Relais DB0RCH

Relaisfunkstelle DB0RCH

Am 7.10.2018 hat im Heidekreis eine weitere Relaisfunkstelle ihren Probebetrieb aufgenommen. DB0RCH befindet sich auf dem Silogebäude der Raiffeisen Centralheide (ehemals LBAG) am Bahnhof Schwarmstedt.

Das Silo liegt direkt neben den Gleisen auf einer Höhe von 29 m über N.N. Die Antenne befindet sich an der Nordseite in einer Höhe von etwa 29 m über Grund.

 

Der Probebetrieb deckt einige Unzulänglichkeiten auf. Aber dazu ist so ein Probebetrieb ja auch da.

Am 10.11.2018 nehmen wir daraufhin einige Verbesserungen vor. Die Betriebsparameter stabilisieren sich zusehends. Leider ist die Reichweite nach wie vor geringer als erwartet.

Nach dem Austausch der Antenne am 23.5.2020 verbessert sich das deutlich. Endlich erzielen wir die berechnete Reichweite, teilweise geht es sogar etwas weiter.

 

Wir sind immer an Erfahrungsberichten interessiert.

Nordseite
Südseite
Innereien des Schaltschranks

Technische Daten

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70 cm Relais:

Ausgabe: 439.0625 MHz
Eingabe:  431.4625 MHz
Ablage:    -7.6 MHz

Mode:      C4FM (digital) und FM (analog), automatische Umschaltung
CTCSS:     110,9 Hz

 

QTH:        Schwarmstedt, JO42TQ
Länge :     9.62346 Ost (9° 37' 24'' Ost)
Breite :     52.67767 Nord (52° 40' 40'' Nord)

 

RX + TX:    YAESU DR-1XE
Leistung:  20 W (abzüglich Kabeldämpfung ergibt das weniger als 15 W abgestrahlte Leistung)

 

Antenne:  unbekannter Typ, vermutlich Kathrein
Gewinn:   vermutlich etwa 5 dBi / 3 dBd
Kabel:       50m 3/8" Flexwell mit 7/16 Steckern, an den Enden jeweils 2m RG214 mit N-Steckern
Weiche:    Huber & Suhner

 

Der YAESU-Repeater erkennt die Modulationsart des Benutzers automatisch (AMS).

Wenn auf der Eingabe die digitale Betriebsart C4FM benutzt wird, sendet der Repeater auch auf der Ausgabe digital in C4FM.

Wenn der Benutzer analog in FM sendet, wird auf der Ausgabe ebenfalls analog in FM gesendet.

Da es beim Probebetrieb bei schwachen Signalen zu Fehlschaltungen zwischen analog und digital gekommen ist, haben wir zunächst den CTCSS-Ton 110,9 Hz (RX + TX) aktiviert.

Spätestens seit dem Wechsel der Antenne ist das aber nicht mehr nötig. Wir haben schon länger keine Fehlschaltungen mehr beobachtet und sind erstmal wieder zur einfachen Trägersteuerung zurück gekehrt.

 

Für FM-Analogbetrieb muss also der CTCSS-Ton 110,9 Hz nicht mehr mitgesendet werden, damit der Relaissender einschaltet. Es stört aber auch nicht. Wenn man als FM-Nutzer das gelegentliche digitale Gebrumme nicht hören möchte, kann man beim Empfang aber CTCSS 110,9 Hz aktivieren, da der CTCSS-Ton bei FM immer mitgesendet wird. Bei einigen Geräten wird diese Funktion auch Ton-Squelch (TSQ) genannt. So kann man sein Gerät in FM auf der Frequenz von DB0RCH parken und hört ausschliesslich den analogen Funkverkehr.

Foto: © Yaesu

Wer an dieser Stelle Hinweise auf Internet, Hamnet, APRS und Co. vermisst: Ja, wir sind dabei. Doch Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden. Ein paar Ideen haben wir schon umgesetzt. Der Internetzugang ist inzwischen realisiert, somit konnte bereits WIRES-X und der Funkrufsender in Betrieb genommen werden. Aber auch wir müssen immer wieder feststellen, dass der Tag nur 24 Stunden hat.

 

Sie nutzen unsere Relais regelmäßig? Das freut uns sehr. Wir als gemeinnütziger Verein sind auf Spenden angewiesen. So können Sie helfen:

https://www.darc.de/der-club/distrikte/h/ortsverbaende/02/spenden/#c232428

Reichweite

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Mit Hilfe des Programms "Radio Mobile" von VE2DBE kann man Reichweiten-Prognosen erstellen. Das Programm kann frei herunter geladen werden. Alternativ ist auch eine Online-Variante verfügbar, die für den gelegentlichen Gebrauch völlig ausreicht.

"Radio Mobile" bedient sich bei frei verfügbaren Kartendiensten wie z.B. Open Street Maps und berücksichtigt so gut es geht die örtliche Topografie.

 

Die Prognose für DB0RCH deckt sich recht gut mit den bisherigen Erfahrungen. Im Norden endet die sichere Reichweite für Mobil-Funker an der Autobahnabfahrt Bad Fallingbostel, im Süden zwischen Berkhof und Bissendorf. An unbewaldeten Stellen und/oder mit einer guten Antenne auf dem Hausdach ist die Reichweite erheblich weiter. Damit schliesst DB0RCH die Lücke zwischen DB0SFA im Norden und den hannoverschen Relaisfunkstellen im Süden.

 

 

Reichweitenprognose (mobil) DB0RCH

Lizenz

Amateurfunk-Lizenzen für "natürliche Personen" gelten unbegrenzt lange, auch wenn sie nicht regelmässig benutzt werden. Im Gegensatz dazu müssen die Lizenzen für automatische Stationen regelmässig erneuert werden. Bei Nichtbenutzung verfallen sie nach 12 Monaten.

Die aktuelle Lizenz für DB0RCH gilt bis zum 31.12.2020.

 

Verantwortlich: Jan-Henrik Preine, DK1OM

DB0RCH-Lizenz-2019a.pdf

Der Aufbau

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Zu den bereits bestehenden Relaisfunkstellen DB0SFA und DB0TEN im Heidekreis haben wir eine weitere Relaisfunkstelle DB0RCH hinzugefügt.

 

Wozu?

 

Der Heidekreis ist groß und das Gelände in der norddeutschen Tiefebene nicht vollkommen eben. Es hat sich herausgestellt, dass die Region südlich des Autobahndreiecks Walsrode von keiner unserer Relaisfunkstellen zuverlässig erreicht wird. Auch für die Relais aus dem Raum Hannover stellt dieser Bereich zwischen dem Autobahndreieck und der Wedemark einen weissen Fleck auf der Landkarte dar.

 

Bei unseren Erkundungen fällt uns auf, dass sich auf dem Silogebäude der Raiffeisen direkt am Bahnhof Schwarmstedt seit Jahren eine Antenne auf dem Dach befindet. Irgendwelche Funkaktivitäten waren aber nicht festzustellen. Eine vorsichtige Anfrage ergibt, dass es sich um eine ehemalige Pager-Station der Fa. Miniruf handelt, ein Funkrufsender nach dem System QUIX. Der Betrieb der QUIX-Sender wurde Ende Dezember 2000 eingestellt und die Fa. Miniruf bald darauf abgewickelt.

Weitere Recherchen ergeben, dass die Anlage damals einfach nur abgeschaltet wurde. Alle wesentlichen Anlagenbestandteile sollten also noch vorhanden sein. Lediglich der Stromzähler wurde ausgebaut. Eine erste kurze Besichtigung im Juni 2018 bestätigt diesen Eindruck.

Weitblick aus einem Silofenster
Ehemalige QUIX-Station
Alles da - nur der Stromzähler fehlt

Warten und Aufräumen

Die Gespräche mit der Raiffeisen Centralheide verlaufen positiv und in angenehmer Atmosphäre. Man hat von uns gehört und will unser Projekt unterstützen. Zunächst muss allerdings geklärt werden, ob und wie wir die Stromversorgung realisieren können. Es stellt sich heraus, dass das Kabel zum Glück noch immer aufgerollt im Kabelkanal liegt. André DL2BAL baut daraufhin einen neuen Anschlusskasten und stellt auch einen neuen Einschub für den Schaltschrank auf dem Vordach zur Verfügung.

Als erste Massnahme wird der Schrank geöffnet und ein neues Schloss eingebaut. Im Schrank befindet sich tatsächlich noch eine vollständige Ericsson C9000 Sendeanlage. Leider hat der Zahn der Zeit daran genagt, einige Korrosionsschäden sind nicht zu übersehen. Die Anlage bauen wir aus, sie muss unserer neuen Technik weichen.

Schaltschrankknacker bei der Arbeit
Ericsson-Sender
Ausgeräumt
Arbeiter-Denkmäler

Relais-Übergabe

Im Vorfeld laufen Überlegungen, wie wir an einen funktionsfähigen Relais-Einschub kommen. Roland DF1OE hört von unserem Projekt und sagt uns überraschend einen kompletten YAESU DR-1XE Repeater als Dauerleihgabe zu. Seine Bedingung: Sobald wir das Gerät erfolgreich in Betrieb genommen haben, stellt er auch ein WIRES-X Interface mit Steuer-Computer zur Verfügung, auf dem er Admin-Rechte hat.

 

Wenn es weiter nix ist...

 

Am 17.8.2018 ist es soweit. Während unseres gut besuchten Fielddays reist auch Roland an und legt den Repeater auf den Tisch. Er ist bereits konfiguriert und besteht erfolgreich unseren Kurztest.

 

Wenn das kein Hamspirit ist, was dann?

Übergabe des Relais

Stromversorgung

André DL2BAL baut einen kleinen Zählerkasten in die Schaltwarte und zieht das alte Stromversorgungskabel aus dem Kabelkanal in den neuen Kasten ein. Für den Relaisschrank fertigt er einen 19"-Einschub an und stellt auch ein kräftiges frostsicheres Netzteil vom Typ TDK JWS150-12A zur Verfügung, welches früher eine Bushaltestelle versorgt hat.

In einer konzertierten Aktion baut der bereits bewährte Trupp alle Teile zusammen. Nur den Hauptstromanschluss überlassen wir dem Hauselektriker des Silos. Da inzwischen Sommer und Urlaubszeit herrschen, zieht sich das ein wenig hin. Aber wir haben keine Langeweile. Alexander Gerst möchte unbedingt mit uns sprechen. Diesem Wunsch kommen wir natürlich nach und bereiten das gründlich vor.

 

Am 5.10.2018 haben wir endlich Strom, 2 Tage später geht DB0RCH zum ersten Mal auf Sendung!

Zählerkasten
Sicherungskasten - Rohbau
Sicherungskasten komplett mit Netzteil

Erste Betriebserfahrungen

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Koaxkabel im Deckel
RCH Gesamtpaket (1. Generation)

Bald nach der Betriebsaufnahme stellen wir einige Unzulänglichkeiten fest. Die Reichweite des Senders ist gar nicht schlecht. Um aber einigermassen rauscharm darüber arbeiten zu können ist sehr viel Sendeleistung notwendig. Die Empfindlichkeit des Empfängers lässt zu wünschen übrig. Im Vergleich mit DB0SFA ist er recht taub.

Ausserdem schwankt das Signal zeitweise stark, als ob ein Wackelkontakt vorliegt. Wir vermuten ein Problem in der Antennenanlage. Die haben wir nämlich unverändert von der alten QUIX-Anlage übernommen. Die ehemalige QUIX-Frequenz 446 MHz liegt recht nah bei unserer Sendefrequenz, sodass wir auf eine brauchbare Anpassung hoffen. Eine Messung des SWR von 1,6:1 bestätigt diese Annahme. Aber der Wackelkontakt?

Wir hoffen, dass das Problem nicht oben an der Antenne liegt, denn einen Korb oder eine Drehleiter mit einer Höhe von 30 m haben wir nicht wirklich zur Hand.

Wir entschliessen uns dazu, zunächst die Verkabelung in und am Schaltschrank zu prüfen und ggf. auszutauschen. Gegen Taubheit hilft ein Vorverstärker, den Jan DK1OM beisteuert.

 

Am 10.11.2018 öffnen wir den Schrank erneut. Wir stellen fest, dass die Koaxanschlüsse oben im Schaltschrankdeckel an den Blitzschutzpatronen kaum handfest angezogen sind und ein Anschluss im Schrank deutlich korrodiert ist. Wir ziehen die Stecker im Schaltschrankdeckel ordentlich fest und tauschen im Schrank sämtliche Koaxkabel aus, denn sie sind alle sehr steif und teilweise geknickt. Ausserdem montieren wir eine Unterverteilung für 12 V und schleifen den RX-Vorverstärker ein.

 

Ergebnis:

Die Empfindlichkeit des Empfängers verbessert sich deutlich, Wackelkontakte sind nicht feststellbar.

So weit so gut.

 

Mal sehen was die Zukunft noch ans Tageslicht bringt.

Goldener Oktober bei DB0RCH

Funkrufsender und Internetzugang

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Im Laufe des Jahres 2019 wird der Ruf nach einem Internetzugang für DB0RCH immer lauter. Gesagt - getan. Dennis DO2BAL wohnt nur 200 Meter vom Relais entfernt, ohne jegliche Hindernisse dazwischen. Die Idee einer festen WLAN-Verbindung zu ihm soll ausprobiert werden, da sein Netzwerk mit einem Handy am Relaisschrank zu empfangen ist.

Eine kleine wetterfeste Richtantenne für 2,4 GHz spuckt der Fundus von Jan DK1OM aus. André DL2BAL steuert einen TPLINK-Accesspoint mit Antennenanschluß bei. Nachdem die Antenne Anfang April fest montiert ist und genau auf das Dach von Dennis ausgerichtet wird, kommt die WLAN-Verbindung auf Anhieb zustande.

In den folgenden Tagen sorgen André und Dennis für die saubere Einbindung ins Netzwerk. Die Position des Accesspoints bei Dennis unterm Dach wird optimiert und der TPLINK im Relaisschrank durch ein besseres Modell von LANCOM ausgetauscht, das ohne Steckernetzteil direkt mit 12 V gespeist werden kann. Der Durchsatz bzw. die Bandbreite wird dadurch merklich gesteigert. Leider bleibt der LANCOM ab und zu einfach stehen. Die finale Lösung wird von André gefunden, der ein robustes Modell von CISCO auftreibt. Das lässt sich sauber konfigurieren und arbeitet dauerhaft stabil.

Na bitte!

12 V Versorgung und DAPNET-Funkrufsender 1. Generation
Funkruf Details 2. Generation
TX-Splitter geöffnet
Zirkulator

Funkrufsender + WIRES-X

Es ist zwar grundsätzlich schön, wenn man einen Internetzugang hat. Aber eine sinnvolle Anwendung sollte man schon haben. Und die kommt wieder mal von André DL2BAL. Er bereitet ein Motorola Betriebsfunkgerät GM 1200 auf und kombiniert es mit einem Rasperry PI zu einem DAPNET-Funkrufsender. Er versorgt auf 439,9875 MHz die Umgebung mit kurzen Info-Telegrammen.

 

Da wir nur eine 70 cm Antenne haben, müssen wir den Funkrufsender und den Sender des Relais über einen TX-Splitter anschliessen. Ein hochwertiger Splitter von CELLWAVE übernimmt diese Aufgabe. Die beiden Kabelschleifen werden um 2 mm gekürzt, damit wird die optimale Anpassung des Filters von ursprünglich 416 MHz auf 439 MHz verschoben. Die Anpassung ist perfekt, die Durchgangsdämpfung liegt mit knapp 3,5 dB im erwarteten Bereich.

 

Falls es einmal ein Problem mit der Antenne (abgebrochen) oder dem Koaxkabel (abgerissen, geknickt) geben sollte, würden Relais- und Funkruf-Sender vermutlich nach kurzer Zeit zerstört werden. Um diesem Problem vorzubeugen, setzt man Zirkulatoren ein. Sie werden in die Sendeleitung eingeschleift und lassen HF nur in eine Richtung durch. Reflektierte Leistung wird über einen dritten Anschluß in einen Abschlusswiderstand umgeleitet und dort in Wärme umgesetzt. Der Sender sieht immer perfekte Anpassung und man hat genügend Zeit, etwaige Probleme zu beheben.

Auch DB0RCH ist mit einem Zirkulator versehen, genau wie die anderen Relaisstellen unseres Ortsvereins.

 

Im nächsten Schritt wird auch das HRI-200 Interface für WIRES-X in Betrieb genommen. Es stammt ebenfalls von DF1OE, genau wie der ebenfalls notwendige kleine Steuer-PC. Seit dem 29. Juni 2019 sammeln wir auch damit erste Erfahrungen.

 

André DL2BAL baut nach einer ausgiebigen Probephase den Funkrufsender in ein 19-Zoll-Gehäuse ein. Dabei wird der Rasperry Pi der ersten Generation gegen ein leistungsfähigeres Modell 3 getauscht und einige Sensoren und Relais nachgerüstet. Der Relais-Schrank und die Funktion seiner Komponenten werden jetzt an mehreren Stellen überwacht. Die Statusmeldungen werden per Funkruf und Telegram verschickt. Die Aufbereitung erfolgt mit dem kostenlosen SmartHome-System FHEM.

Antennenwechsel

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Am 23. Mai 2020 haben wir die Antenne bei DB0RCH ausgewechselt. Wir haben den Austausch lange vor uns hergeschoben, weil die Antenne mangels Dachausstieg nur über eine 30 m hohe mobile Arbeitsbühne erreichbar ist. Und die ist nicht ganz billig. Zum Glück fanden sich einige großzügige Spender, sodass wir die Sache jetzt endlich in die Hand genommen haben.

Die alte Quix-Antenne hat zwar funktioniert, doch die Reichweite war trotz ihrer beeindruckenden Länge eher bescheiden. Der Antennentyp war uns ebenfalls unklar. Und warum in aller Welt führen zwei Antennenkabel in den Relais-Schrank, von denen aber nur ein Kabel angeschlossen ist? Auch ein Besuch mit einer Kamera-Drohne gibt keine klare Auskunft. Es sieht so aus als ob beide Kabel in die Antenne führen.

Nachdem trotz Corona-Krise ein Termin gefunden wurde, geht es an die Aufgabenverteilung. André DL2BAL nimmt Kontakt zu einem Vermieter von Baumaschinen und Arbeitsbühnen AWT auf und kann einen Pauschalpreis für ein Wochenende aushandeln. Als Feuerwehrmann verfügt er zum Glück auch über den notwendigen Führerschein für Fahrzeuge dieser Art. Ingo DO1IBS fertigt einen Mastadapter aus Edelstahl an, denn der Mast hat einen Durchmesser von mehr als 80 mm und die Schelle der neuen Antenne fasst maximal 63 mm. Jan DK1OM steuert eine frische Diamond X-50 Antenne und diverse Adapterkabel von 7/16 Norm auf N-Norm bei. Es kann also losgehen.

 

Am Samstag Morgen pünktlich um 8 Uhr steht das Team aus André DL2BAL, Ingo DO1IBS, Björn DB3LBG und Jan DK1OM bereit. Der Parkplatz vor dem Silo wird mit rot-weissem Flatterband abgesperrt und die mobile Arbeitsbühne aufgebaut. Ingo und André besteigen den Arbeitskorb und fahren hoch. Aber sie kommen nicht an die Antenne heran. Sie können es drehen und wenden, der angeblich 30 m hohe Ausleger lässt sich nicht in eine passende Position bringen. Es fehlen 2 m. Lange Gesichter.

Anruf beim Vermieter: Zum Glück steht noch eine Arbeitsbühne mit 37 m Höhe bereit und es ist auch jemand da, der sie heraus gibt. Also alles wieder abrüsten und ab nach Walsrode zum Austausch. Mit der neuen größeren Arbeitsbühne gibt es zum Glück keine Probleme. Endlich!

Die Demontage der alten Antenne gestaltet sich völlig problemlos. Die Edelstahlverschraubungen lösen sich sofort und unter dem alten Klebeband kommen glänzende 7/16 Koax-Anschlüsse zum Vorschein. Das stark verwitterte Typenschild der Antenne lässt sich teilweise entziffern. Es handelt sich um eine VHF-UHF Duoband-Antenne von Kathrein für den Bereich 169 MHz und 448 MHz. Der VHF-Teil war vermutlich für das europäische ERMES Pagersystem gedacht, das aber in Deutschland niemals in Betrieb ging.

Der weitere Austausch funktioniert reibungslos. Der Mastadapter passt, Antenne und Adapterkabel ebenfalls. Alle Schrauben werden gut angezogen und die Koax-Anschlüsse schön mit selbstverschweissendem Band eingewickelt - fertig. Runter vom Arbeitskorb und ab zum Relaisschrank. Der Antennenanalyzer bescheinigt perfekte Anpassung sowohl auf 2 m als auch auf 70 cm mit einem SWR von 1:1,1. Stecker wieder ans Relais und eingeschaltet.

 

Es funktioniert!

 

 

Murphy schlägt wieder zu

Gut gelaunt packen wir unsere Dinge zusammen und rüsten ab. André lädt uns zu einem Kaffee zu sich nach Hause in Buchholz ein. Unterwegs probieren wir das Relais aus und am Ortsausgang von Schwarmstedt reisst die Verbindung ab. Was ist das denn? Das kann ja wohl nicht sein!

Beim Kaffee werden alle möglichen Vermutungen diskutiert. Wir befürchten das Schlimmste. Alles nochmal aufbauen und auseinander reissen? Bitte nicht! Wir fahren alle zusammen nochmal zurück zum Silo und öffnen erstmal den Relaisschrank. Nach kurzer Sichtprüfung Erleichterung. Offensichtlich wurde nach der Antennenmessung der Antennenstecker versehentlich auf eine benachbarte leere Buchse gesteckt. Der Relaissender hat also nur mit einem Koaxstummel gesendet. Dank Zirkulator im Sendezweig ist dem Sender aber nichts passiert, es wurde im Wesentlichen Wärme produziert und nur minimal HF abgestrahlt. Der Stecker wird auf die richtige Buchse gesteckt und schon wird reichlich HF abgestrahlt.

 

Uff!

 

Bald darauf trudeln erste Rapporte ein. Wir werden wieder gehört. Wir erwarten keine Wunder, doch unsere Hoffnung bestätigt sich. Die Reichweite hat sich merklich verbessert. Wir erreichen Orte, an denen das Relais nie zuvor zu hören war. Entspannte Gesichter, Grinsen überall.

Jetzt aber wirklich einpacken und Abfahrt. Unterwegs wird aus dem Auto fleissig getestet.

 

Zufriedene Gesichter überall - das Team hat gute Arbeit geleistet.

 

An Erfahrungsberichten sind wir immer interessiert!

 

 

Blick von der Antenne Richtung Norden
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