Fieldday 2011

Olpe / Drolshagen „Thanks for the nice QSO, good Luck and Sayonara. “

19-21.8.2011

„Danke für das nette Gespräch, viel Erfolg und auf Wiederhören.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich am Samstag, 20. August 2011, um 10.45 Uhr der Funkamateur Thomas Gräve aus Drolshagen von einem Funkfreund aus Japan, mit dem er etwa drei Minuten lang gesprochen hatte. Im Land der aufgehenden Sonne war es zu diesem Zeitpunkt bereits 18.45 Uhr, aber beide Gesprächspartner notierten in ihren Betriebstagebüchern 08.45 Uhr UTC. Diese Abkürzung steht für „koordinierte Weltzeit - Coordinated Universal Time“ und erleichtert es, durch Ausgleich der unterschiedlichen Ortszeiten einen Funkkontakt weltweit einheitlich zu dokumentieren.


Thomas Gräve (52) ist Vorsitzender der im Ortsverband Biggesee des Deutschen Amateur-Radio-Club e. V. (DARC) organisierten Funkamateure aus Drolshagen, Olpe, Wenden, Meinerzhagen, Finnentrop und Attendorn, die sich von Freitagabend bis Sonntagmittag auf dem Sportplatz bei Frenkhausen zu einen Aktivitätswochenende getroffen hatten, um Funkkontakte zu Gleichgesinnten mit allen Erdteilen aufzunehmen. Bei diesen Funkkontakten übermittelt man sein Rufzeichen, welches vergleichbar einem Autokennzeichen, jedem Funkamateur persönlich zugeteilt wird. Weiterhin unter anderem eine Ortskennung, die Auskunft über den Standort in Deutschland gibt. Bei den Funkamateuren rund um den Biggesee heißt diese Ortskennung normalerweise „O43“. Weil dieser Ortsverband am 19.11.1980, also vor 30 Jahren gegründet worden war, durften seine Mitglieder ein Jahr lang, vom 1.September 2010 bis zum 31. August 2011, zusätzlich eine besondere Ortskennung verwenden: 30BIG, die auf dieses Jubiläum hinweist.


Jede erste Verbindung zwischen zwei Stationen, aber auch jede Verbindung aus besonderem Anlass, wird durch eine QSL-Karte bestätigt. Mit dieser QSL-Karte stellt sich der jeweilige Funkamateur oder der Ortsverband vor. Gerade QSL-Karten mit den aus bestimmten Anlässen vergebenen besonderen Ortskennungen sind unter Funkamateuren besonders begehrt. Aus Anlass des 30-jährigen Jubiläums verwandten die Funker aus Drolshagen und Umgebung eine Karte mit einer Abbildung des Biggesees. Diese Karte wird durch die QSL-Vermittlungsstelle des Deutschen Amateur Radio-Clubs innerhalb Deutschlands an die anderen DARC-Ortsverbände und weltweit an die jeweiligen Amateurfunkorganisationen versandt. Auf diese Weise wurden und werden Grüße vom Biggesee an Funkamateure in Deutschland, Europa und Weltweit verschickt.


Einen besonderen Erfolg erzielten drei junge Mitglieder des Ortsverbandes, die versuchten weltweite Kontakte mit Hilfe von Amateurfunksatelliten herzustellen. Diese umrunden die Erde in etwa ca. 650 km Höhe, meist auf einer Nord-Süd-Achse und haben eine Umlaufzeit von ca. 90min. Es gibt zurzeit 4 aktive Amateurfunksatelliten über die Sprechfunkverkehr durchgeführt werden kann. Aus der Umlaufzeit ergibt sich eine Zeitfenster von ca. 15 min. (mehrmals täglich) in dem diese Verbindungen möglich sind. Im Normalfall ist hierfür ein relativ großer technischer Aufwand notwendig. Nach einer Idee eines amerikanischen Funkamateurs sollte dies jedoch, portabel mit geringem Aufwand durchgeführt werden. Hierfür wurde eine nur 1m lange Antenne auf einen Fotostativ drehbar montiert. Als Sender und Empfänger kam ein einfaches Handfunkgerät zum Einsatz. Nach einigen Versuchen konnte am Samstagnachmittag, mit nur 2 Watt Sendeleistung, eine Verbindung mit einem spanischen Funkamateur aufgenommen werden. Hierzu wurde der Amateurfunk Satelliten Saudi-Sat 1c als Relaisfunkstelle benutzt, welcher zum Zeitpunkt des Kontakts ca. 1200 km entfernt war. Der Satellit wurde im Jahr 2002 vom Saudi Institute for Space Research entwickelt und in den Orbit gebracht.