Bekannt ist: Hochenergetische solare Partikelstrahlung, wie sie insbesondere bei Sonnenstürmen auftritt, kann elektronische Systeme beeinflussen und einzelne Datenbits in Computern verändern. Man spricht in dem Fall von sogenannten Single Event Upsets. Im nun analysierten Fall könnte die Strahlung Daten verfälscht haben, die für die korrekte Funktion der Flugsteuerung entscheidend sind.
Auf Nachfrage von aeroTELEGRAPH erklärte Airbus, dass über 6000 Flugzeuge weltweit betroffen seien. Per sogenannter Alert Operators Transmission (AOT) fordert Airbus die Betreiber auf, unverzüglich verfügbare Software- und/oder Hardware-Schutzmaßnahmen umzusetzen, um den sicheren Betrieb der Flotte zu gewährleisten.
„Als Anwender eines technisch-wissenschaftlichen Funkdienstes wissen wir um die Vor- und Nachteile des sog. Weltraumwetters. Wir kennen auch die Risiken, die mit Sonnenstürmen, mit Teilchenwolken und Röntgenausbrüchen verbunden sind. Dass aber solche Eruptionen auch ganze Flugzeugflotten lahmlegen können, ist dann doch überraschend. Aber die Sicherheit geht vor“, so Tom Kamp, DF5JL, DARC HF-Referent.
Wie inzwischen aus Fachkreisen zu hören ist, ist die Lösung für die meisten Flugzeuge recht simpel: Die Geräte müssen nur auf eine ältere Softwareversion zurückgesetzt werden. Bei rund 1000 Flugzeugen sei allerdings auch ein Hardware-Austausch notwendig. Ob und wie lange dadurch der Flugverkehr beeinträchtigt ist, ist noch nicht bekannt.
Foto: Von Laurent ERRERA from L'Union, France, derivative work Lämpel – Airbus A320-200 Airbus Industries (AIB) "House colors" F-WWBA - MSN 001, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=65523692

