Zweiter Lauf zum Sachsenpokal im Amateurfunkpeilen

Am 09. September 2023 fand bei Schmiedeberg der zweite Lauf zum Sachsenpokal im Amateurfunkpeilen statt. Es kamen insgesamt 38 Teilnehmer aus den Distrikten D, S, Y und Z sowie aus OK. Im „buntgemischten“ Starterfeld traten sowohl 5 Fuchsjagd-Neulinge als auch ein frisch gekürter Weltmeister an.

Bei sommerlichem Wetter waren im bergigen Erzgebirgswald je vier bis fünf Sender auf UKW und Kurzwelle zu suchen. Dabei mussten Laufstrecken von 5 bis 6,3 km Luftlinie absolviert werden. Insbesondere beim 2m-Wettbewerb differierten die Laufzeiten und die Anzahl der gefundenen Sender aufgrund der anspruchsvollen Gelände- und Ausbreitungsbedingungen sehr stark.

Besonders knapp war das Ergebnis in der Altersklasse Veteranen (Männer ab 55 Jahre). Hier betrug der Abstand zwischen Platz 1 und 2 nach allen 4 Wettbewerben mit 20 zu suchenden Sendern nur 1 Minute.

Am Ende des Tages wurden in Addition mit den Frühjahrsläufen folgende Sachsenpokalsieger gekürt:

Kategorie Damen:           Anne Walter, DE4WAL, S20

Kategorie Junioren:        Oscar Walter, DO2OMW, S20

Kategorie Senioren:       Gerald Eichler, DL1DSR, Z21

Kategorie Oldtimer:        Jaromir Baxa jun., OK

Kategorie Veteranen:    Frank Lehmann, DL1DUK, S27

ARDF

 Was ist ARDF?

 
Laufen, Orientieren, Peilen

In früheren Zeiten nannte man Amateurfunkpeiler einmal "Fuchsjäger". Das führt aber völlig auf den Holzweg, denn das so angesprochene hat nichts mit der Jagd zu tun. Beim Amateurfunkpeilen sucht man mit leichten, tragbaren Empfängern einige Minisender, die in bewaldetem Gelände ausgelegt sind. Man kann solche Peilveranstaltungen gemütlich angehen, aber auch intensiv als Leistungssport betreiben.

Amateurfunkpeiler zeichnet eine Kombination aus technischem Verständnis, Orientierungssinn und Ausdauer aus. Schnell entwickelt man dabei ein Gespür für die Ausbreitung von Funkwellen. So kann man mit Hilfe eines Peilempfängers die unsichtbaren Wellen auffangen und erst die Richtung peilen, aus der man den im Gelände versteckten Minisender hört, und sich schließlich bis zum Versteck heranpirschen.

Wer Karte und Kompaß geschickt handzuhaben weiß, der kann den schnellsten Weg vom Start über die anzulaufenden Minisender bis zum Ziel benutzen. Schließlich ist es nicht Sinn der Sache, die Waldstücke zu zertrampeln, die häufig als Austragungsort genutzt werden. Als dritte Komponente kommt nun noch das läuferische Können und die Ausdauer zum Zuge, durch die die Wege zwischen den Senderstandorten so schnell wie möglich zurückgelegt werden.

Amateurfunkpeilen ist aber auch echter Amateurfunk. Der wesentliche Unterschied zwischen Amateurfunk und anderen Funkdiensten ist, daß Funkamateure ihre Geräte selbst bauen dürfen. Beim Amateurfunkpeilen werden fast alle eingesetzten Geräte noch selbst gebaut. Amateur Radio Direction Finding, ARDF, wie man diesen Sport international nennt, ist ein Bereich des Amateurfunks, bei dem sich der Selbstbau wirklich lohnt!
Jeder kann mitmachen

Obwohl beim Amateurfunkpeilen spezielle Amateurfunksender eingesetzt werden, brauchen die Teilnehmer selbst nicht Funkamateure sein. Es geht also auch ohne Amateurfunkzeugnis. Auch das Alter spielt keine Rolle: Es gibt eine ganze Reihe von Familien, die Amateurfunkpeilen quer durch die Generationen betreiben - vom Enkelkind bis zum Opa.

Amateurfunkpeilwettbewerbe gibt es in verschiedenen Formen, von der Veranstaltung auf Ortsverbandsebene bis zur Weltmeisterschaft - vom Sonntagsspaziergang bis zum Leistungssport.
Amateurfunkpeilen lernen

Möglichkeiten diese Sportart zu erlernen stellen Orts- und Distriktspeilveranstaltungen dar. Veranstalter und Teilnehmer solcher Wettbewerbe sind gerne bereit unerfahrenen Teilnehmern die Peiltechnik zu erklären und anhand der vorhandenen Peilempfänger zu zeigen. Andere Möglichkeiten diese Sportart näher kennen zu lernen bieten Seminare und andere Veranstaltungen zu diesem Thema, die das ARDF-Funksportreferat des DARC e.V. veranstaltet. Auf diesen Seminaren wird gezeigt, wie Peilempfänger und sonstige Gerätschaften während des Wettkampfes eingesetzt werden bzw. es werden auch Taktiken gelehrt, die bei einem Wettbewerb von Bedeutung sind. Diese Veranstaltungen dienen vielen Anfängern auch dazu, das erlernte nochmals zu vertiefen, bevor man sich auf einen richtigen Wettbewerb auf Distriktsebene wagt.

Für den Anfänger ist es auch wichtig zu wissen, daß man um einsteigen zu können nicht im Besitz eines eigenen Peilempfängers sein muß, sondern daß bei solchen Veranstaltungen meist eine Vielzahl von Peilempfänger vorhanden ist, so daß man sich dort einen benötigten Peilempfänger ausleihen kann. Das bedeutet also, daß man nicht sofort mit eigenen Gerätschaften anreisen muß um an solchen Veranstaltungen und Seminaren teilnehmen zu können und diese Sportart zu erlernen.

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