windstärke sehr unterschiedlich empfunden wird. Das Urteil der Versuchspersonen reichte von 'kühl' bis 'sehr kalt'! Ein weiterer Punkt kommt hinzu: Wie bereits erwähnt, befindet sich das Anemometer, von dem die Windgeschwindigkeitswerte kommen, normalerweise 10 m über dem Erdboden. Das Gelände der Wetterstation ist ausgesucht und in der Regel frei von störenden Hindernissen. Unser Versuchs-homo, mit seinen 170 cm Größe ist aber fast immer von 'störenden Hindernissen' (Gebäude, Bäume usw.) umgeben. Die auf seinen Körper einwirkende Windstärke ist also eist nicht gleich der von der Wetterstation gemessenen. Das bedeutet aber, daß sich, selbst wenn die Temperatur stets gleichbliebe, die Windchill-Temperatur für ihn von Meter zu Meter ändert.Man berechnet deshalb die Chill-Temperatur ('weil es so einfach ist') meist nach Siple's

'Kunststoffzylinderformel'. Möchte man eine auch nur annähernd realistische Chill-Temperaturwerte erhalten, so wird man noch viele Versuche, in die der Mensch als Objekt und als Individuum einbezogen ist, machen müssen. Arnold Court, der in seiner langen Tätigkeit als Klimaforscher ein gewichtiges Wort in puncto 'Chill-Temperatur' mitzureden hat, drückt es so aus: "Eine Zahl nennen zu wollen, wie kalt oder warm man es empfindet, ist, als olle man die tatsächliche Temperatur einer Tasse Kaffee mit 'heiß' und das wirkliche Gewicht eines Koffers mit 'schwer' ausdrücken". Ein Meteorologe des 'U.S. National Weather Service' urteilte: "Hitze-Index und Windchill-Index dienen den Nachrichtenmedien nur als Instrument, um die Öffentlichkeit verrückt zu machen".

 

Literatur: England / 'Weather' 46 (1991), No.5, S. 141-144

USA / 'Bulletin of the American Meteorological Society' Vol.74

No.9, Sept. 1993

USA / 'Weatherwise' Dez. 1981

Verfasser: dj 2 mv

 

Luftfeuchte

Eine Größe, die in der Wetterkunde zum A und O gehört, soll hier eine kurze Erläuterung finden. Es gibt mehrere damit zusammenhängende physikalische Begriffe:

Die absolute Luftfeuchtigkeit, die relative Luftfeuchtigkeit, den Taupunkt, die Sättigungsfeuchtigkeit.

Luft enthält immer eine gewisse Menge Wasserdampf. Es ist eine physikalische Gegebenheit, daß die in einem Kubikmeter Luft enthaltene Wasserdampfmenge von der Lufttemperatur direkt abhängt. Grundsätzlich kann warme Luft mehr Dampf enthalten als kalte. Hier ein paar Werte zur Veranschaulichung:

Lufttemperatur                     Maximale Dampfmenge             

      in  ° C                              pro Kubikmeter Luft  (Gramm)

     + 30                                                    30.3                                  

     + 20                                                    17.3                              

     + 10                                                      9.4                              

          0                                                      4.8

      -10                                                       2.4

      -20                                                       2.

Bei Luft-Abkühlung wird irgendwo der Punkt der 'Sättigungsfeuchtigkeit' erreicht, eben die Menge Wasserdampf pro Kubikmeter, die bei der gegebenen Temperatur gespeichert werden kann. Dieses maximale Temperatur- / Dampfmengenverhältnis nennt man 'Taupunkt'. 

Fällt nämlich die Temperatur weiter, so muß Wasser ausgeschieden werden. Es bildet sich Tau, Nebel, Dunst, im Winter Reif.

Mit der Angabe der Wasserdampfmenge in Gramm pro Kubikmeter Luft allein läßt sich nicht allzuviel anfangen. Man braucht also unbedingt noch die Lufttemperatur. Das hieraus resultierende Ergebnis nennt man 'Absolute Luftfeuchtigkeit'.

Setzt man aber die 'Absolute Luftfeuchtigkeit' ins Verhältnis zu der bei der gemessenen Temperatur max. möglichen Wasserdampfmenge so erhält man die 'Relative Luftfeuchtigkeit'.

Als Beispiel:

In einem Kubikmeter Luft von 20 Grad ° C sind 10 Gramm Wasserdampf enthalten.Die relative Luftfeuchte beträgt dann  ((10 x 100):17.3),  aufgerundet 60 %. Wird nun diese Luft auf 10 Grad C abgekühlt, so sinkt die Sättigungsfeuchtigkeit auf 9.4 Gramm pro Kubikmeter. Der Überschuß von 0.6 Gramm wird in Form von Wasserdampf ausgeschieden, es bildet sich Tau, Dunst oder Nebel.

dj 2 mv

Niederschlag

Man unterscheidet zwischen Niederschlag in flüssiger Form (Regen, Tau) und fester Form (Schnee, Reif).

Niederschlag in flüssiger Form:

Regen entsteht durch Zusammenfließen kleinster Tröpfchen der Wolkenluft, die von der Luftströmung nicht mehr getragen werden können. (Die Physik soll hier unberücksichtigt bleiben). Als Regen bezeichnet einen Niederschlag mit einer Tropfengröße von 0.7 bis 4 mm. Niederschlag mit einer Größe von unter 0.7 mm wird als Niesel- Staub- oder Sprühregen bezeichnet. Er ist an Nebel, Hochnebel oder Aufgleitfronten gebunden.

Schauer heißt ein heftiger, großtropfiger Niederschlag von kurzer Dauer bei einem Gewitter oder aus labil geschichteter Kaltluft auf der Rückseite von Zyklonen.

Wolkenbruch nennt man einen Starkregen mit Tropfen von 5 - 8 mm Durchmesser bei Wärmegewittern oder an Kaltfronten. Tropfen mit mehr als 8 mm Durchmesser gibt es nicht, da sie, bedingt durch die maximale Fallgeschwindigkeit in kleinere Tropfen zerreißen.

Als Landregen bezeichnet man einen anhaltenden Regen von mäßiger Stärke in einem großen Gebiet, der an Warmfronten oder Schleifzonen gebunden ist.

Ein Dauerregen hält mindestens 6 Stunden an bei einer Niederschlagsmenge von mindestens 0.5 l /m² /Std.

Der Starkregen ist ein heftiger Regen, der in der Stunde mindestens 17 l /m² Niederschlag bringt und meist in Zusammenhang mit Gewittern oder Kaltfronten steht.

Ein Platzregen ist ein heftiger Regenguß von meist nur sehr kurzer Dauer im Gefolge eines Gewitters oder bei Schauerwetterlagen.

Tau entsteht beim Abscheiden von Wassertröpfchen aus der Luft am Erdboden oder an Pflanzen bei starker Abkühlung der bodennahen Luftschicht.

Niederschlag in fester Form:

Reif bildet sich durch Sublimation von Wasserdampf in Bodennähe als kristalliner, schneeiger Belag, sobald der Taupunkt unter dem Gefrierpunkt liegt. Reif ist kein gefrorener Tau, denn dann müßte die glasige Struktur gefrorenen Wassers zu erkennen sein. Rauhreif scheidet sich bei windstillem Frostwetter aus unterkühltem Nebel ab.  Rauheis oder Rauhfrost bildet sich bei starkem Wind im Nebeltreiben.

Schnee ist die häufigste Form des festen Niederschlags. Schneekristalle sind bei mildem Frost groß und gegliedert, dagegen klein und plattig bei tiefen Temperaturen. Pulverschnee ist trocken und feinkörnig und tritt bei sehr kaltem Wetter auf. Pappschnee ist ist feucht und verklebend und geht aus großen Flocken bei mildem Wetter hervor. Neuschnee ist lockerer, frisch gefallener Schnee im Unterschied zu dem durch Tauen oberflächlich verhärteten Altschnee oder Firn.  Harsch nennt man den oberflächig mehrfach aufgetauten und wiedergefrorenen Schnee.

Graupeln bestehen aus Eiskörnern bis zu 5 mm Durchmesser. Je nach den Entstehungsbedingungen unterscheidet man die milchig- trüben Reifgraupeln und die glasigen Frostgraupeln.

Hagel ist ein atmosphärischer Niederschlag in Form gerundeter, im Innern schalig 

gebauter Eisstücke mit einem Durchmesser von 5 mm bis zu mehreren Zentimetern.Er ist überwiegend an Wärmegewitter, seltener an Kaltfroten gebunden.

dj 2 mv

Sichtweite

Horizontalsicht / Trockenheit

Wer im Stadtzentrum wohnt, so wie ich, oder dessen Standort von Bergen umgeben ist, kann eben nur über die mögliche Entfernung berichten. Auch aus diesem Grund ist es unbedingt erforderlich, den Standort      genau zu beschreiben.

Ich sage bei meiner Berichtsabgabe ' Regensburg, Stadtzentrum '.

Von ' klarer Sicht ' spricht man, wenn die Sichtweite größer als 8000 m ist. Nachfolgende Sichtweiten werden als ' Dunst ' bezeichnet:

4000 bis < 8000 m leichter Dunst, 2000 bis < 4000 m mäßiger Dunst, 

1000 bis < 2000 m starker Dunst, darunter liegende Sichtweiten bezeichnet man als ' Nebel '

500 bis < 1000 m leichter Nebel, 200 bis < 500 m mäßiger Nebel,

< 200 m starker oder dichter Nebel

Zur Ergänzung noch zwei Begriffe zum Thema ' Dunst ':

' trockener Dunst ': Rel. Luftfeuchte < 80 %, Differenz aktuelle Temperatur und Taupunkt > 3° C

' feuchter Dunst ' : Rel. Luftfeuchte > 80 %, Differenz aktuelle Temperatur und Taupunkt < 3° C

Auf keinen Fall ist eine Sichtweite von 1000 m oder mehr ' Nebel' , oder ein unter 1000 m liegender Wert ' Dunst '.

 

Trockenperiode - Dürreperiode

In sehr niederschlagsarmen Zeiten gibt es sog. 'Trockenperioden' und 'Dürreperioden'.

Von einer 'Trockenperiode' spricht man, wenn innerhalb mindestens 7 bis höchstens 

13 Tagen kein meßbarer Niederschlag fiel. Zeitabschnitte, in denen mindestens 14 Tage 

kein Niederschlag fiel, nennt man 'Dürreperiode'.

Auch hier einigte man sich in der Meteorologie weltweit auf eine einheitliche Bezeichnung.

- dj 2 mv -

 

Taupunkt

Der 'Taupunkt' ist diejenige Temperatur, bei der in der Luft gespeicherter Wasserdampf kondensiert und als Dunst, Nebel, oder Niederschlag in den verschiedensten Formen ausgeschieden wird. Es ist ein physikalisches Faktum, daß warme Luft mehr Wasserdampf enthalten kann, als kalte. Dafür gibt es Tabellen, die angeben, wieviel Gramm Wasser bei welcher Temperatur in 1 Kubikmeter oder 1 kg Luft maximal enthalten sein kann. So ist z.B die Entstehung von Tau oder Nebel eine Frage des Taupunkts. Kennt man den Taupunkt, kann man Nebel voraussagen. Aber all dies ist in nahezu jedem Lehrbuch nachzulesen. Was man meistens nicht in den Lehrbüchern findet, ist eine Formel, mit der man die Taupunkttemperatur ohne grossen Aufwand errechnen kann. Die folgende ist immerhin genau genug, daß man mit ihr den Wert auf +/- 0.2°C berechnen kann. Die Berechnung selbst ist im Zeitalter der wissenschaftlichen Taschenrechner und PCs kein Problem. Aus den Daten, die zur Taupunktberechnung gebraucht werden, ergibt sich eine ganze Reihe weiterer meteorologischer Werte als 'Abfallprodukt'.

* Der Sättigungsdruck * Die Temperaur in Kelvin

* Der Dampfdruck * Die Äquivalent-Temperatur

* Das Sättigungsdefizit * Die spezifische Luftfeuchte

* Die Luftdichte * Die Sättigungsfeuchte

In den Formeln werde ich für die einzelnen Größen folgende Bezeichnungen verwenden:

Luftdruck reduziert auf NN = pNN

Luftdruck Ortshöhe = pO

Aktuelle Temperatur = t

Temperatur in Kelvin = tK

Taupunkt = TP

Relative Luftfeuchte = relF

Sättigungsdruck = pS

Dampfdruck = pD

Sättigungsdefizit = Sd

Luftdichte = LD

Spezifische Luftfeuchte = spezF

Sättigungsfeuchte = sattF

Höhe des Standorts über NN = hNN !! hier auf 10cm genau angeben !!

Äquivalent-Temperatur = Täqu

Diese Bezeichnungen entsprechen zwar nicht der Norm, aber sie sind recht einprägsam.

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Zunächst die Formel für die Umrechnung des Luftdrucks reduziert auf Meereshöhe (das ist der Wert, den normalerweise unsere Barometer anzeigen) in Luftdruck auf Ortshöhe bezogen, wie er in den Berechnungen gebraucht wird:

pO = pNN-(hNN / (8.7 - hNN * 0.0005))

pNN in hPa eingeben, Ergebnis erscheint in hPa

Anm.: Üblicherweise wird der Luftdruck auf Ortshöhe bezogen gemessen und dann erst der auf NN reduzierte Luftdruck (pNN) errechnet. Die Berechnung ist recht aufwendig. Da in der Umrechnung u.a. auch die Temperatur berücksichtigt wird, weicht unser Wert immer von den Angaben der Wetterstationen ab. Zur      Info: 'NN' = neudeutsch 'ASL'

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Die Luftdichte:

LD = (0.349 * pO) / ( 273.15 + t)

Ergebnis in kg/m³

Der Sättigungsdruck:

pS = 6,1078 * ( 10^ (t * 7.5 / ( t + 273.15)))

Ergebnis in hPa

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Das Sättigungsdefizit:

Sd = pS - ((pS / 100) * relF)

Ergebnis in hPa

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Der Dampfdruck:

pD = pS - Sd

Ergebnis in hPa

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Nun kann der Taupunkt berechnet werden:

TP = (234.67 * (log ( pD ) / log (10)) - 184.2) / (8.233 - ( log (pD) / (log (10)))

Ergebnis in °C

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Umrechnung Grad C in Grad Kelvin:

tK = t + 273.15

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Die spezifische Luftfeuchte (d.h. wieviel Gramm Wasser bei der momentanen Temperatur pro

kg bzw. Kubikmeter Luft enthalten sind)

a] spezF = ((pD / pO) * 0.622) * 10 ³ Ergebnis in Gramm Wasser / kg Luft

b] spezF = spezF * LD Ergebnis in Gramm Wasser / Kubikmeter Luft

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Die Sättigungsfeuchte (d.h. wieviel Gramm Wasser bei der momentanen Temperatur pro

kg bzw. Kubikmeter Luft maximal enthalten sein können)!! 

in folgende Formeln für 'spezF' den Wert aus Formel 'a]' einsetzen !!

sattF = (spezF / relF) * 100 Ergebnis in Gramm Wasser / kg Luft

sattF = sattF * LD Ergebnis in Gramm Wasser / Kubikmeter Luft

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Die Äquivalent-Temperatur (gibt Auskunft über den Gehalt der Luft an latenter Wärme)

Täqu = t + 1.5 * (pD)

Ergebnis in °C

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Die Formeln sind so geschrieben, daß der PC sie versteht. Sie können in Datenbankfelder eingesetztwerden oder in einem Basic-Programm angewendet werden. Alle hier angegebenen Daten können in einem Arbeitsgang vom Computer aus unseren abgelesenen Meßwerten errechnet werden. Ich schreibe meine Meßwerte direkt in eine Datenbank auf dem PC. Die Datenbank enthält Felder für die obenstehenden Werte, die neben vielen anderen Daten automatisch berechnet werden.

Verfasser: dj 2 mv

Der Wasserdampfgehalt der Luft / Messgeräte

Neben einer Reihe von Gasen (Sauerstoff, Stickstoff, Kohlendioxid, Wasserstoff,

Argon, Neon Helium, Krypton, Xenon, und in Spuren Radon, Methan, Ammoniak,

Ozon und Di- Stickstoffoxid) enthält die Luft eine ständig wechselnde Menge 

Wasserdampf. Er unterliegt tages- und jahreszeitlichen Schwankungen, hängt aber auch von der Höhenlage      und der geographischen Lage des Meßortes ab.

Man unterscheidet für jede Temperatur zwischen der 'maximalen' und der 'absoluten' (=tatsächlichen) Luftfeuchtigkeit.

Die maximale Luftfeuchtigkeit, d.h. wieviel Wasserdampf höchstens in 1 Kubikmeter Luft enthalten sein kann, ist temperaturabhängig und eine physikalische Gegebenheit. 

Nachstehende Tabelle soll dies veranschaulichen:

Temperatur

in ° C            -10     -5     0     +4     +8     +12     +16     +20     +24     +28     +35

-------------------------------------------------------------------------

Gramm / m³  2.1    3.3  4.8    6.4    8.3     10.7    13.6    17.3    21.8    27.2     39.5

Die jeweiligen Werte können Tabellen entnommen werden. Grundsaetzlich gilt: Je höher die Temperatur, desto mehr Wasserdampf kann die Luft speichern.

Nehmen wir an, in 1 Kubikmeter Luft sind bei einer Temperatur von 20 Grad C 17,3 Gramm Wasserdampf enthalten und die Temperatur fällt plötzlich auf 16 ° C, so werden 3.7 Gramm Wasser ausgeschieden, es entstehen Wolken, Dunst, Nebel, Schnee und Tau. Mit der Sättigung (siehe obige Tabelle) ist der 'Taupunkt' erreicht.

Nun ist aber meistens nicht die Sättigungsmenge an Wasserdampf in der Luft enthalten, sondern weniger. In 1 Kubikmeter Luft sind bei einer Temperatur von 20 Grad z.B. nur 14, statt der möglichen 17.3 Gramm Wasser enthalten.

Bei diesem Wert handelt es sich um die 'absolute', die tatsächliche Luftfeuchtigkeit.

Die relative Luftfeuchtigkeit ist der Quotient aus absoluter und maximaler Luftfeuchtigkeit. Man berechnet, wieviel Prozent die absolute von der maximalen Luftfeuchtigkeit ausmacht. 

Ein Beispiel, lt. obiger Tabelle:

Lufttemperatur                                                20 ° C

Tatsächlich enthaltener Wasserdampf           15 Gramm / m³

      15 : 17.3 x 100 = 86.7 (87)%  relative Luftfeuchtigkeit.

Fällt nun die Temperatur weiter, so wir die relative Luftfeuchtigkeit irgend wann eine Wert von 100% annehmen. Der 'Taupunkt' ist erreicht. Bei weiterem Fallen der Temperatur wird Wasser ausgeschieden, die Kondensation setzt ein.

Der Taupunkt liegt tiefer als die gemessene Temperatur, er kann der aktuellen

Temperatur höchstens gleich sein. Besonders bei bewegter Luft kann die relative Luftfeuchte an verschiedenen Stellen des Luftraums recht unterschiedliche Werte aufweisen und sich sehr rasch ändern.

Meßgeräte

Zur Messung der 'relativen Luftfeuchtigkeit' verwendet man

a) Haarhygrometer bei dem die Ausdehnung eines entfetteten, eingespannten (Frauen-) Haares gemessen wird.

b) Absorptionshygrometer es beruht auf den hygroskopischen Eigenschaften chem. Substanzen (z.B. Kalziumchlorid oder Phosphorpentoxid)

c) Aspirationspsychrometer   bestehend aus 2 Thermometern, einem 'trockenen' und einem belüfteten 'feuchten'. 

Aus der Temperaturdifferenz lassen sich die rel. Luftfeuchte und der 'Dampfdruck' errechnen.

Prof. Dr. R. Mühleisen (DL 5 GB) von der Universität Tübingen sagte mir einmal, daß Luftfeuchtigkeitsmessungen eine Genauigkeit von +/- 5 % aufweisen. Es ist also nicht sehr sinnvoll, diese Werte mit 2 Dezimalstellen anzugeben. Zur Messung des Taupunkts benutzt man sog. 'Taupunkthygrometer'. Durch Beschlagen einer sich abkühlenden Metallplatte wird der Taupunkt angezeigt. Indirekt kann der Taupunkt mit einem 'Polymeter' ermittelt werden. Es besteht aus einem Haarhygrometer und einem Thermometer. Mit ihm lassen sich anhand mehrerer Skalen Taupunkt und 'Dampfdruck' (s.u.) ablesen.

Weitere, zum Thema 'Luftfeuchte' gehörende Begriffe:

Dampfdruck :               Das ist der Teildruck (in Torr od. mbar) des in der Luft enthaltenen Wasserdampfes im Verhältnis zum Gesamtluftdruck

Spezifische Feuchte :   Der Wasserdampfgehalt (in Gramm) pro kg feuchter Luft

Mischungsverhältnis :   Der Wasserdampfgehalt (in Gramm) pro kg trockener Luft

Sättigungsdefizit :  :     Das ist die Differenz zwischen dem tatsächlich in 1

                                  Kubikmeter Luft enthaltenen Wasserdampf (in Gramm) und der bei gleicher Temperatur physikalisch möglichen Wasserdampfmenge (dem Sättigungswert, siehe Tabelle)

dj 2 mv

Dunst und Nebel

Bezeichnungen fuer die Sichtverhältnisse                                                         

Die Bezeichnungen für die Sichtverhältnisse sind definiert. Man kann also mit diesen Bezeichnungen ganz bestimmte Entfernungen ausdrücken.

Unbegrenzte Sicht                           10,0 - 15 km 

und mehr

Leichter Dunst                                 4,0 - 9,9 km

Mäßiger Dunst                                2,0 - 3,9 km

Starker Dunst oder Nebeldunst         1,1 - 1,9 km

Leichter Nebel                                 500 m - 1,0 km

Mäßiger Nebel                                200 m - 499  m

Dichter oder starker Nebel               unter   200  m

In diesem Zusammenhang sei auch auf den Eintrag 'Horizontalsicht' hingewiesen.

Dampfdruck:            Sättigungsdruck - Sättigungsdefizit

Sättigungsdruck:      6,1078*(10^(Akt.Temp.*7,5/(Akt.Temp.+273)))

Sättigungsdefizit:     Sätt.Druck-((Sätt.Druck/100)*Rel.Luftfeuchte

Spezif.Luftfeuchte:   ((Dampfdruck/Luftdruck)*0,622)*10^3          **)

Sätt.-Feuchte:          (Spez.Luftfeuchte/Rel.Luftfeuchte)*100  

Luftdichte:                (0,349*Luftdruck)/(273,15+Akt.Temp.)       **)

Äquivalenttemperatur:  Gemessene Temp.+1,5*Dampfdruck

**) Der Luftdruck muss in hP auf Ortshöhe bezogen eingesetzt werden:

      Berechnung: Luftdruck NN - (Höhe NN/8)

Die Bezeichnungen:

Dampfdruck :           in hPa

Sättigungsdruck:      in hPa

Sättigunsdefizit:       in hPa

Spez.Luftfeuchte:     in Gramm/kg Luft   ***) a)

Sätt.-Feuchte:          in Gramm/kg Luft   ***) b)

Luftdichte:                in kg/mü

Äquivalenttemperatur: øC

***)a,b  Dieser Wert wird oft auch in Gramm/mü angegeben.

Berechnung: a) Spez.Luftfeuchte*Luftdichte

                         b) ((Spez.Luftfeuchte/Rel.Luftfeuchte)*100)*Luftdichte

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Dunst
Dunst

Sonstige Wetterinfos

Sonstige Wetterinfos allgemein von DL5EJ

Altweibersommer

In jedem Jahr tritt mit relativ genauer kalendarischer Pünktlichkeit ein frühherbstlicher Wärmerückfall auf, der unter dem Namen Altweibersommer oder Indianersommer bekannt ist.Um diese Zeit glitzern oft silbrige Fäden in der Herbstsonne, die von kleinenSpinnen gezogen werden. In der nordischen Mythologie schrieb man diese Fädendrei alten Damen zu, den sog. Nornen. Diese sponnen nach alten Sagen schon beider Geburt des Menschen seinen Schicksalsfaden, der auch das Lebensende bestimmt.Diese Fäden werden bei schönem Hochdruckwetter sichtbar. 

Die winzigen Spinnen werden von ihnen weit über die Landschaft getragen, bis sie irgendwo hängenbleiben.Im Osten der USA gibt es den Altweibersommer ebenso. Der Ursprung des Namens"Indianersommer" liegt im Wilden Westen. 

Die weißen Siedler betrachteten damals ein Geschenk der Indianer als ein nicht ehrlich gemeintes Geschenk.Deshalb wäre der "Indian Summer" streng genommen als ein nicht echter,also falscher Sommer zu interpretieren.Meteorologisch bedeutet diese Fälschung aber nur so viel, dass sich nach dem Beginn des Herbstes eine Wetterlage einstellt, die uns zum letzten Mal an denSommer erinnert.

Wie kommt diese Wetterlage zustande ? Zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche, also zu Herbstbeginn, stellt sich die großräumige Wetterlage meist um. Die Temperaturunterschiede zwischen Land und Meer sind nahezu ausgeglichen. Die Westwindtendenz vom Atlantik nimmt daher vorübergehend ab. So bleiben gerade die Tiefdruckgebiete aus, die unser Sommerwetter in Deutschland oft so wechselhaft gestalten. Daher erstreckt sich oft ein Schönwettergebiet von der nördlichen Adria über den Alpenraum hinweg entlang der Rheinebene bis nach Skandinavien. 

Auch die westlichen Teile Russlands und die Balkanländer kommen in den Genuss des Altweibersommers. Luftdruckanstieg über Mitteleuropa verursacht also diese schöne beständige Wetterlage. Sie tritt im letzten Drittel des September mit großer Regelmäßigkeit ein.

Wetter seit 1820

Immer wenn ein Sommer wettermäßig schlecht ausgefallen ist, hört man vorallem von älteren Menschen die Worte: Früher war das Wetter besser.Und dann erzählen sie von den kalten Wintern mit Schnee und Eis und den schönen warmen Sommern, in denen man fast an jedem Tag im Freien baden konnte. Stimmt das nun wirklich - so werde auch ich hin und wieder gefragt - war das Wetter in Deutschland früher wirklich besser? Die Antwort ist ein ganz entschiedenes Nein.

Die Aussagen dieser Menschen sind jedoch allzu verständlich und erklärbar: Der Mensch erinnert sich nach vielen Jahren hauptsächlich nur noch an prägnante und vor allem schöne Erlebnisse. Das ist eine ganz normale Schutzvorrichtung in unserem Gehirn, die bewirkt, dass wir uns mit Problemen und wenig angenehmen Dingen aus unserer persönlichen Vergangenheit nicht mehr weiter beschäftigen, sie sozusagen verdrängen, weil sonst der Berg der psychischen Belastungen immer großer werden würde.

Prüfen Sie einmal selbst, was Sie z.B. anderen Leuten aus ihrer Vergangenheit am liebsten berichten, aus Zeiten, die vielleicht 30 oder 40 Jahre zurückliegen, manchmal auch weniger. Das Schöne schlägt nach jedem Steinwurf in den See unserer Erinnerungen stets vorrangig Wellen vor dem Unliebsamen. Wie war das nun wirklich mit dem Wetter seit etwa 1820. Betrachtet man das vieljährige Mittel der Winter seit 1821, so gab es bis 1900 37 milde und 43 kalte Winter. Dieses Verhältnis änderte sich in diesem Jahrhundert recht krass zugunsten der milden Winter. Auf 55 milde kamen nur 25 kalte Winter. Auch die extrem kalten und extrem kalten und extrem milden Winter sind in ihrem Verhältnis ähnlich. Im Zeitraum von 1821 bis 1900 gab es 10 extrem milde und 11 extrem kalte Winter. In diesem Jahrhundert bis 1980 hatten wir 12 sehr milde und 6 sehr kalte Winter. Die 6 sehr kalten Winter in unserem Jahrhundert waren die Winter 28, 39, 40, 41, 46 , 62/63.

Bemerkenswert ist die unmittelbare Aufeinanderfolge der strengen Kriegswinter indiesem Jahrhundert. Das gibt sicher zu manchen Erzählungen über die früheren kalten Winter Anlass. Bemerkenswert ist aber auch die lange Pause zwischen den Strengwinter 1894 und dem ersten Strengwinter 1928. Die verschieden langen Abstände der Strengwinter erschweren ihre Prognose. Die Gegenüberstellung der mitteleuropäischen Sommer für das vorige und jetzige Jahrhundert ergibt mit 35 warmen und 45 kühlen Sommern im vergangenen Jahrhundert und 36 warmen und 44 kühlen Sommern in diesem Jahrhundert keine wesentlichen Unterschiede. Auffallend ist jedoch die Abnahme der sehr warmen Sommer in unserem Jahrhundert von 11 auf 7, besonders aber die Zunahme sehr kühler Sommer von 8 auf 14. Die Sommermitteltemperatur liegt in unserem jetzigen Jahrhundert etwa um 0,1 Grad niedriger als im vergangenen Jahrhundert. Was wir heute an unserem Sommerwetter beklagen - zu kühl und zu nass - das hatten wir bereits zwischen 1911 und 1920. In diesem Zeitraum gab es 8 zu kühle Sommer. 

1913 fand sogar der bisher kälteste Sommer dieses Jahrhunderts statt. Danach wurden die Sommer wieder wärmer, Höhepunkte der warmen Sommer gab es zwischen 1941 und 1950 mit dem Rekordwärmesommer 1947. Bis 1980 ging die sommerliche Wärme wieder leicht zurück. Dieser Trend wurde nur durch einige sehr warme Sommer unterbrochen. Bis 1980 gab es nur 7 sehr warme mitteleuropäische Sommer, und zwar 11, 47, 50, 52, 59, 76. Wenn ein Sommer so ausfällt wie in diesem Jahr, sollte uns das nicht beunruhigen, Unkenrufe über Klimaänderungen wie z.B. bevorstehende Eiszeiten oder aber auch auf der anderen Seite über ständige Erwärmung infolge des Kohlendioxydgehaltes in der Luft sind bis zum heutigen      Tag nicht ausreichend zu belegen. Allerdings sollte jede Besorgnis, dass sich das Wetter doch in den kommenden Jahrzehnten einmal ändern könnte, dennoch ernst genommen werden. Die Eingriffe des Menschen in den Haushalt der Natur sind unbestritten. Könnte es nicht sein, dass wir in einigen Jahren doch plötzlich vor der Frage stehen:

Ähnlich wie jetzt beim Waldsterben, woher kommt es, dass sich bestimmte Wetterereignisse und Wetterextreme häufen. Woher kommt es, dass die Dürregebiete wachsen, dass Wetterkatastrophen zunehmen. Ich persönlich halte das Abholzen der tropischen Regenwälder in den letzten 20 Jahren , wenn das so weitergeht, für sehr gefährlich für unsere globale Klimaentwicklung, noch viel gefährlicher als die Anreicherung mit Kohlendioxyd.Zunächst bleibt es aber dabei, dass die Messungen des vorigen und jetzigenJahrhunderts noch keine besonders auffallende Klimaänderung in Mitteleuropabelegen können. Hoffen wir, dass es so bleibt. Der nächste warme Sommer kommt bestimmt, aber wie immer: selten. Gerade weil er so selten ist, erzählen wir Mitteleuropäer lange davon. Und das hört sich dann leicht so an, als wäre das Wetter früher besser gewesen als heute.

Schreitet globale Erwärmung weiter voran?

Auch wenn das Wetter der vergangenen Wochen zu anderen Schlüssen Anlaß zu geben vermochte, wir leben in einer warmen Zeit, der wärmsten, seitdem Temperaturen global auf unserer Erde gemessen werden. Die kalten Füße täuschen, die Menschheit nähert sich allmählich einer Wärmekatastrophe - so sagen wenigstens ein paar Wissenschaftler. Ein wissenschaftliches Institut in New York hat im vergangenen Jahr eine Durchschnittstemperatur auf der Grundlage aller auf der Erdkugel verfügbaren Temperaturmessungen ermittelt. 

Das Ergebnis: 15,39 Grad C. Klimaermittlung und Erforschung mit regelmäßigen Temperaturmessungen gibt es seit 1856 . Der Wert des abgelaufenen Jahres ist der höchste, der je errechnet wurde. Er liegt um 0,7 Grad über dem Durchsschnittswert von 1990, dem Jahr, das bisher als das wärmste der neueren Erdgeschichte galt. Die ersten 5 der 90-er Jahre sind bereits wärmer als die warmen 80iger, und das trotz des sog. Pinatuboeffekts. Der Ausbruch des Pinatubo-Vulkans auf den Philipinen hat in den ersten beiden Jahren dieses Jahrzehnts zu einer leichten Abkühlung der Durchschnittstemperaturen auf der Erde geführt. 

Auch britische Forscher haben nach einer vorsichtigen und vorläufigen Rechnung 1995 als das bisher wärmste Jahr seit der systematischen Klimaforschung ausgemacht. Die Durchschnittstemperatur in Nähe der Erdoberfläche ist heute um 7 Grad höher als während der letzten Eiszeit vor fast 10000 Jahren. Die Erwärmung, hat die NASA festgestellt, geht auf der nördlichen Halbkugel in den Industrieländern schneller voran als anderswo. Der Leiter der New Yorker Institution sagte weitere Wärmerekorde für die kommenden Jahre voraus. Für ihn bestätigen die Ergebnisse des letzten Jahres den Trend der Erderwärmung mit katastrophaler Tendenz. 

Dieser Wissenschaftler hält es nun für erwiesen, daß der Erwärmungsprozeß nahezu ausschließlich das Ergebnis industrieller Tätigkeit mit der massenhaften Verbrennung von Kohle, Gas und Holz ist. So weit diese Nachricht aus dem Hörfunk. (Sinnentnahme aus Mitschnitt der Deutschen Welle) Es gibt jedoch auch Stimmen, die bemerken, es habe auch vor Jahrhunderten bereits schon kleine Warmzeiten innerhalb der Zwischeneiszeiten gegeben, deren Ursachen nicht hinreichend bekannt sind. Damals waren industrielle Tätigkeit und durch šberbevölkerung und Wohlstand gesteigerter Energieverbrauch auf keinen Fall die Ursachen. 

Dennoch kann man wohl sagen, daß die aktuellen Daten über den derzeitigen Erderwärmungsprozeß nicht gerade beruhigend wirken. Sollten die seit einiger Zeit vermehrt auftretenden Wetterkapriolen wie stärkere Stürme, Überschwemmungen, Verlagerung und Vergrößerung der Trockengebiete und mehr bereits ein Hinweis darauf sein, daß die wissenschaftlichen Unkenrufe nicht unbegründet sind?

Februar

Früher wurde der Februar immer als der "Eismond" oder auch "Hornung" bezeichnet. Er hatte den Ruf, der zweitälteste Monat des Jahres zu sein. Das erkennt man heute noch in vielen alten Sprichwörtern:

So hat man dem Februar selbst folgende Worte in den Mund gelegt:

"Wenn ich" - spricht der Februar - "die Macht hätte wie mein Bruder, der Januar, so sollte der Topf am Feuer kochen und dennoch erfrieren." Oder noch böser: Februar sagt zum Januar: "Hätt' ich die Macht wie du, ich ließ das Kalb erfrieren in der Kuh." In der Gegend von Duisburg wandte man sich mit folgenden Worten gegen einen Februar, der diesen Erwartungen widersprach, also zu warm sich gestaltete. Dort sagte man dann: "Wenn im Februar spielen die Mücken, so gibt's im Schafsstall große Lücken." In der Pfalz gab es diesbezüglich sogar den Ausspruch: "Im Februar begegnet man lieber einem Wolf als einem Bauern in Hemdsärmeln." Unser Wetter scheint ja inzwischen schon so durcheinandergeraten zu sein, daß ich mich nicht darüber wundern würde, einen Wolf in Hemdsärmeln zu treffen. Es sind nämlich gerade jetzt diese Tage zwischen dem 10. und dem 15. Februar, die sich früher durch außergewöhnlich große Kältegrade hervorhoben. Das bisher

krasseste Beispiel dafür war der arktische Februar 1929, der kälteste seit etwa 200 Jahren. Zumindest alle Zuhörer ab 80 Jahre müssten sich noch daran erinnern. Schönen Sonntag und eine gute Woche und - sollten Sie einem Bauern in Hemdsärmeln begegnen - so ist das fürs Wetter zwar nicht gut, aber Sie brauchen wenigstens nicht mit dem Wolfe zu kämpfen.

Wann beginnt der Frühling

Astronomischer und meteorologischer Frühlingsbeginn sind nicht dasselbe. Für die Meteorologen begann am vergangenen Dienstag, also dem 1. März bereits der Frühling. Das liegt daran, dass sich die Wetterkundler nicht nach den astronomischen Verhältnissen bei der Frühlingsbestimmung ausrichten, sondern nach wettermässigen Gesichtspunkten, und da sind Dezember, Januar und Februar eben die kältesten, also die Wintermonate. 

Der astronomische Frühlingstermin ist bekanntlich der 21. März, in Schaltjahren der 22. März. Die Sonne hat dann eine besondere Stellung am Himmel. Würden wir das Sonnensystem von außen wie ein entfernter Beobachter betrachten, stellten wir fest, dass die Bahnen der Erde und der anderen Planeten, die um die Sonne laufen, grob gesprochen alle in einer Ebene liegen. Das Sonnensystem erschiene uns also wie eine Scheibe, auf der sich die Planetenbahnen als konzentrische Kreise abzeichnen. Die Rotationsachse unserer Erde bildet nun mit der Hauptebene dieser gedachten Scheibe einen Winkel von rund 66 1/2 Grad. Anders ausgedrückt: 

Die Ebene, die durch den Erdäquator bestimmt ist, bildet mit der Ebene, die durch die Erdbahn um die Sonne gebildet wird, der sog. Ekliptik, einen Winkel von 23 1/2 Grad. Das wirkt sich für einen irdischen Beobachter so aus, dass die Sonne für ihn 6 Monate lang einen Bogen oberhalb der Äquatorebene - und 6 Monate lang einen gleichartigen Bogen unterhalb dieser Ebene beschreibt. Zweimal im Jahr, im Frühlingspunkt und im Herbstpunkt, schneidet die Sonne auf ihrer scheinbaren, d.h. von der Erde aus gesehenen Bahn die Äquatorebene. Am 21. März überschreitet sie zu einer vorher genau berechneten Zeit den Frühlingspunkt. Die Sonne steht dann genau senkrecht über dem Äquator, und damit sind die Tage und die Nächte auf der gesamten Erdkugel gleich lang. Man spricht von der Tag- und Nachtgleiche. Das gleiche geschieht am 23. September, nur wandert dann die Sonne danach südlich des Äquators weiter. 

Nun aber bewegt sie sich immer weiter nordwärts, und wenn sie den Frühlingspunkt überwunden hat, strebt sie hin zum nördlichen Wendekreis, den sie Mitte Juno erreicht. Dann besitzt sie für alle Gebiete nördlich des Wendekreises die höchste Stellung und der kalendarische Sommer beginnt. Das Wetter hält sich meist weder an den Frühlingstermin der Meteorologen am 1. März, noch an den astronomischen Zeitpunkt am 21. oder 22. März. Das wissen wir alle längst aus Erfahrung. Aber was soll' s? Wir werden dem Frühling schon auf der Spur bleiben, mit oder ohne Apfelbäumchen.

Mittelfristige Wettervorhersagen März 1994

Ein wichtiger Fortschritt wurde inzwischen durch die Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD) erzielt. Erstmalig gelang es, ein meteorologisches Prognoseprogramm auf echten Parallelrechnern einzusetzen. Parallelrechner bieten eine prinzipiell unbegrenzte Rechenleistung , weil sich hunderte oder tausende leistungsfähiger Prozessoren eine Aufgabe teilen können. Damit eröffnet der Einsatz von Parallelrechnern bei Wetter- und Klimamodellen qualitativ neue Möglichkeiten . Das entscheidende Hindernis ist jedoch noch, daß keine spezielle Software für dieses Einsatzmodell zur Verfügung steht. 

Die für herkömmliche Superrechner entwickelte Software läßt sich bei massiv parallelen Systemen nicht verwenden. Parallelrechner werden daher heute vor allem in Universitäten-Großforschung eingesetzt. Für die großen Anwendungen und den Dauereisatz in Industrie und zentralen Dienstleistungseinrichtungen fehlen die mathematischen Methoden und die Software weitgehend. In einer Kooperation mit dem europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (EZMW)in Reading, Großbritannien, wurde das Prognoseprogramm "integrated forecasting system" (I F S ) parallelisiert. Das komplexe Programmpaket wird täglich zur Vorhersage des europäischen Wetters eingesetzt. Den Mitarbeitern der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (G M D ) ist es in nur einem Jahr gelungen, das dreidimensionale Vorhersagemodell algorithmisch so aufzubereiten und zu strukturieren, daß es auf den schnellsten heute zur Verfügung stehenden massiven parallelen

Systemen eingesetzt werden kann. 

Das entsprechende parallele Programm läuft mit sehr hoher Effizienz auf den neuen parallelen Superrechnern. Das Wetterprogramm umfaßt rund 200 000 Programmzeilen. Ausgehend von den gemessenen Eingabedaten werden die prognostischen Variablen wie Feuchtigkeit, Temperatur und Druck berechnet. Das numerische System verwendet ein globales, dreidimensionales Rechengitter mit mehr als 4 Millionen Punkten mit Abständen am ?uquator von rund 60 km und 31 Höhenschichten. Die Unbekannten werden pro Zeitschritt in jedem Gitterpunkt neu berechnet. Für eine 10-Tage-Vorhersage werden rund 1000      Zeitschritte durchgeführt. Zur Erhöhung der Vorhersagegenauigkeit ist es wünschenswert, das Rechengitter in jeder der drei Raumdimensionen und in der Zeit um mindestens den Faktor 2 zu verfeinern. Derartige Simulationen auf dem resultierenden Rechengitter von mehr als 30 Millionen Gitterpunkten würden auf den derzeit eingesetzten Rechnern mehr als 30 Stunden Rechenzeit für eine 10-Tages-Vorhersage benötigen und sind daher heute noch nicht sinnvoll. Hochgradig parallele Rechner werden es aber ermöglichen, auch derart rechenintensive Aufgaben schnell genug zu bewältigen. 

Die Software steht jetzt auf Grund der Arbeit der GMD zur Verfügung. Die Ergebnisse dieses Projekts sind auch von besonderer Bedeutung für die Vorhersage langfristiger Klimaveränderungen. Die in die sem Bereich eingesetzten Atmosphärenmodelle benutzen ähnliche Algorithmen, also vorgeschriebene Rechenmodelle, wie die mittelfristigen Wettervorhersagen.Die Parallelisierungsstrategie ist somit auf Klimasimulationen übertragbar. Zur Bearbeitung der in der Meteorologie anfallenden immensen Datenmengen wurden neue Methoden der optischen Darstellung entwickelt. Sie erlauben neuartige, dreidimensionale visuelle Simulationen des globalen Wettergeschehens. Auch die hierzu benötigten anspruchsvollen Rechnungen werden auf parallelen Systemen abgewickelt.

Datenfolge / Abrufliste

Die Abgabe der Berichte von Montag bis Freitag auf 3.683,50 Khz von 05.50 bis  06.20 Uhr geht wie folgt von statten:
Die  Runde wird durch den Leiter  der WXRD eröffnet.
Die Stationen melden sich an und werden zur Abgabe der  Daten aufgerufen.
Es hat sich eine Reihenfolge ( s. untenstehende Liste) gebildet, so daß die Teilnehmer nicht übersprochen werden.
Die SWL-Station gibt über WEBSDR schriftlich die Daten ab, und wird dann vom
Leiter  verlesen.

Folgende Werte werden übermittelt

 

1) Temperatur aktuell

2) Temperatur Minimum der letzten 24 Std.

3) Temperatur Maximum der letzten 24 Std.

4) Luftdruck (in hP), bezogen auf Meereshöhe

5) Luftdrucktendenz (Druckverhalten der letzten 3 Std.)

6) Relative Luftfeuchtigkeit

7) Bewölkung oder Bedeckung in x / 8

8) Niederschlag aktuell

9) Niederschlagsmenge der letzten 24 Std.

10) ggf. Schnee- oder Hagelhöhe

11) bei Hagel: Korngröße in mm

12) Windrichtung

13) Windstärke ( in Beaufort)

14) Horizontalsicht in m/km

15) Sichtbehinderung durch ...

16) Zustand des Erdbodens (trocken, naß,Glatteis etc.)

17 Gewitterdaten 

a) Beginn (1.Donner hörbar)

b) Ende (letzte Donner hörbar)

c) Zugrichtung des Gewitters

d) Beurteilung (leicht-mittel-stark

e) Zugrichtung (z.B. SW-NO)

f) Wetterleuchten von bis, (Angabe von Richtung und Zugrichtung)

18) Bemerkungen (z.B. Hochwasser, Unwetter etc.)

19) sonstige Beobachtungen

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Einen Vordruck für die Berichtabgabe steht unter Downloads zur Verfügung

Hier sind die Stationen in der Reihenfolge des Aufrufens durch die Leitstation:

 

SP9RU Roman Rybnik
DL7ARB Günter Berlin
OE3RAS Walter Wien
DL7VCD Claus Binz
DL7JMJ Jürgen Glowe Rügen
DG1RUG Erhard Wusterwitz
DO5CA Carsten Waldsrode
DL5KWG Karl Greifswald
SWL Ludwig Leipzig
DO3IN Wolfgang Rechtenb. 
DD7W W Siegfried Ascheberg
DC1SR Klaus Vöhringen
DK3GP Peter Löbau
DO2ABK Günter Schleiz
DL3 iMM Fredy, Goldberg Müritz
OE2JIL Harald Faistenau
OE8MDK Michael,  Tainach
OE8KIK Hans  Wolfsberg
OE8AWQ Walter Patergassen
DO1RWM Ralf Marl

QSL DL0WXR

Pfingsttreffen aktuell

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zum aktuellen Pfingsttreffen des jeweiligen Ausrichters.

Im Wetterrunden-Archiv ( wird zur Zeit komplettiert) sind chronologisch viele bisher stattgefundene Treffen in Bild und auch Ton dokumentiert.

Für 2017 wird voraussichtlich ein Treffen im September nahe Löbau stattfinden. Informationen folgen.

Diplom der Internationalen Wetterrunde

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Wetterrundendiplom

Das Diplom kann für Funkverbindungen nur außerhalb der Abgabezeit Montag bis Freitag  5.50  - 6.20 MEZ /MESZ mit Stationen der Internationalen Wetterrunde erworben werden. 

Es gelten dafür folgende Bedingungen:

Es sind mindestens 15 Punkte notwendig. Während der Treffen der Wetterrunde genügt 1 Punk.

Die Leitstationen DK3GP, Peter, DL7ARB Günter, DC1SR Klaus, DL7JMJ Jürgen sowie die Klubstation DL0WXR zählen 3 Punkte. Alle anderen Stationen der Wetterrunde 1 Punkt 

Eine Liste der zählenden Stationen kann beim Manager abgefragt werden. 

Diplommanager ist Michael Barth DL7ZR An den Achterhöfen 19, 12349 Berlin

Diplomgebühr 5 € kann durch Überweisung entrichtet werden. Das Konto ist beim Diplommanager unter Tel. 030 / 7424742 oder 01522 9567030 oder per E-Mail Mi.Barth(at)online.de erfragt werden.