Funkamateur werden im Saarland

Amateurfunk - was für mich?

Amateurfunk ist ein schönes und zeitgemäßes Hobby. Es ist mehr als ein Hobby; in vielen Berufen kann man von der Praxis, die man durch Selbstbau von Funkgeräten, Antennen und Verstärkern oder durch den Funkbetrieb bekommt, profitieren.

Ob als Techniker, der neue Technologien wie SDR* ausprobieren oder die Technikgrundlagen mit Schwingkreisen, Transistoren o.ä. einmal praktisch erleben will; als Globetrotter, der immer einen zuverlässigen, stör-unempfinglichen Kommunikationskanal nach Hause haben will; als Wetter-Interessierter, der die Effekte von Wetter auf Funkwellen erleben will; als jemand, der auch von und mit abgelegenen und besonderen Gegenden fernab von Internet und GSM kommunizieren will; oder einfach als jemand, der mit dem Alltäglichen nicht zufrieden ist: Amateurfunk bietet ihnen eine besondere Herausforderung.

Wer sind Funkamateure? Ingenieure wie Priester, Helfer in Feuerwehr und THW wie Kleingärtner, Menschen, die die neueste Technik ausprobieren wollen ebenso wie solche, die mit alter Technik kommunizieren wollen. Ehemalige Schiffsfunker oder Freunde von alten Militär- und Polizeifunkgeräten ebenso wie Leute, die ihre Geräte fertig kaufen. Studenten wie Rentner. Akademiker wie Arbeiter. Manche Funker senden mit Richtantennen und Verstärkern mit höchsten Leistungen und verwenden den Mond ("EME") oder Meteore ("Meteorscatter") als Reflektoren, andere testen aus, wie weit sie mit nur 5 Watt Sendeleistung kommen ("QRP").

Und natürlich gibt es unter Jungfunkern wie "Alten Hasen" Frauen genauso wie Männer.

Was sind also Funkamateure? Alles. Nur nicht langweilig.

*Software Defined Radio: ein einfacher, kostengünstiger Breitbandempfänger gibt einen ganzen Frequenzbereich ungefiltert an den Eingang der Soundkarte eines Rechners. Alles weitere - Filterung, Demodulation etc. - erledigt der Prozessor des Rechners durch Programme.

Wie wird man Funkamateur?

Zum Amateurfunkdienst wird man erst zugelassen, wenn man eine Lizenzprüfung bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) besteht. Sie besteht aus einem Technischen, einem Betriebstechnischen und einem Rechtlichen Teil.

Wenn man erst langsam in die Technik hereinkommen will, bietet sich die Klasse E an; die technischen Anforderungen sind hier nicht so hoch, man darf trotzdem auf vielen Bändern auf Sendung ("QRV") gehen. Kommt man sowieso aus einem technischen Beruf, sucht eine praktische Anwendung für Vorlesungen oder ist im Physik-Leistungskurs - oder ist einfach nur für Funktechnik begabt -, kann man direkt die Klasse A für die Zulassung zum gesamten Amateurfunkbetrieb ablegen; es ist gängige Praxis, zunächst mit der E-Lizenz erste Erfahrungen zu sammeln, um später eine Nachprüfung (nur Technik-Teil) zur Klasse A zu machen.

In vielen Ländern muß man für die Teilnahme am Amateurfunkdienst auch noch Morsekenntnisse nachweisen; aber auch ansonsten ist Morsen ("CW") ein interessantes, musikalisches Hobby.

Ohne jede Lizenz darf man die Amateurfunkbänder auch mit einem Empfänger abhören; Empfangsberichte werden von Funkamateuren normalerweise mit einer bunten Bestätigungskarte ("QSL-Karte") quittiert. Dies bezeichnet man als SWL (en. für Short Wave Listening, Kurzwellen-Hören). Und viele jüngere Funkamateure haben ihre ersten Funkkontakte im CB-Funk gehabt und wollten danach mehr von der Technik erfahren und mit höheren Leistungen und in anderen Frequenzbereichen funken.

Wie kann ich mich auf die Prüfung vorbereiten?

Es gibt prinzipiell zwei Arten, sich auf die Prüfung vorzubereiten: In einem Lehrgang oder als Selbstlerner (autodidaktisch).

Einen Lehrgang kann man bei den beiden deutschen Amateurfunkverbänden DARC und VFDB machen; hierzu verwenden Sie das Kontakt-Formular dieser Seite. Die Ortsverbände eines Distrikts oder Bezirks bieten regelmäßig Kurse an oder bilden Interessenten im Einzelunterricht aus. Der Ortsverbands-Vorsitzende (OVV) freut sich, von Ihnen zu hören.

Einige Lehrgänge werden auch an den DARC gemeldet, und die Termine zentral bekanntgegeben. Hierzu schauen Sie auf der Seite Ausbildungslehrgänge des DARC nach.

Als Autodidakt können Sie entweder aus Büchern lernen - die Bücher von Eckart Moltrecht DJ4UF haben sich sehr gut bewährt - oder einen Online-Lehrgang absolvieren. Schauen Sie dazu einfach unter den Verweisen unten nach.

Verweise

  • Ausbildungslehrgänge auf den Seiten des DARC
  • Online-Lehrgang von Eckart Moltrecht DJ4UF - inclusive Informationen zu seinen Büchern
  • Ausbildungsseiten mit vielen Einsteiger-Infos des DARC
  • Referat AJW (Ausbildung, Jugendarbeit und Weiterbildung) des VFDB
  • funken-lernen.de, eine Seite von DARC- und VFDB-Ausbildern, die auch Fernlehrgänge und Kompaktkurse anbietet
  • Fragenkataloge mit Prüfungsfragen für den Erwerb von Amateurfunkzeugnissen auf den Seiten der BNetzA
  • LCWO, ein mehrsprachiger Morsekurs
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