Notfunk und Warnmeldungen

    Notfunk und Warnmeldungen

      Amateurfunk Ortsverband Neunkirchen Saar (Q-03)

       

       

      Was ist Notfunk?
      Als Notfunk bezeichnen wir den Funkbetrieb, bei dem Funkamateure in Notsituationen Hilfe leisten. Jeder Funkamateur kann hier im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten tätig werden. So können empfangene Nachrichten im eigenen Umfeld (Familie, Nachbarschaft) weitergegeben werden oder gar Hilfsorganisationen unterstützt werden.

      Wie kann ich selbst tätig werden?
      Eine Kerze und ein Streichholz. Bei Stromausfall sind diese kleinen Dinge viel wert. Man hat Licht und kann sich orientieren. Genau so einfach beginnt der Notfunk. Ein Handfunkgerät und eine netzunabhängige Stromversorgung sind die Grundlagen der Kommunikation. Wenn man nun bedenkt was bei Funkamateuren alles so „rumliegt“, erschließen sich gute Möglichkeiten eine Notfunkstation einzurichten. Die Starterbatterie im Keller, der QRP Transceiver im Schrank und eine ungenutzte Antenne auf dem Dachboden können so wieder sinnvoll eingesetzt werden. Dazu noch eine Liste mit den Notfunkfrequenzen und man ist gerüstet... Und noch ein kleiner Hinweis: Was im heimischen Garten oder in einer Grillhütte im Wald funktioniert...das funktioniert auch im Notfall.

       

      Warum das Ganze?
      Bei einem länger andauernden Stromausfall oder gar im Katastrophenfall ist es wichtig Verbindung zu anderen Menschen halten zu können. Empfangene Informationen helfen ihrem gesamten Umfeld. Im Idealfall sitzt sogar ein Funkamateur in der Leitstelle einer Hilfsorganisation und sie erhalten so wichtige Informationen oder können einen Notruf absetzten.

       

      Fazit:

      Notfunk betrifft uns alle. Mit wenig Aufwand können wir uns auf einen Notfall vorbereiten.

      Und wie ein befreundeter OM stets zu sagen pflegt:
      „Besser man hat etwas und braucht es nicht, als das man es braucht und hat es nicht...“

       

      Weitere Informationen:

      Ansprechpartner im OV Neunkirchen.

      Thomas Leiser

      Mail: DK1TBL(at)DARC.DE

       

      Ansprechpartner im Distrikt Saar

      Dieter Lorig   DK4XW

      Mail: DK4XW(at)DARC.DE

       

       

       

       

      Einfach auf das Bild links klicken und sie werden zu einem

      Auszug aus einem Vortrag von Michael Becker DJ9OZ NOT-Funk Referent DARC e.V.

      weitergeleitet.

       

       

       

       

       

      80 m 3760 kHz alle Betriebsarten – Aktivitätszentrum Region 1 Notfunk

      40 m 7110 kHz alle Betriebsarten – Aktivitätszentrum Region 1 Notfunk

      20 m 14300 kHz alle Betriebsarten – Aktivitätszentrum weltweiter Notfunk

      17 m 18160 kHz alle Betriebsarten – Aktivitätszentrum weltweiter Notfunk

      15 m 21360 kHz alle Betriebsarten – Aktivitätszentrum weltweiter Notfunk

      11 m 27065 kHz alle Betriebsarten – weltweiter Notfunkkanal 9 CB

      2 m 144,260 MHz USB

      2 m 145,500 MHz FM (S20) – (mobil) Anruf

      2 m 145,525 MHz FM (S21)

      2 m 145,550 MHz FM (S22) 

      70 cm 433,500 MHz FM – Anruf international

      FM Relais 2m 

       

      DB0SR     145.6000 - 145.0000   Holz

      DB0YK     145.7375 - 145.1375   Höcherberg

      DB0SD     145.6750 - 145.0750   Ider-Oberstein

      DB0UT     145.7750 - 145.1750   Kahlheid

      DB0XK     145.7000 - 145.1000   Kalmit

      DB0XS       145.6250 - 145.0250   Orscholz

       

      Als Karte gibt es diesen Link: 2-m-Relais Saar/Pfalz

       

       

       

       

       

      Aktuelle Unwetterwarnungen für Deutschland
      Aktuelle Unwetterwarnungen für Deutschland

       

       

       

       

       

      2. Juni 1928 – Nobile-Nordpolexpedition

      Bei einer Nordpolexpedition geriet der italienische Polarforscher Umberto Nobile mit dem Luftschiff Italia auf dem Rückweg vom Nordpol in einen Schneesturm und stürzte nördlich von Spitzbergen ab. Einige Überlebende trieben auf einer Eisscholle. Der russische Funkamateur Nikolai Reinholdowitsch Schmidt empfing mit einem selbstgebastelten Kurzwellenempfänger einen SOS-Ruf der Überlebenden. Eine weltweite Rettungsaktion wurde eingeleitet. Hierzu gibt es das Hörspiel SOS … rao rao … Foyn – „Krassin“ rettet „Italia“. Der Spielfilm „Das rote Zelt“ (1969), mit Claudia Cardinale, Hardy Krüger, und Mario Adorf als Funker der Nobile-Expedition, stellt die Geschehnisse ausführlich dar.

      1. Februar 1953 – Flutkatastrophe Niederlande

      Während der Flutkatastrophe von 1953 in den Niederlanden brachen durch das Zusammentreffen einer Springflut mit einem schweren Nordweststurm viele Deiche, 150 000 ha Land standen unter Wasser, über 1800 Menschen ertranken. Die Telefone waren tot, so fand die Kommunikation im Überschwemmungsgebiet ausschließlich über den Amateurfunkdienst auf der Frequenz 3,700 Megahertz in AM statt. Auszug aus einem Artikel der Notzeitung der PZC vom Dienstag, den 3. Februar 1953, „Und als das Telefon schwieg, gab es die Radio-Amateure. Durch sie erfuhr das Land mehr vom Ernst der Lage und der Katastrophe.“

      Die Niederlande und Großbritannien reagierten mit der bis heute starken Einbindung von Funkamateuren in den Zivilschutz über die Notfunk-Organisationen RAYNET (Großbritannien) und DARES (Niederlande). 2009 fand in den Niederlanden die EU-Übung FloodEx statt, bei der die Übungslage der Katastrophe von 1953 nachgebildet war. Für Deutschland nahm das THW teil.

      16. Februar 1962 – Sturmflut in Hamburg

      Während der Hamburger Sturmflut 1962 hatten Polizei, Rettungs- und Hilfsdienste ihre eigenen Frequenzbereiche und waren nicht in der Lage, direkt miteinander zu kommunizieren. Funkamateure mit ihren durchstimmbaren Geräten konnten hier einfach aushelfen. Am Sonntagmorgen wurde im 9. Stockwerk des am Hauptbahnhof gelegenen Bezirksamtes im City-Hochhaus eine Feststation eingerichtet, beim Ortsamt Finkenwerder kamen eine Feststation und bei den beiden anderen Ortsämtern bewegliche Stationen zum Einsatz. Über 400 Funksprüche weitgehend im 80-Meter-Band wurden im Laufe von 29 Stunden bis zum Montagabend abgesetzt oder empfangen, Hilferufe nach Medikamenten, nach Essen und Ärzten angenommen und weitergeleitet, Telegramme an Angehörige aufgenommen und Nachrichten an andere Behörden und Privatpersonen vermittelt.

      28. Dezember 1978 – Schneekatastrophe in Norddeutschland

      Bei der Schneekatastrophe in Schleswig-Holstein am 31. Dezember 1978, als es zum Ausfall von Strom- und Telefonnetzen kam und sich herausstellte, dass Hilfsorganisationen, Stromversorger, Bundeswehr und die damalige Bundespost aufgrund unterschiedlicher Funksysteme und Frequenzen nicht miteinander kommunizieren konnten. Funkamateure sprangen damals mit ihren zum Teil selbstgebauten Geräten in die Bresche und leiteten Nachrichten weiter, besetzten Leitstellen, Werkstattwagen, Hubschrauber und Panzer und ermöglichten die Koordinierung der Einsatzkräfte.

      Juli 1983 – Überschwemmung in Blumenau, Brasilien

      Die Stadt Blumenau war über einen Monat lang überschwemmt. Ständig neue Regenfälle sorgten dafür, dass der Pegel des Flusses Itajaí immer wieder anstieg. In der hochwassererfahrenen Stadt rechnete niemand mit einem Höchststand von 15,3 Metern. Ortsteile, die zuerst als hoch genug und sicher galten, wurden überflutet. Strom- und Telefonnetz brachen zusammen, es gab kein Trinkwasser und keine Lebensmittel. Funkamateure bauten ein Notfunknetz auf und stellten die Kommunikation sicher, dadurch wurde eine Koordinierung der Hilfsmaßnahmen erst möglich. Die starke Strömung und mitgerissene Bäume, Häuser und Autos machten Evakuierungsmaßnahmen mit Booten unmöglich, Hubschrauber waren das einzige Transportmittel.

      Diese Überschwemmung der Stadt Blumenau, Santa Catarina in Brasilien und der Notfunk der Funkamateure wird im Buch „Ein Tal ruft um Hilfe“ dokumentiert.

      19. September 1985 – Erdbeben in Mexiko-Stadt

      In den ersten Tagen nach dem schweren Erdbeben in der Millionenstadt Mexiko-Stadt war Amateurfunk die einzige Verbindungsmöglichkeit vom und ins Ausland. Durch den Ausfall der Elektrizitätsversorgung, des Telefonnetzes, der Verkehrsampeln und des öffentlichen Verkehrs entstand ein chaotischer Zustand. Zwar wurde die Stromversorgung am folgenden Tag wiederhergestellt, durch das Nachbeben am Abend fiel sie jedoch erneut aus. Ein starker Gasgeruch hing aufgrund geborstener Leitungen in der Luft und die Behörden riefen die Bevölkerung über Radio auf, keine Streichhölzer zu verwenden.

       

       

      28. August 1988 – Flugzeugabsturz in Ramstein

      Als nach dem Unglück bei der Flugschau in Ramstein das Telefonnetz zusammenbrach, setzten Funkamateure über mobile und portable Stationen Notrufe ab, leiteten Nachrichten weiter, organisierten dringend benötigte Blutkonserven und überbrachten Angehörigen Nachrichten von Überlebenden.

      7. Dezember 1988 – Erdbeben in Armenien

      Das nördliche Armenien wurde um 11:41 Uhr von einem schweren Erdbeben erschüttert, Wert 6,8 auf der Momenten-Magnituden-Skala. Die Stadt Spitak mit 60.000 Einwohnern wurde dem Erdboden gleichgemacht, 25.000 Menschen starben. Sowjetische Funkamateure nahmen sofort Notfunkverbindungen in andere Teile des Landes auf. Das THW entsendete eine Spezialeinheit, darunter auch einen Funkamateur, der Verbindungen zur Einsatzleitung und nach Deutschland aufnahm. Das DRK installierte in Armenien ein umfangreiches Kurzwellenfunknetz mit drei ortsfesten Stationen (Jerewan, Stepanavan und Leninakan) und stattete mehrere Einsatzfahrzeuge mit Kurzwellenanlagen aus. Über diese Anlagen wurde über einen Zeitraum von fast sechs Monaten die Verbindung zur Kurzwellenstation des DRK in Meckenheim-Merl – vorwiegend in der Betriebsart AMTOR – gehalten. Der Betrieb wurde über die komplette Zeit durch DRK-Kurzwellenfunker und Funkamateure aufrechterhalten.

      11. September 2001 – Anschläge auf das World Trade Center

      Nach Überlastung und Ausfall von Telefon und Internet infolge des Terroranschlags am 11. September 2001 wurde unter anderem auch der Siemens-Standort in Iselin, New Jersey abgeschnitten. Der deutsche Krisenstab bei Siemens erhielt Informationen über eine Amateurfunkstation von Siemens-Mitarbeitern in Deutschland, von wo aus eine Funkverbindung unter anderem zur New Yorker Niederlassung aufgebaut wurde.

      14. August 2002 – Elbehochwasser Deutschland

      Bei Evakuierungen im Bereich Bitterfeld wurde der Betreuungszug vom DRK Bernburg angefordert. Mit im Team waren sechs Funkamateure, die ihre privaten Funkgeräte mit in den Einsatz brachten. Der BOS-Funk war komplett überlastet und die Handynetze waren nicht brauchbar. Zwischen den vier Evakuierungsstellen, die teilweise mehrere Kilometer auseinander lagen, wurde die Kommunikation fast ausschließlich über das Amateurfunkrelais DB0WOF in Wolfen durchgeführt.

      26. Dezember 2004 – Seebeben im Indischen Ozean

       

      Die durch ihre Notfunk-Aktivitäten bekannt gewordene indische Amateurfunkstation VU4RBI einige Tage vor der Tsunami-Katastrophe 2004.

      Bei der Flutwelle, die dem Erdbeben folgte, stellten Funkamateure, die gerade zu einer DXpedition in dem Gebiet waren, ihre Funkgeräte zur Verfügung. Mit Hilfe herkömmlicher Autobatterien und einfacher Dipolantennen wurden Funkstationen errichtet und eine direkte Verbindung zum Katastrophenstab eingerichtet. Während der ersten beiden Tage nach dem Beben war der Amateurfunk die einzige Möglichkeit, Freunde und Angehörige auf dem indischen Festland zu informieren.

      23. August 2005 – Hurrikan Katrina

      Die Funkamateure, die sich in dem Salvation Army Team Emergency Radio Network (SATERN) und im West Gulf ARES Emergency Net zusammengeschlossen haben, stellten mit ihren Amateurfunkstellen zusätzliche Kommunikationswege während des Hurrikan Katrina zur Verfügung, um zügigen Informationsfluss zu ermöglichen. Tagsüber wurden die Frequenzen 7,285 und 14,265 MHz und abends die Frequenzen 3,873 und 14,265 MHz benutzt. Die sonst üblichen UKW-Frequenzen waren wegen des großflächigen Stromausfalls nicht zu gebrauchen, da die Reichweite nicht ausreicht und die Relaisstationen dem Stromausfall zum Opfer gefallen waren. So blieb nur, auf die Kurzwelle auszuweichen. Bis zu tausend Funkamateure waren täglich an diesen Funknetzen beteiligt und stellten kontinuierlichen Betrieb (24 h, 7 Tage) sicher.

      10. Januar 2010 – Erdbeben in Haiti

      Unmittelbar nach Bekanntwerden des Erdbebens riefen die IARU und Amateurfunk-Dachverbände alle Funkamateure dazu auf, die Notfunkfrequenzen (IARU Region 2) frei zu halten und abzuhören. Strom- und Telefonnetz waren durch das Beben weitgehend zerstört worden. In Haiti gibt es nur recht wenige Funkamateure; dennoch konnten Überlebensmeldungen und Hilferufe empfangen und weitergeleitet werden. Auch Hilfsorganisationen, die nach Haiti unterwegs waren, setzten auf Amateurfunk, da durch die große Anzahl der Helfer die Satellitentelefonverbindungen überlastet waren.

      März 2011 – Erdbeben und Tsunami in Japan

      Nach dem Tōhoku-Erdbeben 2011 gab es Anfangs noch keine Informationen darüber, ob ein Notfunknetz aufgebaut werden würde, jedoch wurde seitens der IARU darum gebeten die Notfunkfrequenzen der IARU Region 3 auf allen Bändern freizuhalten. Bereits davor wurden jedoch von den GAREC-Vorgaben (Global Amateur Radio Emergency Conference, dt. weltweite Amateurfunk-Notfunkkonferenz) abweichende Notfunkfrequenzen bekanntgegeben. Am ersten Tag nach dem Erdbeben, am 12. März, wurde bekannt, dass Telekommunikation weder über das Mobilfunk- noch Festnetz möglich war, da das Erdbeben zum Kollabieren der Verbindungen führte. Hinzu kam die Nachricht über den Zusammenbruch des Stromnetzes in einigen Teilen Japans. Vom japanischen Funkamateur Icko Suzuki, JA1BPA wurde vermeldet, dass der Notfunkbetrieb in Japan regulär auf dem 40-Meter- und 2-Meter-Band durchgeführt werden würde. Von der Station JA7RL im JARL-Hauptquartier (Japan Amateur Radio League, dt. japanische Amateurfunk-Liga) in Tokio wurde am 13. März verlautbart, dass sie mit der Koordination der Krisenkommunikation begonnen habe. Dies würde auch von vielen anderen Headquarters-Stationen (regionale Leitstellen) in den Krisengebieten unterstützt. Alle gesammelten Informationen wurden an JA7RL übermittelt und nach Möglichkeit im Internet veröffentlicht. Der Regionalleiter von Osaka, JR3QHQ übernahm z. B. auf der Frequenz 7.043 kHz die Leitung. Von JL3YSP in Wakayama wurde die dortige Kommunikation auf 7075 kHz betreut. Viele weitere Stationen richteten sich in den Behelfsunterkünften ein, um in den weniger betroffenen Gebieten, in welchen der Strom abgestellt wurde, die Kommunikation aufrechtzuerhalten.

      Dezember 2011 – Sturmtief Dagmar, Skandinavien

      Nachdem Sturmtief Dagmar über Skandinavien gezogen war, waren rund 270.000 Schweden und Norweger von Stromausfällen und zusammengebrochenen Kommunikations und Stromleitungen betroffen. Rund 5.000 Funkamateure in Skandinavien nahmen den Notfunkbetrieb auf bzw. hielten sich in Bereitschaft.

      Mai 2012 – Erdbeben der Stärke 6,0 in Norditalien

      Unmittelbar nach ersten Erdbeben in Emilia-Romagna am 20. Mai 2012 nahmen Funkamateure der nationalen Notfunk- und Freiwilligengruppe RNRE den Notfunkbetrieb auf, bis die kommerziellen Netze provisorisch wiederhergestellt wurden.

      Durch starke Nachbeben am 29. Mai 2012 wurden die Telefonnetze in vielen Städten erneut gestört und der Notfunkbetrieb wieder aufgenommen, auf Kurzwelle 7,060 MHz und VHF 145,200 MHz.

       

      *1 Quelle wikipedia

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