Kurz darauf folgte ein koronaler Masseauswurf. Beobachtungssatelliten registrierten eine ringförmige Plasmawolke um die Sonne — eine Halo‑CME mit Kurs auf die Erde. Die Folgen waren ein intensiver Strahlungssturm und eine Polarkappenabsorption, die sich erst gegen Ende der Woche allmählich abschwächte.
Wie energiereich das Ereignis war, zeigte die hohe Geschwindigkeit der Plasmawolke: Sie benötigte nur rund 25 Stunden bis zur Erde und war damit mit über 1600 km/s unterwegs — außergewöhnlich schnell.
Am Dienstagabend setzte ein Magnetsturm der Stärke G4 ein; die Magnetometer zeigten K‑Index‑Werte von 8 bis 9. Es gab großflächige Polarlichter — in Europa bis hinunter nach Spanien, in den USA bis Südkalifornien — und viele Menschen konnten bei klarem Himmel Aurora beobachten. Auf dem 2‑Meter‑Band waren QSOs über aurorale Ausbreitung möglich, und auf Kurzwelle waren die Reflexionen über Polarlichter deutlich zu hören, besonders auf 80 und 40 Meter.
Die Kurzwellen‑Ausbreitung war ab Dienstagabend merklich gestört. Einer MUF3000 von fast 40 MHz am Montag standen am Mittwoch nur noch etwas mehr als 20 MHz gegenüber; die oberen Bänder erholten sich nur langsam.
Blick voraus: Die Sonne bleibt sehr dynamisch. Neue aktive Regionen entstehen, weitere drehen von der Rückseite her zu. Die Sonnenaktivität bleibt zunächst hoch und dürfte im Verlauf der Woche langsam zurückgehen — von rund 180 auf etwa 140 Einheiten. Störungen im Erdmagnetfeld sind jederzeit möglich: Die Erde steht die ganze Woche über unter dem Einfluss zweier koronaler Löcher. Die Chance für weitere Magnetstürme ist daher hoch, wenngleich sie voraussichtlich nicht ganz die Intensität der vergangenen Tage erreichen werden.
Allen Kurzwellenfreunden einen störungsfreien Empfang — 73 de Tom, DF5JL
Mit aktuellen Informationen von DK0WCY, SWPC/NOAA, NASA, USAF 557th Weather Wing, STCE/KMI Belgien, IAP Juliusruh, SANSA, WDC Kyoto, GFZ Potsdam, Met Office UK, DL1VDL/DL8MDW/DARC‑HF‑Referat, FWBSt RHB / DF5JL
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