Eine CME (Coronal Mass Ejection) ist ein gewaltiger Auswurf von Plasma und Magnetfeldern aus der Sonnenkorona, also der äußeren Atmosphäre der Sonne. Kurz gesagt: Die Sonne schleudert Milliarden Tonnen elektrisch geladener Teilchen ins All. Diese Plasmawolke bewegt sich mit Geschwindigkeiten von einigen hundert bis über 2.000 km/s. Trifft eine CME die Erde, kann sie das Erdmagnetfeld stören und einen geomagnetischen Sturm auslösen.
Für Funkamateure besonders interessant:
Positive Auswirkungen:
- Starke Polarlichter (Aurora)
- Öffnungen auf 6 m oder VHF über Aurora-Ausbreitung
Negative Auswirkungen
- Dämpfung oder kompletter Ausfall von HF-Verbindungen auf Kurzwelle
- Schwankender oder stark sinkender MUF-Wert
- Erhöhte Absorption auf den unteren Bändern (160 m, 80 m, 40 m)
- Unruhige Signale und schlechtere DX-Bedingungen
Eine CME selbst ist noch nicht unbedingt problematisch. Entscheidend sind:
- Ob sie die Erde trifft.
- Wie stark sie ist.
- Ob ihr Magnetfeld nach Süden (Bz negativ) ausgerichtet ist. Dann koppelt sie besonders effektiv mit dem Erdmagnetfeld und kann starke geomagnetische Stürme verursachen.
Der Kp-Index zeigt die Wirkung auf das Erdmagnetfeld an. Nach dem Eintreffen einer CME steigt der Kp-Wert oft deutlich an. Für gute DX-Bedingungen auf Kurzwelle wünschen sich viele Funkamateure eher niedrige Werte (Kp 0-2).
Merksatz: Solar Flares senden hauptsächlich elektromagnetische Strahlung (Licht, Röntgenstrahlung) aus. CMEs schleudern dagegen echte Materie (Plasma) durchs Sonnensystem.

