Die Weisheit der Modebranche „Alles kommt irgendwann wieder“ trifft wohl auch auf die Kommunikation über Funkwellen zu. In den Anfängen begann man mit Aussendungen in Lang-, Mittel- und Kurzwelle. Dann entwickelte sich die Technik weiter und man nutze UKW, Satelliten und Digitalfunk. Nach einigen lehrreichen Ereignissen in den letzten Jahren gewann man die Erkenntnis, dass dieser Bereich der Funktechnik auch keine absolute Sicherheit gewähren kann. So entstand bei den öffentlichen Diensten wie Militär, THW, Feuerwehr und Polizei das Bedürfnis nach Alternativen.
So einfach lässt sich aber „altbewährte“ Technik nicht wiederbeleben. Die Situation auf den Frequenzbändern von 0 – 30 MHz ist heute eine andere, als es zu Beginn der Funktechnik der Fall war. Schaltnetzteile, LED-Lampen, Fotovoltaikanlagen, DSL-Anschlüsse und viele andere elektronische Geräte des modernen Alltags erzeugen mehr oder weniger störende Ausstrahlungen, die in einzelnen Fällen die Nutzung des Frequenzbereiches bis 30 MHz unmöglich machen. Der Gesetzgeber hat dort Obergrenzen festgelegt, die aber von vielen Billig-Importen nicht beachtet werden, weil es Geld kostet. Eine Schwierigkeit bei der Lösung dieses Problems ist die fehlende wissenschaftliche Datenbasis über diesen Frequenzbereich, den man lange nicht mehr beachtet hat. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Beobachtung 2011 eingestellt. Anders sieht es bei den Funkamateuren aus. Neben der intensiven Beschäftigung mit allen technischen Neuerungen bis zum Satellitenfunk und analogen und digitalen Verbindungen bis über 300 GHz, gehört die Nutzung des unteren Frequenzbereichs von 0 – 30 MHz zur DNA des Amateurfunks. Konfrontiert mit den oben erwähnten Einflüssen haben Funkamateure ein wissenschaftlich fundiertes Erfassungssystem entwickelt, welches weiträumig verteilt die Situation auf diesen Frequenzen empfängt und aufzeichnet und das rund um die Uhr.
Die ersten Überlegungen begannen international bereits 2009 und nachdem die Technik entwickelt war, startete der Deutsche Amateurradio Club e.V. (https://www.darc.de) 2018 das Projekt ENAMS (Electrical Noise Area Measurement System) in der ersten Version. Das ENAMS besteht aus mehr als 50 Empfängern, die den gesamten Frequenzbereich von Längstwelle (66 kHz) bis zur Kurzwelle (31 MHz) abtasten, abspeichern und auswerten. Wohlgemerkt nur die Signalstärken, nicht die Inhalte von Aussendungen. Diese Daten stehen der BNetzA, Behörden, Diensten, Wissenschaftlern, Funkamateuren und Interessierten kostenlos zur Verfügung (https://enams.de). Aktuell werden die nächsten 50 Systeme der neuen Version ENAMS 2.0 an die Distrikte im Deutschen Amateur Radio Club und die Mitgliedsverbände in der Internationalen Amateur Radio Union (IARU) ausgeliefert. Der größte Teil der Stationen befindet sich auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, einzelne Stationen findet man in Österreich, Belgien, Frankreich, Neuseeland, Schweiz, Großbritannien und in den USA.
Im DARC-Ortsverband G26 Rureifel befinden sich zwei Geräte beim EMV-Referenten des Distriktes Köln-Aachen, Hans Jürgen Bersch, DL7ATR, die ab November 2026 bei Bedarf von DARC-Mitgliedern für zwei Wochen ausgeliehen werden können, um Störungen der Funkkommunikation zu analysieren. Weitere Informationen zum Ortsverband Rureifel findet man unter https://www.darc.de/g26. Die Mitglieder des Ortsverbandes Rureifel treffen sich jeden ersten Freitag im Monat um 19.00 Uhr im Haus Flora, Laufenstraße 134, 52156 Monschau. An jedem dritten Freitag im Monat findet im Bauernmuseum Lammersdorf um 19:00 Uhr ein Ausbildungs-, Technik- und Vortrags-Treffen statt. Der DARC-Ortsverband G26 Rureifel bietet einen Amateurfunk-Lehrgang zur Vorbereitung auf die Lizenz-Prüfung an. Willkommen sind Interessentinnen und Interessenten aus allen Altersgruppen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wer sich direkt zum Kurs anmelden möchte, wendet sich bitte an Peter Schmücking, E-Mail df3ed@darc.de.
Peter, DF3ED

