Gestern am Nikolaustag ereignete sich gegen 2030 UT ein M-Flare der Stärke 8,12 (Abb. links). Den meisten dürfte geläufig sein, dass hierbei zunächst Röntgen- und UV-Strahlung entsteht, die auf der Taglichtseite der Erde augenblicklich zu einer Aktivierung der D-Schicht führt und damit zu einer Dämpfung der Funkwellenausbreitung im unteren Kurzwellenbereich.
Daneben wird eine gigantische Wolke aus geladenen Teilchen, eine sogenannte Plasmawolke (hauptsächlich Elektronen) ins All geschleudert, auch als koronaler Masseauswurf (engl.: CME) bekannt. Wenn diese Wolke erdgerichtet ist, kommt sich nach ca. 24 bis 72 Stunden bei uns an und führt zu geomagnetischer Aktivität wie auch zu Aurora/Polarlicht.
Daneben erzeugt ein Flare, also eine Sonneneruption, oft auch einen "Solar Proton Event" (SPE), einen Protonenschauer: Hochenergetische Protonen werden direkt von der Sonne weggeschleudert, die mit bis zu 20 % der Lichtgeschwindigkeit reisen können. Dieser Protonenschauer erreichte gestern die Erde gegen 2230 UT (Abb. rechts), also nur knapp zwei Stunden nach der Eruption.
Protonen werden vom Erdmagnetfeld abgelenkt und strömen vor allem in den Polarregionen ein. Sie dämpfen die Funklinien, die über die Polgebiete laufen und können elektronische Systeme beeinflussen und einzelne Datenbits in Computern verändern (wie letztens bei den Airbus A320 befürchtet).
Credit: SWPC/NOAA

