Der Notfunkreferent im Distrikt Franken


Jochen Wahlen, DH1NBC
(B18)

Telefon:  0931 61950018
E-Mail:   dh1nbc<at>darc.de

Warum Not- und Katastrophenfunk?


Die Welt ist nicht vor Katastrophen gefeit, wie viele Ereignisse auch in jüngerer Vergangenheit zeigen.
Ob Naturgewalten und Extremwetter, technisch begründete Ausfälle oder Cyberangriffe: Alle können
empfindlich Kommunikation oder Alltagsabläufe in einem Industrieland stören.

Der Amateurfunk kann mit seinen technischen Möglichkeiten Hilfeleistung in solchen Szenarien vorhalten,
in denen Kommunikationswege nur noch eingeschränkt oder nicht mehr nutzbar sind. Eigene analoge und
digitale Funknetze, deren Unabhängigkeit von regulärer Versorgung sowie geübte Anwender für diese Art
Einsätze können Bedarfsträgern wertvolle Dienste leisten.

Wir als lizenzierte Funkamateure sehen es - neben der satzungsgemäßen - auch als gesellschaftliche Pflicht
an, in Notlagen unser Know-how der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Da dies effektiv und verlässlich
erfolgen soll, bedarf es Koordination und Übung. Das Notfunkreferat des DARC Distrikts Franken arbeitet
genau an diesen, sich gegenseitig bedingenden Punkten.


Wo können wir helfen?


Wir unterscheiden verschiedene Szenarien, von denen je nach Lage und Auftragserteilung der Amateurfunk
wirksam werden kann. Die Priorität liegt dabei auf der Bereitstellung der Kommunikation zwischen der
Bezirksregierung und den Kreisverwaltungsbehörden.

1.  Bereitstellung von Kommunikationsmöglichkeiten zwischen der Bezirksregierung (Oberfranken
     Bayreuth, Mittelfranken Ansbach, Unterfranken Würzburg) und den jeweiligen Kreisverwaltungs-
     behörden im Bezirk, also Landratsämtern und Rathäusern der kreisfreien Städte. Basis hierfür sind
     Gespräche, welche zwischen Notfunkreferat und Bezirksregierung sowie einigen Kreisverwaltungs-
     behörden geführt wurden.

2.  Bereitstellung von Kommunikationsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Einheiten der Behörden
     und Organisationen für Sicherheitsaufgaben einer Region. Basis hierfür sind Gespräche, welche mit
     den BOS lokal geführt werden.

3.  Bereitstellung von Kommunikationsmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung, sei es zur Anforderung
     von Hilfe oder sei es für die Übermittlung privater Nachrichten ("welfare traffic").

4.  Funkverkehr zur Unterstützung von Behörden oder der Bevölkerung außerhalb unseres Distrikts,
     hierunter fällt auch der internationale Funkverkehr.

Diese Reihenfolge stellt also gleichzeitig die Priorität für den Fall dar, dass mehrere Anforderungen gleich-
zeitig bestehen. Je nach Gesamtlage kann dies ggf. bedeuten, dass untere Prioritäten (2.-4.) nicht mehr bedient
werden können.


Wie kann ich mich einbringen?


Lizenzierte Funkamateure sind technisch versiert, weltoffen und haben das Gemeinwohl im Blick. Auf
dieser Grundlage wird das Wissen gerne der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt, Hilfe in Notfällen ist
Ehrensache. Grundlagen für die Arbeit im Not- und Katastrophenfunk sind: Übung und Ausbildung für
die Sicherheit und Ruhe sowie Verantwortungsbewusstsein und Verlässlichkeit. Für alle Szenarien ist es
wichtig, die eigene Ausrüstung und netzunabhängige Versorgung regelmäßig selbstständig zu überprüfen.

Jeder Funkamateur kann im Notfall seinen Beitrag leisten. Wer Interesse hat und informiert bleiben möchte,
der kann sich in den regionalen Mailverteiler eintragen lassen. Die Kontaktadresse ist mitmachen(at)dk0wue.de.
Bitte den Heimat-Landkreis bzw. die Stadt zur Einordnung mit angeben, in der man sich überwiegend aufhält.
Vielen Dank!

Die Standards, Abläufe und Ziele der Kommunikation im Katastrophenfall werden im Distrikt geübt und
durch gewonnene Erkenntnisse werden die Konzepte regional angepasst. Die Informationen für den eigenen
Regierungsbezirk findet man unter den folgenden Links.

Auch Funkamateure, die sich außerhalb des Distrikts befinden, können sich einbringen. Oft kann in Schadens-
lagen auch von außerhalb Unterstützung notwendig sein. Hierzu stehen wir z.B. mit dem Distrikt Bayern Ost (U)
in Kontakt, um gegenseitig Hilfestellungen zu koordinieren.

Bei Teilnahme am Notfunkverkehr gilt: (1) Hören. (2) Anmelden. (3) Aufrufen lassen.


Wie bereite ich mich vor?


Zunächst sollte man sich mit den Einsatzszenarien und den dafür geplanten Konzepten vertraut machen.
Es wird empfohlen, sich diese Informationen für den eigenen Regierungsbezirk griffbereit als Printversion
aufzubewahren. Wärmstens empfohlen wird die Teilnahme an den regionalen und übergreifenden Übungen
des Distrikts. Wer die Abläufe kennt, kann sich am effektivsten einbringen.

Wie schon vorher benannt, sollten die zum Einsatz kommenden Geräte und eine netzunabhängige Versorgung
gewährleistet sein, ebenso soll dringend die Eigensicherung berücksichtigt werden (Nahrungsmittel, Beleuchtung,
Heizung etc.).


Wie werde ich alarmiert?


Grundsätzlich: Wenn man den Eindruck hat, es könnte ein Not- oder Katastrophenfall vorliegen, kann man
selbst aktiv die Information einholen. Zur Orientierung empfiehlt es sich, auf den für Deutschland bzw. Franken
genannten Frequenzen zu hören. Dies sind insbesondere 3.643 MHz LSB, 145.500 MHz FM und der regional
als Treffpunkt ausgewiesene Repeater bzw. die OV-QRG. Weitere regional vorgesehene Ausweichfrequenzen
kommen bei Überlastung der zuvor Genannten zum Zug.

Auch hier gilt wieder: (1) Hören. (2) Anmelden. (3) Aufrufen lassen.

Gezielte Alarmierungen erfolgen je nach Verfügbarkeit der Mittel und regional differenziert (vgl. Übersicht).
Informiert werden kann nur, wer mit dabei ist. Melde dich, mit Angabe des Landkreises/der Stadt, in der du
dich hauptsächlich aufhältst: mitmachen(at)dk0wue.de


Umsetzung in den Regierungsbezirken


Weitere Details und die regionale Umsetzung in den Regierungsbezirken findet man hier:

> Oberfranken

> Mittelfranken

> Unterfranken

Hier bitte noch etwas Geduld, die Detailseiten werden noch überarbeitet; sie sind geo-geblockt.
 

Notfunkfrequenzen

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Notrufe können auf jeder Frequenz abgesetzt werden und grundsätzlich wird jede Frequenz, auf
der "echter" Notfunkverkehr abgewickelt wird, zur Notfunkfrequenz, die von jedem anderen
Funkverkehr freigehalten werden muss.

Um Stationen, die einen Notruf absetzen müssen, eine größere Chance zu geben, gehört zu werden und
kompetente Gegenstationen zu finden, die einen Notruf richtig aufnehmen und weiterleiten können, wurden
von den Amateurfunkverbänden der IARU sogenannte Center of Activity (CoA) für den Notfunk festgelegt.
Stationen, die sich mit Notfunk befassen und auskennen, sollten auf oder in der Nähe dieser Frequenzen zu
finden sein. Das werden vorwiegend Clubstationen von Notfunkgruppen, aber auch Einzelstationen mit Not-
funkerfahrung sein. Regelmäßige Runden von Notfunkstationen, Notfunk-Rundsprüche und Übungsverkehr
von Notfunkgruppen sollten deshalb auf oder in der Nähe der CoA-Frequenzen stattfinden. In Zeiten ohne
aktuelle Gefahren gibt es allerdings keinen regelmäßigen Wach- oder Monitordienst auf den CoA-Frequenzen
für Notfunk.

Die IARU hat bei der Festlegung der CoA-Frequenzen für Notfunk die unterschiedlichen gesetzlichen Bestim-
mungen der drei Regionen berücksichtigt, was zu teilweise unterschiedlichen Notfunk-CoA-Frequenzen in den
drei IARU-Regionen führte. Neben den Notfunk-CoA-Frequenzen für die Kurzwellenbänder, die von den IARU-
Gremien weltweit festgelegt wurden, gibt es eine Reihe von nationalen oder regionalen Festlegungen von
Frequenzen für Notfunk-Aktivitäten. Das gilt vor allem für Frequenzen für den Nahbereich, also die unteren
Kurzwellenbänder und VHF und UHF.

CoA-Frequenzen international
  Region 1 (LSB):             3.760 MHz,     7.110 MHz
  Region 2 (LSB):             7.060 MHz,     7.240 MHz,   7.290 MHz
  Region 3 (LSB):             3.600 MHz,     7.110 MHz
  Weltweit (USB):          14.300 MHz,   18.160 MHz,  21.360 MHz

Notfunkfrequenzen national (DL)
  Notfunkrundspruch und -runden:            3.643 MHz (LSB)
  Anruffrequenz mobil:                              145.500 MHz (FM)
  Anruffrequenz international:                 433.500 MHz (FM)

Für lokale oder regionale Ereignisse und Notrufe sollten auch die örtlichen OV-Frequenzen berücksichtigt werden.
Info: Notfunkreferat des DARC

Koordination für den Distrikt Franken

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Alle Angelegenheiten im Rahmen des Not- und Katastrophenfunks (NKF) im Distrikt Franken
werden durch den Distriktsreferenten gebündelt und kommuniziert. Dies ist wichtig, damit
unsere Unterstützung in Katastrophenfällen organisiert ablaufen und damit effektiv der
Bevölkerung zugutekommen kann. Organisatorische Hinweise gibt es hier.
Info: Jochen Wahlen, DH1NBC (B18) / Notfunkreferent Franken

Notfunkrunde des DARC

Die Notfunkrunde des DARC findet jeden ersten Freitag im Monat ab 17:00 UTC auf 3,643  MHz statt.

Notrufe aus dem Ausland - Wohin damit?

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Bei großen Ereignissen, wie Katastrophen oder anderen Schadensereignissen, sollten die
Meldungen an die in den Medien verbreitete Hotline oder über die folgenden Kontaktdaten
an das Lagezentrum des Auswärtigen Amtes weitergegeben werden:

Telefonzentrale des Auswärtigen Amtes (24h)        +49 30 1817-0   
Bürgerservice (MO - FR 09:00 - 15:00 Uhr)      +49 30 1817 2000
Telefax+49 30 1817 3402
E-Mailbuergerservice@diplo.de        


Von dort werden die Meldungen an die entsprechenden Stellen in den betroffenen
Ländern weitergegeben.

Bei Notfällen in kleinerem Rahmen wird der Notruf bzw. die Meldung an die örtliche Polizei-
dienststelle weitergegeben. Diese sind engmaschig mit dem Auswärtigen Amt verknüpft und
haben dort Ansprechpartner, die auch außerhalb von großen Schadenslagen im Ausland
erreichbar sind. So gelangen die entsprechenden Meldungen auch dann schnell ans Ziel.

Bei der Aufnahme der Daten sind für uns sowohl die genauen Kontaktdaten der Anrufer
als auch die Daten und der Aufenthaltsort der potentiell in Gefahr befindlichen Personen
von Interesse.
Info: Herr Gebauer vom Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes

Dokumente

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IARU-Notfunkprozedur.pdf 76 KInternationale Notfunkprozedur der IARU für Kurzwelle
DARC-Notfunkhandbuch V 01.02.004 2015.pdf 2,16 MDARC-Notfunkhandbuch
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