Notfunk-Erfahrungsberichte

Notfunk-Erfahrungsberichte

Inhaltsverzeichnis:


>>>   Beiträge bitte direkt an Herby per EMail senden   <<<

Bericht zur Notfunkübung mit Medikamentenliste am 24.11.18

von Herby, DB2HTA


Kurzfassung:
Szenario: Ausfall des Internets im Umkreis von 300 km jeder Station
Aufgabe: Übertragung einer kritischen Medikamentenliste von ca. 1000 Zeichen schnell und fehlerfrei über mindestens 300 km
Teilnehmer: 30 aus DL, OE und HB
Übertragungs-Pfade: jeder Teilnehmer meldete beliebige Frequenzen und Modulationen zur Übung an
Ablauf: Teilnehmerliste mit allen angemeldeten Übertragungs-Pfaden wurden 2 Stunden vor der Übung an alle Angemeldeten per EMail verteilt
kritischer Dateninhalt: die Medikamentenliste wurde eine Stunde vor der Übung an 14 zufällig ausgewählte Teilnehmer per EMail verschickt
Pfadlisten: jeder Versender trägt sich in eine Pfadliste am Ende der Nachricht ein


Übungsanleitung: www.darc.de/index.php

Erfolg:
* relativ hohe Teilnehmerzahl (30)
* Einbeziehung von OE und HB
* 10 Listen übertragen, 5 davon mit 100% Fehlerfreiheit in Pactor und Olivia
* das Bewusstsein für die Kritikalität von Daten und die Wichtigkeit von automagischer Fehlerkorrektur im Notfunk wurde gestärkt
* vielfach geschätzte Möglichkeit zum Test und zur Optimierung von Ausrüstung und Betriebstechnik
* vielfach genutzte Schulung für Pactor- und Olivia-Modulationen
* kleiner Schritt hin zu einem funktionierenden Notfunk-Netz

Schwierigkeiten:
* schlechte Ausbreitungsbedingungen
* zum Teil rücksichtslose Störungen durch Contester
* nervige Zwischen-QSOs mit ratschenden Nicht-Teilnehmern und Makro-Digitalern ("... all the best for you and your family ...")
* Osten Deutschlands nicht repräsentiert (warum?)

Lehren:
* erfolgreicher Einsatz digitaler Modulationen mit Fehlerkorrektur für kritische Daten
* neben Punkt-zu-Punkt-Verbidnugen sind für ein effizientes Notfunknetz fehlergesicherte Modulationen mit Rundsende-Möglichkeit (Kanalbelegung, Schnelligkeit) essentiell
* Verbesserungen der Übertragungs-Qualität sind notwendig
* Verbesserungen in Ausrüstung (Zuverlässigkeit) und Betriebstechnik (Funkdisziplin) sind notwendig
* großer Bedarf an Schulung und praktischer Übung
* eine solche Übung wie auch der Ernstfall muss auch die DOler berücksichtigen
* unvorhersehbare wechselnde Ausbreitungsbedingungen sollen berücksichtigt sein
* wir müssen Notfunk mit den Mitteln machen, die in der Fläche vorhanden sind, im Notfall werden da auch Babyphone, PMR, CB-Funk und Buschtrommeln eingesetzt werden

Es war viel Konzentration notwendig, es war anstrengend und hat Freude gemacht. DANKE an alle Teilnehmer.

Anerkennung, Kritik, Fragen und Verbesserungsvorschläge sind willkommen.


Lasst uns bald wieder üben!


----
angemeldete Teilnehmer: 30


aus PLZ-Bereich
0: 0
1: 0
2: 3
3: 2
4: 4
5: 0
6: 2
7: 4
8: 9
9: 1
OE:3
HB:2


angemeldete Übertragungspfade: 72

Pactor P2P : 18
FM Sprache simplex : 14
Olivia : 14
FM Sprache Relais : 11
SSB Sprache  : 5
PSK : 3
Winmor : 2
RTTY : 2
ARDOP : 1
Packet Radio : 1
CW : 1

----

zu übertragende Medikamentenliste:

Loperamid akut, 12 Kapseln @ 2 mg
Ursofalk, 20 Kapeln @ 250 mg
Dexamethason, 100 Tabletten @ 8 mg
Metoclopramid, flüssig, 250 ml
Diclofenac, Gel, 200 ml
Paracetamol, 20 Zäpfchen
Atorvastatin, 50 Tabletten
Novaminsulfon Tropfen, 5 Fläschchen @ 100 ml
Ampho-Moronal, Suspension, 500 ml
Theophyllin, 25 Kapseln @ 10 mg
Decortin H, 20 Tabletten
Nevanac Augentropfen, 250 ml
Octenisept, Lösung, 20 * 50 ml
Soolantra Creme, 5 Dosen @ 50 g
Haut-Desinfektions-Lösung, 1 Liter, z. B. Cutasept F
Dreiecktuch, 10 Stück
Einmalhandschuhe, 50 Paar
Verbandwatte, 500 g
Rettungsdecke, 10 Stück

----
erfolgreich übertragene Medikamentenlisten über 300 km: 10


Fehlerfreiheit:
100% : 5 (Pactor, Olivia)
99,9%: 2 (FM, SSB)
70%  : 1 (SSB)
55%  : 1 (FM)
20%  : 1 (SSB, FM)

----

Die meisten erfolgreichen Eingänge kamen über digitale Verbindungen (Pactor und Olivia) zustande, die hatten es da leichter und schneller als die CW, SSB und FM-Stationen vor allem wegen der kritischen Daten. Auch die Ausbreitungsbedingungen waren gestern recht mau.

Die altbekannte Pactor-Diskussion ergab sich mal wieder im Nachgang:
* die Verbreitung der Modems ist viiiel zu niedrig wegen der (gerechtfertigten) hohen Preise und des proprietären Charakters
* eine wesentliche Ergänzung um eine digitale Modulation mit Vorwärts-Fehlerkorrektur (wie z. B. Olivia) ist dringend notwendig für _Rundsendungen_ im Notfunk
* wir müssen NF mit den Mitteln machen, die in der Fläche vorhanden sind, im Notfall werden da auch Babyphone, PMR, CB-Funk und Buschtrommeln eingesetzt werden

----

 

 

Bericht zur Notfunk-Übung des DARC-Distrikts C beim Fieldday des DARC OV CØ6 am 14.7.18

Zusammenfassung:

Wir konnten ein Notfunknetz mit zahlreichen Stationen digital und per Sprache in mehreren Ländern aufbauen  und intensiv umfangreiche Anforderungen und Antworten mit kritischen Daten dazu austauschen. Die Anforderungen umfassten z. B. medizinische, topografische, mathematische und sprachliche Aufgaben.

Rufzeichen der Notfunk-Station: DLØNFC (Notfunk-Station des DARC-Distrikts Charly)

Position der Notfunk-Station: Dachau, Schinderkreppe, Locator JN58RF, N 48,24473° O 11,42897°
APRS: aprs.fi

DARC-OV CØ6 Dachau im Internet: www.darc.de/der-club/distrikte/c/ortsverbaende/06/

Ziele der Übung:

1* Notfunk-Kommunikation ohne Internet auf Kurzwelle in D-A-CH per Broadcast und Peer-to-Peer

2* Vorbereitungen für ein Notfunk-Netzwerk mit Übersicht über angemeldete Stationen und ihren Status für alle Teilnehmer

3* Verbindungsaufbau zu bestimmten, nicht zufälligen Stationen auch unter schwierigen Bedingungen

4* Austausch von kritischen Redundanz-armen Daten in möglichst hoher Datensicherheit mit minimierten Nachfragen und Wiederholungen

5* Verabredungen zu separaten QSOs mit beliebigen Techniken

Szenario:

1* eine Region hat wichtige Kommunikationskanäle weitgehend durch eine Katastrophe verloren

2* in dieser Region gibt es eine Notfunk-Station, die sich "zufällig" im Gelände des Notfunk-Fielddays befindet

3* eine Reihe von Funkstationen außerhalb der "bedrohten" Region nimmt per Kurzwellen-Funk Anforderungen entgegen und beantwortet diese

Antennen:

Wir nutzten eine endgespeiste horizontale Drahtantenne in T-Form für das 80m- und das 40m-Band (38m lang, 7m hoch) sowie eine endgespeiste horizontale Drahtantenne (15m lang, 6m hoch) für das 30m-Band.

Funkgeräte:

Es kam ein Transceiver FlexRadio 6500 und ein ICOM IC-7610 zum Einsatz sowie ein SCS-Pactor-Modem 7800.

Stromversorgung:

Ausschließlich solar, 3 mobile Module @ 150 Wp, Laderegler, Akku-Pufferung LiFePO 100 Ah, noch 61% Akku-Kapazität um 22:00 Uhr. Die beiden Funkgeräte, das Modem, der Schlepptop und ein Ventilator liefen an der Solaranlage.

Funkkontakte:

In Schichten von 30 Minuten arbeiteten wir in den Betriebsarten Pactor-Peer-to-Peer, Olivia-4-500 und SSB-Sprache.

Entsprechend dem Schichtplan funkten wir im 80m-, 40m- und 30m-Band von 12:00 bis 22:00 Uhr MESZ.

Wir bauten Funkkontakte zu insgesamt 29 Stationen in DL, OE, CH, F, R auf. Es gab Verbindungen mit 4 Pactor-P2P-Stationen, 16 Olivia-Stationen und 12 SSB-Stationen.

Notfunk-Netzwerk:

Umfangreicher Austausch im Dialog mit Anforderungen und Antworten dazu mit medizinischen, topografischen, mathematischen und sprachlichen Aufgaben. Es wurden fehlerkritische Daten mit Zahlen, Fachbegriffen, URLs, etc. erfolgreich versendet.

Beispiel-Anforderung:

+++ NFN DL0NFC NFN DL0NFC Anforderung nautische Hilfe
Hier wurde eben die folgende maritime Notfunk-Nachricht empfangen:
(!nur eine Notfunk-ÜBUNG!)
PAN PAN PAN PAN PAN PAN
an alle Schiffsfunkstellen
hier ist
Yacht Marianna
Position N 54,12649  O 8,08326
Kurs 44 Grad
Fahrt 5 kn
Ausfall Ruder
Gefahr Legerwall
bitte kommen
----
Bitte beantworten:
Was ist die Gefahr, was können wir tun?
Wieviel Zeit bleibt für die Hilfe und wo etwa wird das Schiff nach dieser Zeit zu finden sein (Koordinaten)?
(!nur eine Notfunk-ÜBUNG!)
+++ NFN DL0NFC NFN DL0NFC ps k +++

Lehren:

Eine Notfunk-Übung am Tag der WRTC hat einen ungünstigen Termin.

Schichten von 30 Minuten sind zu kurz, besser wären 60 Minuten.

Es ist schwierig, Notfunk-Stationen und sonstige Stationen (z. B. Contester) zu trennen und letztere aus dem Notfunk-Netzverkehr rauszuhalten, vor allem in SSB.

Mehr Funk-Disziplin und klares An- und Abmelden fördern: Notfunk ist _kein_ Contest.

Wir sollten versuchen, mehr Querverkehr unter den beteiligten Stationen anzuregen, z. B. durch QSP-Aufträge.

Evtl. mehrere regionale Leitstationen einbeziehen.

Für eine größere Teilnahme von Pactor-P2P-Stationen werben.

Olivia als fehlergesichertes Broadcast-Medium hat sich für Notfunknetze mit kritschen (redundanzarmen) Daten bewährt. Stationen die per SSB nicht erreichbar waren, konnten wir in Olivia unterhalb des Rausch-Niveaus arbeiten.


Erfahrungsbericht Notfunk-Fieldday in Rosenheim vom 15.06. bis zum 17.06.18

Notfunk-Fieldday in Rosenheim 15.06. - 17.06.18

 

Vom 15.06. bis zum 17.06.2018 fand im oberbayrischen Rosenheim der Notfunk-Fieldday des Distriktes C statt. In ca. 9m Höhe waren endgespeiste Antennen für 80, 40, 30 und 20m horizontal aufgebaut und alle Geräte und das Zubehör wurden durchgehend solar bzw. über Pufferbatterien versorgt. Das Übungsgelände der Bundespolizei liegt in einem ruhigen, wilden Wald mit hohen Bäumen, Die Ausbreitung nach Norden war hierdurch behindert, sodass hauptsächlich Stationen im Süden und Westen erreicht werden konnten.

Insgesamt kamen 11 Verbindungen in Olivia und 4 Verbindungen in Pactor-P2P zustande, hauptsächlich auf 40 und 30m. Es wurden Stations-Beschreibungen und Bilder ausgetauscht und Anforderungen an die teilnehmenden Stationen ausgesandt, aus denen sich Dialoge entwickelten. Die Aufgaben waren medizinischer, nautischer, geometrischer und topografischer Natur, z. B.

+++ NFN DL0NFC NFN DL0NFC Anforderung Koordinaten
Bitte recherchieren: Geografische Koordinaten Feuerwehrgerätehaus im Ort Vierkirchen, Landkreis Dachau, "Notation Nxx,xxx° Oxx,xxx°"

+++ NFN DL0NFC NFN DL0NFC ps k +++

Innerhalb von im Regelfall 10 Minuten kam die korrekte Lösung bei uns an. Hierbei war durchaus ein kleiner Wettbewerb bei den teilnehmenden Stationen zu beobachten, welche als erstes die korrekte Lösung der Aufgabe übermitteln konnte.

Es blieb viel Raum für wichtige Gespräche am Funkanhänger des Distriktes C, beim Grill und am Lagerfeuer. Mitglieder von Bundespolizei, THW und DRK waren dabei genau so anwesend, wie die Notfunk-Referenten des DARC und des Distrikts C. Themen der ausführlichen Gespräche waren neben technischen Fragen vor allem die Organisation und Zukunft des Notfunks der Funkamateure sowie die Zusammenarbeit mit Gruppen und Organisationen in diesem Bereich. Da am Samstag für Interessierte auch das Museum der Bundespolizei auf dem Gelände geöffnet war, kamen auch viele Besucher mit Frauen und Kindern.

Die Teilnehmer hoffen, dass es auch nächstes Jahr wieder möglich ist, auf diesem großen und gut geeigneten Gelände einen Notfunk-Fieldday erleben zu können. Danke an die Organisatoren des Ortsvereins Rosenheim und an den Notfunk-Referenten des Distrikts C, Peter, DJ1CC.

Grundsätze für die Mitwirkung der bayerischen Distrikte im Deutschen Amateur-Radio-Club e.V. – DARC – im Katastrophenschutz in Bayern

Grundsätze für die Mitwirkung der bayerischen Distrikte im Deutschen Amateur-Radio-Club e.V. – DARC – im Katastrophenschutz in Bayern

Dem Notfunkreferat sind auch Missverständnisse bei der Umsetzung der mit dem Bayer. Staatsministerium des Innern vereinbarten "Grundsätze .." bekannt geworden. Die "Grundsätze" regeln abschliessend die Mitwirkung der bayer. Distrikte im formal ausgerufenen Katastrophenfall auf Landkreis-, Regierungs- und Landesebene. Ein wie auf immer gearteter Anspruch von einzelnen DARC-Mitgliedern oder DARC-Gliederungen auf ein bestimmtes Verwaltungshandeln ist damit nicht verbunden. DARC-Ortsverbände, die unter Hinweis auf die getroffene Vereinbarung Leistungen, Zusagen oder Genehmigungen der Behörden für Hobbyaktivitäten erhoffen, werden dringend gebeten vor einer Antragstellung mit uns das Gespräch zu suchen um letztendlich dem Vorhaben auch zum Erfolg zu verhelfen bzw auch um Enttäuschungen aufgrund überhöhter Erwartungshaltungen zu vermeiden. Auf unseren bisherigen Informationsveranstaltungen bzw auch über die derzeit über die OVV's an die Notfunkreferenten verteilten Musterdateien haben wir auch auf die notwendige Vorsprache im Landratsamt bzw der Katastrophenschutzbehörde kreisfreier Städte hingewiesen. Nur dort kann letztendlich das öffentliche Interesse an Amateur- bzw Notfunkaktivitäten festgestellt und über Ausnahmen über Beschränkungen entschieden werden.

Quelle: http://www.darc.de/de/distrikte/c/notfunk/neuigkeiten/archiv/#c74164

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie unter Datenschutz. Akzeptieren.