Redaktionsschluss: Mittwoch 10 Uhr, freigegeben für Rundspruchsendungen ab Donnerstag, den 30. Juli 2026, 17:30 UTC. Die aktuelle Audiofassung gibt es auch als RSS-Feed unter www.nord-ostsee-rundspruch.de/category/deutschland-rundspruch und als mp3 unter www.darc.de/uploads/media/dlrs.mp3. Die aktuelle PDF-Datei finden Sie im eingeloggten Zustand unter www.darc.de/nachrichten/deutschland-rundspruch/.
(An die Rundspruchsprecher: Internet-Linkverweise nicht vorlesen, z.B. [X]; lediglich für die Schriftfassung werden diese am Ende des Rundspruches aufgelistet.)
Hallo liebe SWLs, YLs und OMs,
Sie hören den Deutschland-Rundspruch Nummer 30 des Deutschen Amateur-Radio-Clubs für die 31. Kalenderwoche 2026. Diesmal haben wir Meldungen zu folgenden Themen:
- Kritische Sicherheitslücken in SvxLink - sofort aktualisieren
- DA0HQ unter den Top 5 in der IARU-WM
- Sendemasten in Junglinster sollen gesprengt werden
- Notfunk-Ausbildungswochenende in Utzmemmingen - jetzt Platz sichern
- Interview unter dem Turm Folge 91 mit Astronautin Rabea Rogge, LB9NJ
- Aktuelle Conteste
und
- Was gibt es Neues vom Funkwetter?
Hier die Meldungen:
Kritische Sicherheitslücken in SvxLink - sofort aktualisieren
Das SvxLink-Projekt hat vor Kurzem die Version 26.05.1 veröffentlicht. Sie schließt vierzehn Sicherheitslücken, von denen zwei als kritisch eingestuft sind - die schwerste mit 9,8 von 10 möglichen Punkten. Betroffen sind alle Versionen bis einschließlich 26.05, und zwar rückwirkend über mehr als ein Jahrzehnt. Seit heute sind die technischen Einzelheiten über die Sicherheits-Mailingliste oss-security öffentlich bekannt; damit steht jedem, der es darauf anlegt, eine genaue Anleitung zur Verfügung.
Sicherheitslücken werden weltweit nach einem einheitlichen Schema bewertet. Der Wert 9,8 bedeutet konkret: Der Angriff kommt über das Netz, er braucht kein Passwort, der Sysop muss nichts anklicken oder bestätigen, und der Aufwand ist gering. Was ein Angreifer im Erfolgsfall anrichten kann, reicht je nach System vom Absturz der Relaissteuerung bis zur Ausführung eigenen Programmcodes mit den Rechten des SvxLink-Prozesses.
Die schwerste Lücke steckt im EchoLink-Verzeichnisdienst. Beim Einlesen der Stationsliste wird die Stationsbeschreibung ungeprüft in einen zu kleinen Speicherbereich kopiert; ein manipulierter oder unterwegs abgefangener Verzeichnisserver kann darüber fremden Code auf dem Relaisrechner ausführen. Die Verbindung zum Verzeichnisserver läuft unverschlüsselt, ein Mitschneiden und Verändern ist also technisch unaufwändig. Betroffen sind SvxLink mit EchoLink-Modul ebenso wie der Client Qtel auf dem heimischen PC. Die zweite kritische Lücke betrifft RemoteTrx: Ist kein AUTH_KEY konfiguriert, erhält jeder erreichbare Rechner ohne jede Anmeldung vollen Zugriff auf den Transceiver - einschließlich Sendetastung. Wer dann unter dem Rufzeichen der Relaisfunkstelle sendet, entscheidet nicht mehr der Sysop.
Zu tun ist Folgendes: Version prüfen und auf 26.05.1 aktualisieren. Die Pakete der Linux-Distributionen sind noch nicht nachgezogen - Debian liefert derzeit 25.05.1 - und benötigen Rückportierungen, die bislang nicht vorliegen. Wer nicht sofort aktualisieren kann, sollte für jeden RemoteTrx-Uplink zwingend einen AUTH_KEY setzen und die Ports von RemoteTrx und SvxReflector per Firewall auf bekannte Gegenstellen beschränken. CVE-Nummern sind bislang nicht vergeben. Die vollständigen Hinweise kann man online nachlesen [1].
SvxLink ist eine im Amateurfunk verbreitet quelloffene Software zur Relaissteuerung und Sprachvernetzung, entwickelt von Tobias Blomberg, SM0SVX. In Deutschland läuft ein großer Teil der FM-Relais, EchoLink-Zugänge und Linkverbünde auf dieser Basis, oft auf einem Raspberry Pi.
DA0HQ unter den Top 5 in der IARU-WM
Nach den eingereichten Logs [2] im IARU HF Championship liegt die Spitzengruppe der HQ-Teams sehr dicht zusammen: Nur 4 % trennen die Top 5 voneinander. Das DA0HQ-Team hat bei sommerlichen Temperaturen 20 000 QSQs gefahren. Nun wird die Auswertung wieder spannend, wie sich Punkteabzüge auf das Endergebnis auswirken.
Für die 140 Sprinter, die ein "Full-House" geschafft haben, waren dieses Jahr die Bänder 10 m und 160 m durch die hohe Tagesdämpfung die härtesten Nüsse, die es zu knacken galt. "Bitte Euren Status ‚Low-Power' bzw. ‚QRP' auf unserer Webseite unter ‚Sprint, Melden' eintragen, dann können wir zeitnah die Sprintwertung berechnen. Danke an alle Anrufer und Unterstützer", berichtet Stationsmanager Ben Bieske, DL5ANT.
Sendemasten in Junglinster sollen gesprengt werden
Die markanten RTL-Sendemasten auf dem Lënsterbierg in Junglinster in Luxemburg stehen vor ihrem Ende. Die drei 215 m hohen Antennenträger sollen in den kommenden Monaten kontrolliert gesprengt und anschließend zurückgebaut werden. Die Antennen sind nicht denkmalgeschützt und der Rückbau ist aus rechtlichen Gründen vor Anfang Oktober nicht möglich. Die Sendeanlage war bis 1974 auf Langwelle im Dauerbetrieb und ist noch heute ein prägendes Wahrzeichen des Lang- und Kurzwellenrundfunks in Luxemburg. Nachdem die Sendeanlagen bereits seit einiger Zeit außer Betrieb sind, besitzen die Masten heute nur noch historischen Wert. Mit ihrem Abriss verschwindet ein weiteres Stück europäischer Rundfunkgeschichte. Auf dem frei werdenden Gelände ist die Entwicklung eines großen Baugebiets vorgesehen.
Notfunk-Ausbildungswochenende in Utzmemmingen - jetzt Platz sichern
Vier Tage, ein Platz am Rand des Nördlinger Rieses und ein Programm, das den Seminarraum weitgehend links liegen lässt: Vom 1. bis zum 4. Oktober lädt das Referat für Not- und Katastrophenfunk zum bereits sechsten Notfunk-Ausbildungswochenende ein, diesmal auf die Ringlesmühle in Utzmemmingen, das liegt im Locatorfeld JN58ET.
Im Mittelpunkt stehen das Material und die Module des DARC-Notfunks und die Software dahinter - und zwar nicht zum Zuhören, sondern zum Anfassen. Am Ende des Wochenendes stehen Masten, weil ihr sie aufgebaut habt, und Technik läuft, weil ihr sie in Betrieb genommen habt. Dass festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung genauso auf der Packliste stehen wie das 70-cm-Handfunkgerät und ein Laptop, hat also seinen Grund: Ein guter Teil der Übungen findet draußen statt, auch außerhalb des Geländes.
Das Programm läuft auf zwei Schienen. Wer zum ersten Mal dabei ist, bekommt von Grund auf das Rüstzeug für die Mitarbeit in einer regionalen Notfunkgruppe. Für die Fortgeschrittenen-Schiene ist die Teilnahme an einem früheren Ausbildungswochenende Voraussetzung - dort geht es entsprechend tiefer. Was diese Wochenenden darüber hinaus ausmacht, steht in keinem Programmpunkt: die Gespräche zwischen den Blöcken, aus denen eine Mannschaft wird, die sich im Ernstfall bereits kennt. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite des Referats [3].
Interview unter dem Turm Folge 91 mit Astronautin Rabea Rogge, LB9NJ
In der Videoreihe "Interview unter dem Turm" stellt Ihnen der DARC Funkamateure und ihre Leidenschaft für ihr Projekt vor. In der Folge 91 sprechen wir mit Rabea Rogge. Sie war die erste deutsche Astronautin im Weltall und dank der Initiative von ARISS und DARC zu Gast auf der diesjährigen HAM RADIO. Wir haben das vollständige Interview am TREFF.DARC auf der Messe aufgezeichnet und präsentieren es Ihnen nun auf dem DARC-YouTube-Kanal [4]. Im Video erleben Sie ihre lebhaften Antworten auf viele Fragen: Wie ist sie mit ihrer Verantwortung als Pilotin der FRAM2-Mission umgegangen? Welchen Bezug hat sie zum Medium Funk? Welchen Blick hat sie auf unseren Planeten Erde? Diese und viele weitere Fragen in unserem "Interview unter dem Turm". Als Teil der rein privat finanzierten SpaceX-Raumfahrtmission Fram2 flog Rabea Rogge in einer polaren Umlaufbahn um die Erde. Während der Mission führte sie das Projekt Fram2Ham durch und sendete SSTV-Bilder.
Aktuelle Conteste
1. August: European HF Championship
1. und 2. August: DARC UKW-Sommer-Fieldday und Bayerischer Bergtag
2. August: Alpen-Adria Contest
8. bis 9. August: WAE DX Contest und RSGB MGM Contest
9. August: Nordischer Höhentag
Die Ausschreibungen finden Sie auf der Webseite des Contest-Referates [dx] sowie mittels der Contest-Termintabelle in der CQ DL 8/26 auf S. 70.
Der Funkwetterbericht vom 28. Juli, erstellt von Tom Kamp, DF5JL
Zunächst der Rückblick vom 21. bis 28. Juli:
Eine weitere Woche mit erhöhter Sonnenaktivität liegt hinter uns, in der stieg der solare Flux von 137 auf Werte um 150 Einheiten an. Die größte und komplexeste Fleckengruppe war die Region 4493 mit einem M3,6-Flare am 22. Juli um 06:35 UTC. Verbunden mit diesem Ereignis war ein kräftiger 10-cm-Burst mit 200 solaren Flux-Einheiten. Die Region 4494 erzeugte unter anderem ein M3,2-Flare um 1528 UTC am 26. Juli. Es kam zu einem Typ-II-Sweep-Ereignis mit einer geschätzten Stoßgeschwindigkeit von 1057 km/s sowie ein M1-Flare am 27. Juli. Weitere nennenswerte Aktivitäten wurden nicht beobachtet.
Das Erdmagnetfeld war nur am Abend des 23. Juli kurzzeitig gestört, als die Erde einen schnellen Sonnenwindstrom mit 650 km/s durchquerte. Der Hp30-Index [5] erreichte dabei einen Wert von 6,33. Die MUF-Werte über 3000 Kilometer lagen in den vergangenen Tagen tagsüber gegen 1200 UTC zwischen 20 und 22 MHz.
Das 20-m-Band blieb über weite Teile des Tages gut nutzbar und zeigte sich recht stabil, 17 und 15 m zeigten immerhin solide DX-Öffnungen, während 12/10 m schwächelten. Insbesondere auf 10 m kam es jedoch immer wieder zu Sporadic-E, dabei waren vormittags sogar Multihop-Weitverbindungen nach Nordamerika sowie nach Südostasien möglich.
Vorhersage bis 4. August:
Derzeit sind sechs Sonnenfleckenregionen auf der uns zugewandten Sonnenseite zu erkennen. AR4493 ist inzwischen hinter dem westlichen Sonnenrand verschwunden. AR4494 und AR4495 lösen sich weiter auf und weisen nun einfachere magnetische Konfigurationen auf. Hinter dem östlichen Rand zeigen sich zwei neue Regionen, ihr Potenzial schon jetzt zu beurteilen ist jedoch schwierig. Die übrigen Regionen sind klein, magnetisch einfach und von geringer Bedeutung. Das Flarerisiko ist gering bis moderat mit M 40 Prozent und X 10 Prozent.
Der solare Flux wird die kommenden Tage auf um die 125 Einheiten abfallen. Die geomagnetische Aktivität bleibt im auslaufenden Juli überwiegend ruhig, erst mit Beginn des Monats August zieht die Geomagnetik wieder an. Damit ändert sich wenig zur Vorwoche: Die besten DX-Bänder bleiben tagsüber 20 und 17 m, gelegentlich auch 15 m. Nachts liefern 40 und 30 m laute DX-Signale, doch könnten sich Sommergewitter störend bemerkbar machen.
Es folgen nun die Orientierungszeiten für Gray-Line DX, jeweils in UTC:
Sonnenaufgang: Auckland/Neuseeland 19:22; Melbourne/Ostaustralien 21:22; Perth/Westaustralien 23:07; Singapur/Republik Singapur 23:05; Anchorage/Alaska 13:28; Johannesburg/Südafrika 04:47; Tokio/Japan 19:47; Honolulu/Hawaii 16:02; San Francisco/Kalifornien 13:10; Port Stanley/Falklandinseln 11:33; Berlin/Deutschland 03:22.
Sonnenuntergang: New York/USA-Ostküste 00:17; San Francisco/Kalifornien 03:21; Sao Paulo/Brasilien 20:38; Port Stanley/Falklandinseln 20:15; Honolulu/Hawaii 05:13; Anchorage/Alaska 06:45; Johannesburg/Südafrika 15:33; Melbourne/Ostaustralien 07:30; Auckland/Neuseeland 05:30; Berlin/Deutschland 19:08.
Das waren die Meldungen des DARC-Deutschland-Rundspruchs. Die Redaktion hatte Stefan Hüpper, DH5FFL, vom Amateurfunkmagazin CQ DL. Meldungen für den Rundspruch - mit bundesweiter Relevanz - schicken Sie bitte per Post oder Fax an die Redaktion CQ DL sowie per E-Mail ausschließlich an redaktion@darc.de. Diesen Rundspruch gibt es auch als PDF- und MP3-Datei auf der DARC-Webseite, in Packet Radio unter der Rubrik DARC sowie per E-Mail-Abonnement. Über die DARC-Webseite [mail] können Sie sich dazu jederzeit an- und abmelden. Bitte bewahren Sie hierfür Ihr Passwort stets griffbereit auf!
Vielen Dank fürs Zuhören und AWDH bis zur nächsten Woche!
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Verzeichnis der Internetadressen (Rundspruchsprecher: Bitte nicht vorlesen!):
[1] github.com/sm0svx/svxlink/security/advisories
[2] contests.arrl.org/rawscores.php
[3] notfunk.darc.de/nfawe
[4] youtu.be/4vAKlIms_sw
[5] kp.gfz.de/hp30-hp60
[dx] www.darc.de/der-club/referate/conteste

