Kapitel 9: Betriebsarten, Sendearten, Frequenzen

In diesem Kapitel geht es einerseits um die gesetzlich festgelegten Frequenzbereiche für Funkamateure und andererseits um die Einteilung der Bandbereiche für die verschiedenen Betriebsarten durch die IARU (international amateur radio union).


Inhaltsübersicht zu diesem Kapitel


Betriebsarten, Sendearten, Frequenzen

Die Frequenzbereiche der Amateurfunkbänder sind international durch den Frequenzbereichszuweisungsplan gesetzlich festgelegt. Welche Bereiche daraus in den einzelnen Ländern genutzt werden dürfen, legen die Länder in ihren nationalen Regelungen fest. In Deutschland ist dies der Frequenznutzungsplan. Innerhalb des Frequenznutzungsplans können wiederum Nutzungsbedingungen festgelegt werden, beispielsweise mit welcher Maximalleistung in Abhängigkeit von der Zeugnisklasse gesendet werden darf. Dies ist in der Amateurfunkverordnung (AFuV) festgelegt.


Prüfungsfrage
VA405  Was enthält der "Internationale Frequenzbereichszuweisungsplan"?
Er enthält die Frequenzbereichszuweisungen für alle Funkdienste in den verschiedenen Funkregionen der Erde.
Er enthält nur die Frequenzbereichszuweisung für die kommerziellen Funkdienste in den verschiedenen Funkregionen der Erde.
Er enthält nur die Frequenzbereichszuweisung für die Amateurfunk-Funkdienste in den verschiedenen Funkregionen der Erde.
Er enthält nur die Frequenzbereichszuweisung für die Rundfunkdienste in den verschiedenen Funkregionen der Erde.

Der internationale Frequenzbereichszuweisungsplan (schwieriges Wort) legt also die Frequenzen für alle Funkdienste in den verschiedenen Regionen der Erde fest, nicht nur für den Amateurfunk.


Begriffe

Die ITU(International Telecommunications Union) mit ihren Radio Regulations ist für uns Funkamateure wichtig. Die CEPT regelt das gesamte Post- und Fernmeldewesen. Sie regelt die für den Amateurfunk relevanten Gegenseitigkeitsabkommen. Die IARU ist die International Amateur Radio Union, ein Zusammenschluss aller Amateurfunkvereinigungen.

Die CEPT muss sich an die Radio Regulations der ITU halten, kann aber eigene Verordnungen (in DL Vollzugsordnung für den Funkdienst, VO Funk) über Frequenzbereiche, die Betriebsarten oder die Durchführung des Funkverkehrs erlassen, was nicht in den Radio Regulationsfestgelegt ist. 


Prüfungsfrage
VA409  Darf ein Funkamateur in Deutschland alle in den Radio Regulations (VO Funk) für den Amateurfunkdienst zugewiesenen Frequenzbereiche benutzen?
Ja, weil die internationalen Regelungen auch in Deutschland gelten.
Nein. Die in Deutschland zulässigen Frequenzbereiche ergeben sich aus den nationalen Regelungen.
Ja, wenn der Betrieb bei der Bundesnetzagentur vorher angemeldet wurde.
Nein, es dürfen nur Frequenzen genutzt werden, die durch die CEPT-Empfehlungen umgesetzt wurden.

Kommentar: Die einzelnen Länder können von den internationalen Regelungen wiederum Einschränkungen für das eigene Land festlegen.


Merken Sie sich: Die in Deutschland zulässigen Frequenzbereiche ergeben sich aus den nationalen Regelungen, beziehungsweise: Es dürfen nur Frequenzen genutzt werden, die durch nationale Regelungenumgesetzt wurden.
Im Prüfungsfragenkatalog für das Amateurfunkzeugnis Fachbereich Betriebstechnik und Vorschriften finden Sie die Amateurfunkverordnung (AFuV) und in der Anlage 1 derselben die ausführlichen Nutzungsbedingungen und die ausgewiesenen Frequenzbereiche für den Amateurfunkdienst in Deutschland. Sie sollten diesen Fragenkatalog haben. Schauen Sie dort bitte einmal hinein!


Prüfungsfrage
VE101  Wo sind die ausführlichen Nutzungsbedingungen und die ausgewiesenen Frequenzbereiche für den Amateurfunkdienst in Deutschland zu finden?
In Artikel 5 der VO Funk.
In der Anlage 1 der Amateurfunkverordnung (AFuV).
Im Frequenznutzungsplan.
In der Anlage der Frequenzbereichszuweisungsplan- verordnung (FreqBZPV). 

Tipp: Siehe Anhang 9 im Fragenkatalog!


Prüfungsfrage
VE103  Darf ein Funkamateur in Deutschland alle in der VO Funk für den Amateurfunkdienst zugewiesenen Frequenzbereiche benutzen?
Ja, weil die internationalen Regelungen der VO Funk auch in Deutschland gelten.
Ja, wenn der Betrieb bei der Bundesnetzagentur vorher angemeldet wurde.
Nein. Die in Deutschland zulässigen Frequenzbereiche ergeben sich aus der Frequenznutzungsplanaufstellungsverordnung.
Nein, es dürfen nur Frequenzen genutzt werden, die durch nationale Regelungen umgesetzt wurden.

Begriffe aus der Übertragungstechnik

Signale werden umgeformt, um Sie drahtlos zu übertragen. Dazu wird das Informationssignal moduliert, zum Beispiel in Frequenz- oder Amplituden- modulation umgewandelt. Nun kommt es auf das Signal an, in welcher Betriebsart man es überträgt, beispielsweise in Sprechfunk, in Morsetelegrafie oder in Funkfernschreiben.

  • Modulationsarten sind z.B. Amplitudenmodulation, Frequenzmodulation,
  • Sendearten (Besprechung folgt) sind zum Beispiel A1A, J3E (SSB), F3E und so weiter,
  • Betriebsarten sind zum Beispiel Sprechfunk (z.B. SSB, FM), Morsetelegrafie (CW), Fernschreiben (z.B. RTTY, PSK31), Bildübertragung (SSTV), Digitale Betriebsarten (FSK441, JT65A).  

Die Sendearten

Im Anhang S1 der Radio Regulationsfinden Sie die offiziellen Bezeichnungen der Aussendungen von Sendern, die so genannten Sendearten.  Insgesamt werden die Aussendungen mit einem neunstelligen Code gekennzeichnet, wobei die ersten vier Stellen für die Bandbreite vorgesehen sind, die folgenden drei Stellen geben die eigentliche Sendeart an und dann können noch zwei weitere Stellen für Signaleinzelheiten folgen. Für den Amateurfunk genügen  drei Kennzeichen für die Sendeart.


Der erste Buchstabe bedeutet die Modulationsart.

  • N unmodulierter Träger
  • A Zweiseitenband-AM
  • C Restseitenband
  • J SSB
  • F Frequenzmodulation
  • P Pulsmodulation

Das zweite Zeichen kennzeichnet die Signalart, die den Hauptträger moduliert.

  • 0 kein moduliertes Signal 
  • 1 ein Kanal mit quantisierter oder digitaler Information ohne moduliertem Hilfsträger 
  • 2 ein Kanal mit quantisierter oder digitaler Information mit moduliertem Hilfsträger 
  • 3 Ein Kanal mit analoger Information  

Das dritte Kennzeichen ist für die übertragenen Informationen, also die „Betriebsart“.

  • N keine Information 
  • A Morsetelegrafie CW 
  • B Funkfernschreiben RTTY 
  • C Faksimile FAX 
  • D Datenübertragung, Fernsteuerung 
  • E Sprechfunk 
  • F Fernsehen, Video 

A1A beispielsweise steht für normales Morsen, wobei man den Träger einfach ein- und ausschaltet. Der Träger ändert also seine Amplitude (AM). Es ist eine digitale Information (ein, aus, lang, kurz) und es ist Morsetelegrafie. Man kann Morsetelegrafie auch dadurch übertragen, dass man einen Ton ein- und ausschaltet und diesen Ton (Hilfsträger) dann in Frequenzmodulation überträgt. Das Kennzeichen ist F2A.

F3E ist entsprechend ein frequenzmoduliertes Signal. Es ist als Sprechfunk analog moduliert. Das, was wir im Amateurfunk SSB nennen, ist J3E, also Sprechfunk (E) analog in Einseitenbandmodulation.


Die typischen Bandbreiten in den verschiedenen Sendearten sind

  • A1A  0,1... 0,5 kHz 
  • F1B  0,5 kHz 
  • A3E  5 kHz 
  • F3E  12 kHz 
  • J3E  2,4 kHz

Prüfungsfrage
BB401  Wie wird "Morsetelegrafie, Zweiseitenband, ein einziger Kanal, der quantisierte oder digitale Information enthält, ohne Verwendung eines modulierten Hilfsträgers", bezeichnet?
A1A
NØN
A2A
R3E

Prüfungsfrage
BB402  Wie wird „Frequenzmodulation mit analogen Signalen, für Sprachübertragung“ bezeichnet?
A2A
A3E
F3E
R3E

 


Prüfungsfrage
BB403  Wie wird "Einseitenbandmodulation mit analogen Signalen für Sprachübertragung" (SSB) bezeichnet?  
J2E
J3E
R2A
A1A

Prüfungsfrage
BB404  Wie wird "Morsetelegrafie unter Verwendung eines modulierenden Hilfsträgers" bezeichnet?
A2C
A2B
J2M
A2A

  


Prüfungsfrage
BB405  Wie wird "Fernschreibtelegrafie unter Verwendung eines modulierenden Hilfsträgers" (RTTY) bezeichnet?  
A1B
J2B
F3B
A2C

Prüfungsfrage
BB406  Wie wird "Fernsehen (Video), Restseitenbandübertragung mit analogen Signalen" bezeichnet?
C3F
J3F
F3F
A3F

Prüfungsfrage
BB407  Wie wird die im Amateurfunk verwendete Betriebsart "PACTOR" nach den Vorgaben der Radio Regulations (VO Funk) bezeichnet?
J3A
J3B
F2A
J2B

Prüfungsfrage
VE148  Ist die Betriebsart "Packet-Radio" mit einer Senderausgangsleistung von 20 Watt im 160-m-Amateurfunkband zulässig?  
Nein, Packet-Radio ist im 160-m-Band nicht zugelassen.
Ja, aber nur im Bereich 1832 kHz bis 1835 kHz.
Ja, aber nur wenn eine Frequenz verfügbar ist, auf der kein Sprechfunkverkehr abgewickelt wird.
Nein, weil die IARU dort keinen Frequenzbereich für "Packet-Radio" zugewiesen hat.

Kommentar: Laut Frequenznutzungsplan sind bei 160 m nur A1A (CW), F1B (RTTY) und J3E (SSB) erlaubt. Packet Radio ist aber Datenfunk, meist in FM mit moduliertem Hilfsträger also F2D.

Für die Frequenzbereiche beziehungsweise die zugehörigen Amateurfunkbänder in Meter können Sie zur Probe folgende Formel (siehe Buch Technik) verwenden: f [MHz] = 300 / ? [m]

Bezeichnung und Zuordnung der Frequenzbereiche

Bezeichnung und Zuordnung der Frequenzbereiche für den Amateurfunk

Die Anfangs- und Endfrequenzen der Frequenzbereiche für den Amateurfunk muss ein Funkamateur auswendig kennen. Deshalb werden diese sowohl im Prüfungsfach Betriebstechnik als auch im Prüfungsfach Vorschriften geprüft. Bitte lernen Sie die Anfangs- und Endfrequenzen der in der Tabelle aufgeführten Bänder bis zum 13-cm-Band auswendig und beantworten Sie dann die folgenden Prüfungsfragen.


Prüfungsfrage
BC114  Welchen Frequenzbereich umfasst das 160-m-Amateurfunkband in Deutschland?
3500 - 3800 kHz
1810 - 2000 kHz
135,7 - 137,8 kHz
7000 - 7200 kHz

Prüfungsfrage
BC113  Welchen Frequenzbereich umfasst das 80-m-Amateurfunkband in Deutschland?
1810 - 2000 kHz
7000 - 7200 kHz
3500 - 3800 kHz
135,7 - 137,8 kHz

Prüfungsfrage
BC112  Welchen Frequenzbereich umfasst das 40-m-Amateurfunkband in Deutschland?
10100 - 10150 kHz
3500 - 3800 kHz
14000 - 14350 kHz
7000 - 7200 kHz

Machen Sie weiter im Fragenkatalog mit den Fragen BC110 und BC111. Es werden zwar die Anfangs- und Endfrequenzen der Bänder abgefragt, aber Sie können die richtigen Anfangsfrequenzen mit der Frequenzformel f [MHz] = 300 geteilt durch ? [m] leicht ermitteln.


Prüfungsfrage
BC109  Welchen Frequenzbereich umfasst das 17-m-Amateurfunkband in Deutschland?
24890 - 24990 kHz
14000 - 14350 kHz
18068 - 18168 kHz
21000 - 21450 kHz

Prüfungsfrage
BC108  Welchen Frequenzbereich umfasst das 15-m-Amateurfunkband in Deutschland?
14000 - 14350 kHz
21000 - 21450 kHz
24890 - 24990 kHz
18068 - 18168 kHz

Prüfungsfrage
BC107  Welchen Frequenzbereich umfasst das 12-m-Amateurfunkband in Deutschland?
14000 - 14350 kHz
24890 - 24990 kHz
18068 - 18168 kHz
21000 - 21450 kHz

Prüfungsfrage
BC106  Welchen Frequenzbereich umfasst das 10-m- Amateurfunkband in Deutschland?
24890 - 24990 kHz
18068 - 18168 kHz
28000 - 29700 kHz
21000 - 21450 kHz

Prüfungsfrage
BC105  Welchen Frequenzbereich umfasst das 6-m-Amateur- funkband in Deutschland?
50,08 - 51 MHz
144 - 146 MHz
28 - 29,7 MHz
70 - 70,5 MHz

Prüfungsfrage
BC104  Welchen Frequenzbereich umfasst das 2-m-Amateurfunk- band in Deutschland?
50,08 - 51 MHz
144 - 146 MHz
430 - 440 MHz
70 - 70,5 MHz

Prüfungsfrage
BC103  Welchen Frequenzbereich umfasst das 70-cm-Amateur- funkband in Deutschland?
144 - 146 MHz
50,08 - 51 MHz
430 - 440 MHz
1240 - 1300 MHz

Prüfungsfrage
BC102  Welchen Frequenzbereich umfasst das 23-cm-Amateur- funkband in Deutschland?
5650 - 5850 MHz
2320 - 2450 MHz
3400 - 3475 MHz
1240 - 1300 MHz

Prüfungsfrage
BC101  Welchen Frequenzbereich umfasst das 13-cm-Amateur- funkband in Deutschland?
5650 - 5850 MHz
1240 - 1300 MHz
3400 - 3475 MHz
2320 - 2450 MHz

Der folgende IARU-Region-1-Kurzwellen-Bandplan wurde für Ihre Prüfungs- vorbereitung etwas reduziert. 
IARU Region 1 Kurzwellenbandplan 1,8-10 MHz
IARU-Region 1 KW-Bandplan 10-21 MHz
IARU Region 1 Kurzwellen-Bandplan


Definitionen

  • alle Betriebsarten: CW, Fonie und die Betriebsarten, die bei Aktivitätszentren genannt werden
  • Schmalbandsendearten: alle Betriebsarten mit bis zu 500 Hz Bandbreite, z.B. RTTY, PSK usw.
  • Digimode: alle digitalen Betriebsarten mit der entsprechenden maximalen Bandbreite bmax
  • Bildübertragung: analoge und digitale Betriebsarten mit der entsprechenden maximalen Bandbreite

*) niedrigste einstellbare VFO-Frequenz bei LSB-Betrieb: 1843, 3603, 7043 kHz


Hinweise zum Bandplan

  • Generell gilt „Non-Interference-Basis", also vor dem Belegen einer Frequenz hören, ob sie frei ist!  
  • Telefonie: bis 10 MHz unteres Seitenband (LSB), über 10 MHz oberes Seitenband (USB) verwenden.  
  • Auf den WARC-Bändern (30 m, 17 m, 12 m) ist Kontestbetrieb nicht vorgesehen.  
  • Auf den Bakenfrequenzen ist Sendebetrieb nicht gestattet. Siehe Lektion 8!  

Dies ist ein Plan, wie sich die Funkamateure der internationalen Gemeinschaft (International Amateur Radio Union IARU) in Besprechungen den ihnen zur Verfügung stehenden Frequenzraum so aufteilen, damit sich die Stationen bei den verschiedenen Betriebsarten nicht stören. Früher hat man die Aufteilung des Frequenzraums durch zugelassene Betriebsarten vorgenommen. Durch die modernen digitalen Betriebsarten konnte man den Funkamateuren nicht mehr gerecht werden und man ist dazu übergegangen, die Aufteilung nach Betriebsarten sowie verwendeten Bandbreiten vorzunehmen. 

Den aktuellen Bandplan in Farbe finden Sie hier bei https://www.darc.de/fileadmin/filemounts/gs/redaktion/DARC-Portal/2016/1607/Region_1_Bandplan_2Seiten_farbig_deutsch_01Juni2016.pdf


Machen Sie nun erstmal eine Lernpause im Fach Betriebstechnik und schieben Sie ein Kapitel Technik ein Technik 11


Kapitel 9 Teil 2



Prüfungsfragen zum IARU-Bandplan, Kurzwelle

In der folgenden Prüfungsfrage geht es um die Verbindlichkeit der IARU-Bandpläne. Die Aufteilung der Bänder hat keinen Gesetzes-Charakter. Es kann auch niemand bestraft werden, wenn er sich nicht daran hält. Jedoch würde es unter Umständen zu „chaotischen“ Verhältnissen führen, wenn jeder Funkamateur seine Lieblingssendeart „irgendwo“ in einem Bandabschnitt durchführt, der dafür nicht gedacht ist.

Bitte: Halten Sie sich an die IARU-Bandpläne!


Prüfungsfrage
BC201  Welchen Verbindlichkeitsgrad haben die von der IARU (Internationale Amateur Radio Union) aufgestellten Bandpläne?
Die IARU-Bandpläne haben den Charakter einer Empfehlung. Dennoch kommt eine freiwillige möglichst ausnahmslose Einhaltung der Bandpläne allen Teilnehmern am Amateurfunk zugute.
Die IARU-Bandpläne sind nur in den Ländern oder Regionen mit hoher Amateurfunkstellendichte (z. B. Europa) von praktischem Wert. Dort müssen die Bandpläne grundsätzlich eingehalten werden.
IARU-Bandpläne sind aufgestellte Frequenzraster nur für solche Amateurfunkstellen, die unbesetzt und automatisch betrieben werden, d. h. Relaisfunkstellen, Digipeater und Funkbaken.
IARU-Bandpläne haben den Sinn, für die einzelnen Sendeund Betriebsarten eigene, geschützte Frequenzteilbereiche auszuweisen. Jeder Funkamateur hat sich daher verbindlich an die IARU-Bandpläne zu halten.

Zum IARU-Bandplan gibt es sehr viele Prüfungsfragen. Deshalb soll dieser noch ein wenig interpretiert werden. Früher hatte man praktisch nur die zwei Betriebsarten Telegrafie (CW) und Telefonie (AM und SSB, jetzt praktisch nur noch SSB). Weil die benötigte Bandbreite bei SSB mit 2700 Hz (Tonfrequenzen von 300 bis 3 kHz) mehr als zehnmal so groß ist wie bei CW, wollte man den CW-Stationen einen eigenen Bereich reservieren. Es wurde jeweils der Bandanfang für CW reserviert, beispielsweise 3500 bis 3600 Hz, 7000 bis 7040 kHz und so weiter und darüber war SSB erlaubt.

Als dann die digitalen Betriebsarten dazu kamen, hat man jeweils vom oberen CW-Teil und vom unteren SSB-Teil etwas Frequenzraum „abgezwackt“, zum Beispiel 3580 bis 3620 kHz. Allerdings ist weiterhin Telegrafie (CW) überall gestattet, nur die Betriebsarten mit den höheren Bandbreiten dürfen nicht im reinen CW-Bereich arbeiten.


Prüfungsfrage
BC211  Welche nachstehend aufgeführten Frequenzbereiche des 80-mund des 15-m-Bandes sollen auf Empfehlung der Internationalen Amateur Radio Union bevorzugt nur für Morsetelegrafie genutzt werden?
3580-3620 kHz und 21080-21120 kHz
3500-3600 kHz und 21000-21100 kHz
3500-3580 kHz und 21000-21070 kHz
3500-3540 kHz und 21000-21040 kHz

Prüfungsfrage
BC212  Welcher Frequenzbereich soll im 20-m-Band auf Empfehlung der IARU bevorzugt für SSB genutzt werden?  
14030-14150 kHz
14000-14350 kHz
14112-14350 kHz
14100-14300 kHz

Prüfungsfrage
BC216  Welche Bereiche des 10-m- und des 40-m-Bandes stehen nach den Empfehlungen der International Amateur Radio Unionausschließlich für die Betriebsart Telegrafie zur Verfügung?
28000-28100 kHz und 7000-7050 kHz
28000-28070 kHz und 7000-7035 kHz
28000-28200 kHz und 7000-7070 kHz
28000-28300 kHz und 7000-7080 kHz

Prüfungsfrage
BC217  Welche Bereiche des 15-m-, des 20-m- und des 80-m-Bandes stehen nach den Empfehlungen der International Amateur Radio Union ausschließlich für die Betriebsart Telegrafie zur Verfügung?
21000-21050 kHz, 14000-14080 kHz und 3500-3560 kHz
21000-21070 kHz, 14000-14070 kHz und 3500-3580 kHz
21000-21200 kHz, 14000-14100 kHz und 3500-3600 kHz
21000-21100 kHz, 14000-14050 kHz und 3500-3620 kHz

Für das 30-m-Band (10,1 MHz) finden Sie im Bandplan garkeinen Hinweis für einen SSB-Bereich. Es liegt daran, dass nach der Amateurfunkverordnung in diesem Bereich nur eine maximale Bandbreite von 800 Hertz zugelassen ist.


Prüfungsfrage
BC206  Sie hören eine französische Station auf 10,143 MHz in SSB CQ rufen. Dürfen Sie in SSB antworten?  
Nein, der SSB-Bereich ist von 10,100 bis 10,125 MHz.
Ja, denn wenn dort eine Station in SSB ruft, wird SSB auch für deutsche Stationen erlaubt sein.
Ja, denn in diesem Bandsektor ist SSB grundsätzlich erlaubt.
Nein, denn im 30-m-Band ist für deutsche Stationen nur eine Bandbreite bis 800 Hz erlaubt.

Eine Besonderheit finden Sie im 80-m-Band. Um auch auf diesem relativ „langwelligen“ Band interkontinentalen Funkbetrieb zu ermöglichen, hat man dafür am unteren Bandanfang für CW einen Frequenzbereich von 10 kHz und im oberen Bandende einen von 25 kHz reserviert. Weil DX im 80-m-Band im Sommer nur während der Dunkelheit möglich ist, brauchen diese Frequenzbereiche im Sommer auch nur während der Dunkelheit für DX reserviert zu werden.


Prüfungsfrage
BC214  Aus welchem Grund sollten Sie in der Dunkelheit und im Winter auch tagsüber im Bereich von 3500-3510 kHz keine innerdeutschen oder innereuropäischen Telegrafie-QSOs durchführen?
Im IARU-Region-1-Kurzwellenbandplan ist dieser Bereich für Digimode-Betriebsarten ausgewiesen und sollte von CW-Stationen nicht benutzt werden.
Gemäß Frequenzbereichszuweisungsplan ist dieser Bereich auch kommerziellen Stationen zugewiesen und muss nachts und im Winter freigehalten werden.
Im IARU-Region-1-Kurzwellenbandplan ist dieser Bereich als "CW DX" ausgewiesen und sollte für interkontinentale Verbindungen freigehalten werden.
Weil dieser Bereich im Ausland auch für Rundfunkstationen ausgewiesen ist und daher nachts und im Winter durch den Amateurfunkdienst nicht genutzt werden darf.

Prüfungsfrage
BC215  Aus welchem Grund sollten Sie in der Dunkelheit und im Winter auch tagsüber im Bereich von 3775-3800 kHz keine innerdeutschen oder innereuropäischen SSB-QSOs durchführen?
Im IARU-Region-1-Kurzwellenbandplan ist dieser Bereich als „Fonie-DX“ ausgewiesen und sollte für DX-Verbindungen freigehalten werden.
Gemäß Frequenzbereichszuweisungsplan ist dieser Bereich auch kommerziellen Stationen zugewiesen und muss nachts und im Winter freigehalten werden.
Im IARU-Region-1-Kurzwellenbandplan ist dieser Bereich für DigimodeBetriebsarten ausgewiesen und sollte von SSB-Stationen nicht benutzt werden.
Weil dieser Bereich im Ausland auch für Rundfunkstationen ausgewiesen ist und daher nachts und im Winter durch den Amateurfunkdienst nicht genutzt werden darf.

Im IARU-Bandplan gibt es den Begriff Aktivitätszentrum QRP. QRP kennen Sie von den Q-Gruppen her und bedeutet „kleine Leistung“. Es sind bei Kurzwelle Stationen mit weniger als 10 Watt  (bei manchen Kontesten auf 5 Watt begrenzt) Leistung gemeint. Mit solch geringen Leistungen erzeugt man auch nur geringe Feldstärken auf der Empfängerseite. Damit diese Stationen nicht überhört werden und von starken Stationen dann „übertönt“ werden, hat man ihnen einen eigenen Frequenzraum zugestanden.

Es ist kein reservierter Frequenzbereich. Er kann und darf auch von anderen Stationen benutzt werden. Aber auch hier gilt: Rücksicht. Antworten Sie bitte auf solche CQ-Rufe, auch wenn Sie einen Sender mit einer hohen Leistung verwenden! Der Funkfreund freut sich sicher, wenn er gehört wird und ihm jemand antwortet. Um sich beim CQ-Ruf bemerkbar zu machen, verwenden diese QRP-Stationen gelegentlich das Anhängsel „/QRP“ bei Telegrafie, zum Beispiel „CQ DE DJ4UF/QRP“. Dieses Anhängsel /qrp wird übrigens von der Behörde geduldet, auch wenn es nicht zu den offiziell zugelassenen Anhängseln wie /p oder /m gehört.

Es gibt weitere Aktivitätszentren. Sie finden beispielsweise das Aktivitätszentrum Bildübertragung und das Aktivitätszentrum Notfunk. Auch hier gilt: Rücksichtnahme! 

Nur im Amateurfunk wird bei SSB auch das untere Seitenband auf einigen Bändern benutzt. Dies hat historische Gründe. SSB ist von den Funkamateuren erfunden worden. Weil man zur Unterdrückung eines Seitenbandes die Filtermethode verwendete (Siehe Amateurfunklehrgang TECHNIK) und solch ein Filter sehr aufwändig und teuer war, hat man das Filter für eine Frequenz von 9 MHz für das obere Seitenband gebaut und dieses Signal dann mit 5 bis 5,5 MHz (VFO) gemischt. Dadurch erzeugte man die Frequenzen 14 bis 14,5 MHz (Summe) und 3,5 bis 4 MHz (Differenz von 9 und 5…5,5). Beim Mischen nach „oben“ (14 MHz) bleibt das Seitenband erhalten, aber beim Mischen nach „unten“ (3,5 MHz) wird das Seitenband vertauscht (gedreht). Traditionell ist man bei dieser Aufteilung geblieben:

  • Untere Bänder – unteres Seitenband,
  • obere Bänder – oberes Seitenband.

Als Grenze für den Wechsel hat man willkürlich 10 MHz festgelegt.


Prüfungsfrage
BC209  Welches Seitenband wird bei SSBBetrieb im 80-m-Band in der Regel benutzt?
Um den Nachteil der relativ niedrigen Sendefrequenz des 80-m-Bandes auszugleichen, wird das obere Seitenband benutzt.
Im Europaverkehr wird das untere, sonst im Weitverkehr (so genannter DXVerkehr) wird das obere Seitenband benutzt.
In der Regel wird im 80-m-Band das untere Seitenband benutzt.
In der unteren Bandhälfte (d. h. zwischen 3500 und 3650 kHz) das untere Seitenband, in der oberen Bandhälfte (d. h. zwischen 3650 und 3800 kHz) das obere Seitenband.

Prüfungsfrage
BC210  Welches Seitenband wird bei SSBBetrieb im 20-m-Band in der Regel benutzt?
In der Regel wird im 20-m-Band das obere Seitenband benutzt.   
B Im Europaverkehr wird das untere, sonst im Weitverkehr (so genannter DXVerkehr) wird das obere Seitenband benutzt.
Um den Nachteil der relativ niedrigen Sendefrequenz des 20-m-Bandes auszugleichen, wird das untere Seitenband benutzt.
In der unteren Bandhälfte das untere Seitenband, in der oberen Bandhälfte das obere Seitenband.

Unter Digimode versteht man alle digitalen Betriebsarten, zum Beispiel RTTY, PSK31, Pactor, denen man in heutiger Zeit auch einen geschützten Arbeitsbereich zugewiesen hat. Er ist abhängig von der benötigten Bandbreite. Dies bedeutet auch umgekehrt, dass die digitalen Betriebsarten nicht in anderen Frequenzbereichen stattfinden sollen, um Störungen zu vermeiden. Hinzu kommt, dass von SSB-Stationen digitale Betriebsarten häufig nicht erkannt werden.


Prüfungsfrage
BC213  Wie gehen Sie vor, wenn Sie auf Kurzwelle Funkbetrieb in einer neuen digitalen Betriebsart machen wollen?
Ich sende auf den Frequenzen, die für das internationale Bakenprojekt (IBP) reserviert sind.
Ich verabrede mich mit meinem Funkpartner auf einer beliebigen freien Frequenz.
Ich verwende eine Frequenz jeweils in den ersten 30 kHz vom Bandanfang.
Ich schaue im aktuellen HF-Bandplan der IARU nach, in welchen Frequenzbereichen bevorzugt Funkverkehr in digitalen Betriebsarten stattfinden soll.

IARU-Bandplan 2-m-Band (Auszug)

EME (CW, SSB) 144,000 – 144,035 MHz
Telegrafie 144,035 – 144,150 MHz
Telefonie, Telegrafie 144,150 – 144,400 MHz
Internationale Anruffrequenz    144,300 MHz
Bakenbereich *) 144,400 – 144,490 MHz
FM-Simplex 145,2125 – 145,5875 MHz
Relaiseingabe (-0,6 MHz) 145,000 – 145,1875 MHz
Relaisausgabe 145,600 – 145,7875 MHz
Satellitenbereich 145,800 – 146,000 MHz

*) Kein Sendebetrieb im Bakenbereich!


IARU-Bandplan 70-cm-Band (Auszug)

EME432,000 – 432,025 MHz
Telegrafie432,000 – 432,150 MHz
Telefonie, Telegrafie432,150 – 432,500 MHz
Bakenbereich *)432,800 – 432,990 MHz
FM-Simplex430,0125–430,3875 MHz
433,050 – 434,775 MHz
Relaiseingabe (-7,6 MHz)430,950 – 431,825 MHz
Relaisausgabe (Duplex)438,550 – 439,525 MHz
Satellitenbereich435,000 – 438,000 MHz
Digipeater Eingabe (-7,6 MHz)430,700 – 430,925 MHz
Digipeater Ausgabe (Duplex 7,6)  438,200 – 438,525 MHz
Digipeater Eingabe (-7,6 MHz)430,400 – 430,575 MHz
Digipeater Ausgabe (Duplex 9,4)  439,800 – 439,975 MHz

*) Kein Sendebetrieb im Bakenbereich!


Der komplette Bandplan ist viel detaillierter. Es wurde hier nur ein Auszug dargestellt, der für die Prüfung von Bedeutung ist. Es bleibt Ihnen nicht erspart, sich ein paar Frequenzbereiche für die Prüfung zu merken. Für die Praxis holen Sie sich später bei Bedarf den aktuellen Bandplan in Farbe von der DARC-Website http://www.darc.de.

Es gibt in dem ausführlichen Bandplan Frequenzbereiche für die Betriebsarten RTTY, FAX, SSTV, PSK31, FSK441, JT65, Digital Schmalband, Echolink, NBFM, Duplex-Digipeater mit 9,4 MHz Ablage, Simplex-Digipeater, ATV-Ton, TX-Funkruf. Es gibt definierte Anruffrequenzen (Zentrum der Aktivität) und so weiter.

Schauen Sie sich einmal ganz in Ruhe diesen Auszug aus dem Bandplan für das 2-m-Band und dann für das 70-cm-Band an. Sie erkennen für beide Bänder Frequenzbereiche für Telegrafie allein, für Telegrafie und Telefonie, je einen Baken- und einen Satellitenbereich, Relaiseingabe und Relaisausgabe und den EME-Bereich für Funkverbindungen über Reflexion an der Mondoberfläche.

Digipeater für Packet Radio befinden sich nur noch im 70-cm-Band. Nehmen Sie sich nun die folgenden Prüfungsfragen vor und lernen Sie durch Beantwortung dieser Fragen die Frequenzbereiche auswendig, die für die Prüfung gebraucht werden.


Prüfungsfrage
BC203  Auf welcher Frequenz würden Sie im 2-Meter-Band ein Telefonie-QSO führen und zwar 1. in SSB und 2. in FM?
SSB: 144,250 MHz, FM: 145,450 MHz
SSB: 144,250 MHz, FM: 144,450 MHz
SSB: 144,300 MHz, FM: 145,050 MHz
SSB: 145,250 MHz, FM: 144,350 MHz

Wie finde ich eine für mich richtige Frequenz? Ganz allgemein gilt im Amateurfunk: Man suche sich nach dem IARU-Bandplan eine freie Frequenz und ruft dort CQ. Wer das so macht, dem „gehört“ die Frequenz solange, bis er den Funkbetrieb dort einstellt. Dies bedeutet auch: Wenn eine Funkverbindung beendet ist, darf derjenige, dem diese Frequenz „gehört“ (der also zuerst dort war) wieder CQ rufen.

Möchten Sie nun als Dritter mit der zweiten Station ein Gespräch führen, rufen Sie auf der Frequenz kurz herein und bitten die Station auf eine andere Frequenz zu kommen. Gut ist es, wenn Sie vorher schon eine freie Frequenz gesucht haben und diese gleich vorschlagen können.


Prüfungsfrage
BC207  Sie möchten im 2-m-Band ein SSB QSO führen. Wie verhalten Sie sich?
Ich suche eine freie Frequenz irgendwo im 2-m-Band und rufe „CQ“.
Ich suche eine freie Frequenz in dem nach den IARU-Bandplänen für SSB empfohlenen Frequenzbereich im 2-mBand und rufe „CQ“.
Ich suche eine freie Frequenz im FMSimplex-Bereich und rufe „CQ“.
Ich suche eine freie Frequenz unterhalb von 144,150 MHz und rufe „CQ“. 

Ausnahmen von diesem „Frequenzbesitz“ sind zum Beispiel die Anruffrequenzen. Weil im VHF-/UHF-Bereich mit Richtantennen gearbeitet wird und man nicht ständig das Band absuchen möchte, um eine CQ rufende
Station zu finden, hat man eine allgemeine Anruffrequenz deklariert. Auf dem 2-m-Band ist dies für SSB die Frequenz 144,300 MHz. Hier läuft der Funkbetrieb folgendermaßen ab.

Ist die Frequenz 144,300 MHz frei, rufen Sie dort CQ. Sobald eine Station auf Ihren CQ-Ruf antwortet, schlagen Sie sofort eine Ausweichfrequenz vor, hören auf die Bestätigung der anrufenden Station, wechseln auf die neue Frequenz und rufen die Station dann dort. Tipp: Nehmen Sie als Ausweichfrequenz nicht einfach nur fünf oder zehn Kilohertz neben der Anruffrequenz, sondern möglichst eine Frequenz etwas weiter entfernt und vielleicht auch nicht eine „glatte“ Frequenz, weil dies viele tun und deshalb dort schon ein anderes QSO laufen könnte. Siehe hierzu auch Lektion 11!


Prüfungsfrage
BC205  Welches ist die internationale Anruffrequenz für SSB im 2-m-Band?
145,300 MHz
144,300 MHz
144,500 MHz
144,000 MHz

Prüfungsfrage
BC204  Sie rufen auf der Frequenz 144,300 MHz CQ und erhalten einen Anruf. Was tun Sie als nächstes?
Ich gebe zunächst einen Rapport und den Standortkenner durch.
Ich schlage der anrufenden Station QSY vor, warte auf die Bestätigung und wechsle die Frequenz.
Ich gebe zunächst die wichtigsten QSO-Daten durch. Wenn ein längeres Gespräch geführt werden soll, schlage ich Frequenzwechsel vor.
Ich frage die Gegenstation, ob sie eine andere Station auf der Frequenz hört. Wenn nicht, tauschen wir auf dieser Frequenz die Daten aus.

Im 2-m-Band sind 200 kHz (welche?) und im 70-cm-Band sogar 3 MHz (welche?) als Arbeitsbereich für den Satellitenfunkbetrieb reserviert. Auch im 23-cm-Band und im 10-m-Band gibt es Satellitenbereiche, auf die hier nicht näher eingegangen wird, weil sie in der Prüfung nicht abgefragt werden.

Beim Funkbetrieb über Amateurfunksatelliten sendet man entweder im 23-cm-, im 70-c- moder im 2-m-Band „nach oben“ (Uplink) und empfängt das Signal entweder im 70-cm-Band, im 2-m-Band oder im 10m-Band (Downlink). Mehr dazu in Lektion 11! Hier geht es nur um Frequenzbereiche.


Prüfungsfrage
BC218  In welchen Bereichen des 2-m- und 70-cm-Bandes arbeiten Amateurfunksatelliten?
Im 2-m-Band auf 145,800-146,000 MHz, im 70-cm-Band auf 433,000-435,000 MHz
Im 2-m-Band auf 145,300-146,500 MHz, im 70-cm-Band auf 438,000-440,000 MHz
Im 2-m-Band auf 144,800-145,000 MHz, im 70-cm-Band auf 435,000-438,000 MHz
Im 2-m-Band auf 145,800-146,000 MHz, im 70-cm-Band auf 435,000-438,000 MHz

Prüfungsfrage
BC202  Dürfen Sie im Bereich 145,800 ... 146,000 MHz lokalen Funkverkehr abwickeln?
Nein, weil ich dann die Amateurfunkbaken stören würde, die in diesem Bereich arbeiten.
Nein, weil ich dann den Amateurfunkdienst über Satelliten stören würde, der in diesem Bereich arbeitet.
Ja, denn die beim lokalen Funkverkehr angewandten Sendeleistungen und Antennengewinne sind zu gering, um den in diesem Bereich angesiedelten Amateurfunkdienst über Satelliten zu stören.
Ja, ich darf in diesem Bereich immer arbeiten, wenn ich den dort ansässigen Amateurfunkverkehr nur gering störe.

Tief fliegende Satelliten umkreisen die Erde in wenigen hundert Kilometer Höhe. Wenn ein solcher Satellit in den Sichtbarkeitsbereich kommt, ist er nicht nur sehr gut zu hören, sondern kann auch schwächste Signale (sogar von Handfunkgeräten) empfangen.

Wenn Sie nun mit Ihrem Funkfreund in diesem Frequenzbereich ein QSO führen würden und der Satellit taucht auf, würde er Ihre Funksignale auffangen und auf einem anderen Band wieder aussenden, ohne dass Sie dies merken. Damit könnten Sie ungewollt den Satellitenfunkbetrieb stören. Also meiden Sie diesen Frequenzbereich für den Normalfunkbetrieb in jedem Fall.


Prüfungsfrage
BC208  Ist die Annahme richtig, dass man in den Satellitenbereichen z.B. des 2-m- oder 70-cm-Bandes mit einem Handfunkgerät lokalen Funkverkehr in F3E (FM) abwickeln kann, weil die Reichweite zu gering ist, einen Satelliten zu stören?
Nein, weil besonders niedrig fliegende Amateurfunksatelliten wegen der hindernisfreien direkten "Sichtverbindung" zu Ihnen sehr stark stören könnten.
Ja, weil Amateurfunksatelliten dadurch nicht gestört werden.
Ja, weil Amateurfunksatelliten in anderen als den benutzten Frequenzbereichen arbeiten und deshalb trotz der direkten "Sichtverbindung" nicht gestört werden.
Nein, weil besonders die niedrig fliegenden Amateurfunksatelliten wegen der hindernisfreien direkten "Sichtverbindung" sehr stark gestört würden.

Weitere besondere Frequenzbereiche, die Sie sich genauer ansehen sollten, sind die Bereiche für Baken, in denen nicht gesendet werden darf. Mehr dazu in den folgenden Abschnitten!


Frequenznutzungsplan

Während Sie auf den vorigen Seiten die Frequenzen aus der Sicht der Betriebstechnik gelernt haben, wird hier der Frequenznutzungsplan aus der Sicht der Vorschriften noch einmal betrachtet. Vieles wiederholt sich. Jedoch müssen Sie zusätzlich die für die einzelnen Klassen erlaubten Leistungen und auch die in den Bändern erlaubten Betriebsarten in ihren Kurzbezeichnungen lernen. Im Prinzip ist es die komplette Tabelle in Anlage 1 der AFuV „Nutzungsbedingungen für die im Frequenznutzungsplan ausgewiesenen Frequenzbereiche“. Merken Sie sich bitte, wo diese Nutzungsbedingungen zu finden sind, also: Anlage 1 der AFuV.


Prüfungsfrage
VD104  Wo sind die Nutzungsbestimmungen, die maximal zulässigen Sender- bzw. Strahlungsleistungen und die erlaubten Frequenzbereiche für den Amateurfunkdienst und den Amateurfunkdienst über Satelliten zu finden?
Im Telekommunikationsgesetz (TKG).
Im Gesetz über den Amateurfunk (AFuG).
In der Anlage 1 der Amateurfunkverordnung (AFuV).
In der Frequenzzuteilungsverordnung (FreqZutV).

Prüfungsfrage
VD105  Welche der genannten Bestimmungen enthält Regelungen darüber, welche Frequenzbereiche der Inhaber einer Amateurfunkzulassung entsprechend seiner Zeugnisklasse benutzen darf?
Der internationale Frequenzbereichszuweisungsplan in Artikel 5 der VO Funk.
Die Anlage 1 der Amateurfunkverordnung (AFuV).
Das Gesetz über den Amateurfunk (AFuG).
Die Anlage der Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung (FreqBZPV).

Prüfungsfrage
VE101  Wo sind die ausführlichen Nutzungsbedingungen und die ausgewiesenen Frequenzbereiche für den Amateurfunkdienst in Deutschland zu finden?
In Artikel 5 der VO Funk.
In der Anlage 1 der Amateurfunkverordnung (AFuV).
Im Frequenznutzungsplan.
In der Anlage der Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung (FreqBZPV).

Prüfungsfrage
VE102  Wo sind Einzelheiten über die Aufteilung und Nutzung der Frequenzbereiche in Deutschland zu finden?  
In Artikel 5 der VO Funk.
In der Anlage 1 der Amateurfunkverordnung (AFuV). 
Im Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Geräten.
Im Frequenznutzungsplan und im Frequenzbereichszuweisungsplan.

Weiter unten finden Sie die tabellarische Übersicht des für den Amateurfunkdienst gültigen Frequenznutzungsplans aus der Anlage 1 der AFuV wegen seiner Wichtigkeit noch einmal abgedruckt. Bitte schauen Sie sich diesen nicht nur an, sondern beginnen Sie, diesen auswendig zu lernen. Sie müssen aus der Spalte 2 die Frequenzbereiche bis laufende Nummer 19 sowie 22 und 23 auswendig können.

Lernen Sie dazu die in den Spalten 4 und 5 genannten Leistungen in Bezug auf die AFu-Zeugnisklasse auswendig. Achten Sie darauf, ob ERP oder PEP angegeben ist.

Schauen Sie sich in Spalte 3 an, in welchen Frequenzbereichen der Amateurfunk primären und in welchen er sekundären Status hat und in Spalte 6, welche zusätzlichen Nutzungsbestimmungen (z.B. maximale Bandbreite) angegeben sind.

Frequenznutzungsplan

Tabelle: Nutzungsbedingungen für die im Frequenznutzungsplan für den Amateurfunk ausgewiesenen Frequenzbereiche

*) Der in der Spalte 3 angeführte Status kann primär (P) oder sekundär (S) sein.

Die in der Spalte 6 angeführten besonderen Nutzungsbedingungen betreffen vor allem die nutzbare Bandbreite. Eine ausführliche Erläuterung finden Sie im Fragenkatalog der Prüfungsfragen „Betriebliche Kenntnisse und Kenntnis von Vorschriften“ der BNetzA.
! Bitte Zeile 6a streichen und bei Zeile 6 den Frequenzbereich auf 7200 erweitern. Die Beschränkungen wurden mit Amtsverfügung vom 16.12. 2009 aufgehoben.

Nun folgen fünfzig (!) Prüfungsfragen zu diesem Thema.


Prüfungsfrage
VE104 bis VE117 
Welche Antwort enthält die richtige Anfangs- und Endfrequenz eines für den Amateurfunkdienst in Deutschland ausgewiesenen Frequenzbereichs (XXX-m-Amateurfunkband)?  

Bei XXX im Aufgabentext wird das entsprechende Band eingetragen. Zur Lösung der 14 Prüfungsfragen füllen Sie nun bitte (auswendig!) die folgende Tabelle aus.

Nun folgen die Frequenzbereiche mit den Einschränkungen für Klasse E für Kurzwelle (VE119) und VHF/UHF/SHF (VE118). Ebenfalls auswendig lernen!  


Prüfungsfrage:
VE119  Welche Antwort enthält nur Frequenzbereiche, die auch von Rufzeicheninhabern der Klasse E genutzt werden dürfen? 

Richtige Lösung:  1810 – 2000 kHz,  3500 – 3800 kHz, 21000 – 21450 kHz und 28000 – 29700 kHz


Prüfungsfrage:
VE118  Welche Antwort enthält nur Frequenzbereiche, die auch von Rufzeicheninhabern der Klasse E genutzt werden dürfen?   

Richtige Lösung:  144 – 146 MHz,  430 – 440 MHz und 10 – 10,5 GHz

In den folgenden Prüfungsfragen geht es um den Status. Schauen Sie in die Frequenztabelle Spalte 5 weiter oben und beantworten Sie dann die folgenden Prüfungsfragen wiederum durch Eintragen der Frequenzbereiche in die folgende Tabelle.


Prüfungsfrage:
VE126 bis VE141  Was gilt für die Rufzeicheninhaber der Klassen A und E im Frequenzbereich XXX kHz?


VE120 bis VE125 
In welchem der genannten Frequenzbereiche hat der Amateurfunkdienst primären Status?

Bei den folgenden Prüfungsfragen geht es um die zulässige Bandbreite. Die gesetzlich zulässigen Bandbreiten schauen Sie bitte im Fragenkatalog Betriebstechnik in der Anlage 1 Tabelle Spalte 6 noch einmal nach!

Tippsfür die folgenden Prüfungsfragen:

  • In den Kurzwellen-Bereichen 135,7-137,8 kHz und 10100-10150 kHz beträgt die zulässige maximale Bandbreite nur 800 Hz und im 10-m-Band (28000-29700 kHz) gibt es für AM einen Bereich mit 7 kHz zulässiger Bandbreite.
  • Im 2-m-Band (144-146 MHz) gibt es einen Bereich mit bis zu 40 kHz zulässiger Bandbreite.
  • Im 70-cm-Band (430-440 MHz) beträgt die maximal zulässige belegte Bandbreite einer Aussendung 2 MHz bzw. für amplitudenmodulierte Fernsehaussendungen 7 MHz (Mega!)

Prüfungsfrage
VE142  In welchen Amateurfunkfrequenzbereichen beträgt die maximal zulässige belegte Bandbreite einer Aussendung 800 Hz?
1810-2000 kHz und 3500-3800 kHz
135,7-137,8 kHz und 10100-10150 kHz
7000-7100 kHz und 14000-14350 kHz
18068-18168 kHz und 24890-24990 kHz

Prüfungsfrage
VE143  In welchen Amateurfunkfrequenzbereichen beträgt die maximal zulässige belegte Bandbreite einer Aussendung 2,7 kHz?
10100-10150 kHz und 18068-18168 kHz
135,7-137,8 kHz und 1810-1850 kHz
1810-2000 kHz und 3500-3800 kHz
21000-21450 kHz und 28000-29700 kHz

Prüfungsfrage
VE144  In welchen Amateurfunkfrequenzbereichen beträgt die maximal zulässige belegte Bandbreite einer Aussendung 2,7 kHz?
135,7-137,8 kHz und 1810-1850 kHz
10100-10150 kHz und 18068-18168 kHz
21000-21450 kHz und 28000-29700 kHz
7000–7200 kHz und 14000-14350 kHz

Prüfungsfrage
VE145  In welchem Amateurfunkfrequenzbereich beträgt die maximal zulässige belegte Bandbreite einer Aussendung 7 kHz?
28000-29700 kHz
14000-14350 kHz
21000-21450 kHz
10100-10150 kHz

Prüfungsfrage
VE146  In welchem Amateurfunkfrequenzbereich beträgt die maximal zulässige belegte Bandbreite einer Aussendung 40 kHz?
430-440 MHz
1240-1300 MHz
28,0-29,7 MHz
144-146 MHz

 


Prüfungsfrage
VE147  In welchem Amateurfunkfrequenzbereich beträgt die maximal zulässige belegte Bandbreite einer Aussendung 2 MHz bzw. für amplitudenmodulierte Fernsehaussendungen 7 MHz?
2320-2450 MHz
3400-3475 MHz
430-440 MHz
10,0-10,5 GHz

Status

Zur Spalte 3 (Status) obiger Tabelle gibt es folgende Prüfungsfragen. In der Tabelle steht P für primär und S für sekundär. Primär bedeutet, dass wir Funkamateure diesen bereich für uns allein haben. Sekundär bedeutet, dass kommerzielle Stationen diesen Bereich oder Teile dieses Bereiches mitbenutzen und Funkamateure den Funkverkehr nicht stören dürfen. Auf Rechtsdeutsch wird dies so ausgedrückt wie die Antwort A in folgender Prüfungsfrage.


Prüfungsfrage
VE149  Welche Aussage ist richtig?
Der Sekundärfunkdienst hat im Störungsfall gegenüber einem Primärfunkdienst eingeschränkte Nutzungsrechte. 
Eine Funkstelle des Sekundärfunkdienstes muss vor Betriebsaufnahme durch eine Selbsterklärung die Störsicherheit erklären.
Bei einem Sekundärfunkdienst handelt es sich um eine nicht kommerzielle Funknutzung.
Der Sekundärfunkdienst hat Vorrang, wenn er zuerst auf Sendung war.

Prüfungsfrage
VE151  Was besagt der Hinweis, dass der Frequenzbereich 433,05 434,79 MHz als ISM-Frequenzbereich zugewiesen ist? 
Dieser Frequenzbereich wird für internationale Satellitenmessungen verwendet; hierdurch kann es zu Störungen im normalen Funkverkehr kommen.
Dieser Frequenzbereich wird für industrielle, wissenschaftliche, medizinische, häusliche oder ähnliche Anwendungen mitbenutzt.
Dieser Frequenzbereich wird für industrielle Sender in Maschinen benutzt und ist für den Amateurfunkverkehr nur auf sekundärer Basis zugelassen.
Dieser Frequenzbereich wird von ISM-Geräten genutzt. Die Sendeleistungen im Amateurfunkdienst sind in diesem Frequenzbereich zu reduzieren.

Prüfungsfrage
VE152  Darf ein Funkamateur mit seinem Amateurfunkgerät Funkverkehr im CB-Funk-Bereich durchführen?
Ja. Der Funkamateur ist auf Grund seines technischen Wissens in der Lage, das Amateurfunkgerät so einzustellen, dass die technischen Vorschriften für CB-Funkgeräte eingehalten werden.
Nur dann, wenn er außer dem Amateurfunkrufzeichen auch eine Genehmigung zum Betrieb von CB-Funkgeräten besitzt.
Ja, aber nur, wenn er unter Benutzung seines Amateurfunkrufzeichens die Sendeleistung auf 4 Watt begrenzt.
Nein. CB-Funkverkehr darf nur mit speziell für diesen Frequenzbereich hergestellten Geräten durchgeführt werden, für die eine Konformitätsbewertung oder Zulassung vorliegt.

Wichtig: Schauen Sie sich noch einmal die Prüfungsfrage VF105 an! 

Außerhalb des Amateurfunks dürfen nur zugelassene Geräte oder konformitätsbewertete Geräte benutzt werden. Nur wir Funkamateure dürfen Funkgeräte selber bauen und im Amateurfunk-Frequenzbereich in Betrieb nehmen.


Prüfungsfrage
VE153  Ein Funkamateur ist auch Inhaber einer Frequenzzuteilung für den Betriebsfunk. Darf er anstatt eines zugelassenen Betriebsfunkgerätes auch ein Amateurfunkgerät auf der Betriebsfunkfrequenz betreiben?
Ja, aber nur, wenn der Funkamateur festgestellt hat, dass das scheinbar baugleiche Gerät den Zulassungsvorschriften entspricht.
Ja, aber nur, wenn der Funkamateur festgestellt hat, dass die Senderausgangsleistung nicht höher ist als bei dem Betriebsfunkgerät.
Nein, weil in der Regel die Senderausgangsleistung sowie der Frequenzhub des Amateurfunkgerätes nicht den Zuteilungsparametern des Betriebsfunks entsprechen.
Nein. Außerhalb des Amateurfunks dürfen nur zugelassene Geräte oder konformitätsbewertete Geräte benutzt werden.

Kleiner Trost

Dies war wohl das schwierigste Kapitel im Bereich Betriebstechnik und Vorschriften. Die folgenden Kapitel werden etwas interessanter. Es geht darin mehr um die Praxis, also die reine Betriebstechnik.

Aber, vernachlässigen Sie die Vorschriften nicht! Es hat sich gezeigt, dass bei der Prüfung gerade in diesem Fach die meisten Fehler gemacht werden.


Viel Erfolg beim Lehrgang wünscht Ihnen Eckart Moltrecht DJ4UF!

Machen Sie nun weiter mit Technik 12


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Copyright-Hinweis:
Eckart K. W. Moltrecht Dieser DARC-Online-Lehrgang wurde mit freundlicher Genehmigung des Autors Eckart K. W. Moltrecht aus seinen Büchern "Amateurfunk-Lehrgang für das Amateurfunkzeugnis" aus dem VTH-Verlag für das Internet umgewandelt. Das Copyright liegt beim Autor und beim Verlag. Mehr über den Autor!
Copyright Eckart K. W. Moltrecht Die Darstellung auch nur von Auszügen oder Zeichnungen oder Fotos im Internet ist untersagt. Für die private Verwendung können Sie gern eine Genehmigung beim Autor erhalten. Schreiben Sie eine E-Mail an eckart.moltrecht(at)gmail.com!

Letzte Bearbeitung: 06.11.2016 DK2DQ, 31.05.2017 DJ4UF
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