Veranstaltungen, Grußworte und Ansprachen aus Anlass der 50 Jahr-Feier des Ortsverbandes

 

Veranstanstaltungen aus Anlass des 50. Geburtstags


Am 15.6.2013 feierte der OV Rottal-Inn sein 50-jähriges Bestehen mit einem Festabend.
Vom 1.2.2013 bis 31.1 2014 verwendete die Clubstation des OV, DL0ROI, den Sonder-DOK "50U12". Operator waren überwiegend Martin, DC1MAR in SSB und Reiner, DC1RSS, in PSK31. Gelegentlich war auch Werner, DF6MK in SSB auf 80m und 40m qrv.
Am 10.6. hatte bereits die kleine Ausstellung in der Sparkasse Eggenfelden begonnen, sie dauerte auf Wunsch der Sparkasse Eggenfelden bis 21.6.2013.
Der Jubiläums-Fieldday begann mit dem Aufbau des Zelts bereits am 13.6., Mast, Antennen und Antennentests, sowie einige Stunden Betrieb folgten am Freitag, 14.6., abends.
Ab Samstagvormittag ging die Station wieder in Betrieb.
Am Samstagnachmittag, 15.6., trafen sich am Fielddayplatz in Wendling der OV und ein Teil seiner Gäste.
Landrat Michael Fahmüller, der Schirmherr unserer Festveranstaltung, ließ sich in Amateurfunkbetrieb und die aufgebaute Technik einweisen und outete sich als früherer CB-Funker.
Außerdem fanden sich unser Distriktsvositzender Hans Reyzl, DL2ZA, mit Gattin und die OVVs von Bad Griesbach (mit xyl) und DGF-Landau und Herr Franz von der Sparkasse am Fielddayplatz ein. 
Ein Vertreter der örtlichen Presse (Rottaler Anzeiger) berichtete über unsere verschiedenen Aktivitäten, ein umfangreicher Artikel erschien auch wieder im Vilstalboten.
Den Funkbetrieb am Samstag ab etwa 17 Uhr bis etwa 23 Uhr übernahmen eine yl und oms vom OV Dingolfing-Landau. Vielen Dank für Eure Unterstützung!
Wir konnten mit etwas Glück am Sonntag abbauen und die Aktivitäten beenden
Die Vorstandschaft dankt allen, die an den verschiedenen Aktivitäten aus Anlass der 50-Jahrfeier mitgewirkt oder sich an ihrer Vorbereitung beteiligt haben, sehr herzlich.

Der e-mail-Kommentar eines unserer Mitglieder, eingegangen bei DF6MK, hat uns alle sehr gefreut:
".... an das gesamte Orga-Team auf diesem Wege noch meinen Dank und meine Anerkennung für eure tolle Arbeit, Chapeau!
Ein sehr gelungener Abend."

 

Ansprache Landrat Michael Fahmüller

 
Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Mitglieder der Vorstandschaft,
oder vielleicht sollte ich besser sagen: DH4RN für Herrn Manfred Stey als Vorstand, DF6MK für seinen Stellvertreter Werner Waltmann und, natürlich nicht zu vergessen, den Ehrenvorsitzenden, DL6YR, oder für Nichtfunker, Peter Holzbauer.
Ich möchte Ihnen allen heute im Namen des Landkreises Rottal-Inn, aber auch ganz persönlich herzlich gratulieren. 50 Jahre gibt es den Ortsverband Rottal-Inn im Deutschen Amateur Radio Club, das ist ein Grund zum Feiern. Denn wie wir alle wissen, ist es heute gar nicht mehr so leicht, einen Verein über eine lange Zeit aktiv am Leben zu erhalten.

Die Nachwuchssuche wird nicht leichter, viele junge Leute sind nicht mehr so wild auf die Mitgliedschaft oder gar die Mitarbeit in einem Verein. Dass Sie heute den 50. feiern können, kann also mit Recht gebührend gefeiert werden. Außerdem: der 50. Geburtstag ist, und das sagt eigentlich jeder, der ihn gefeiert hat, schon ein besonderer Anlass.
Mit 50 Jahren, da steht man erst so richtig in der Mitte des Lebens, man hat seine Erfahrungen gemacht, man wird gelassener, ruhiger, man kann sich öfter einmal entspannt zurücklehnen und zurückblicken, man kann sich aber auch auf die kommenden Jahre freuen.
Und das wünsche ich auch dem Ortsverband Eggenfelden im Deutschen Amateur Radio Club: heute können Sie alle zurückblicken auf die vergangenen, erfolgreichen fünf Jahrzehnte, Sie können aber auch mit Zuversicht und Optimismus die nächsten 50 Jahre angehen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie alle verbindet ein eigentlich einzigartiges Hobby: sie drehen an ein paar Knöpfen, Sie justieren die Antennen, Sie setzen sich den Kopfhörer auf – und schon stehen Sie in Verbindung mit Funkerfreunden auf der ganzen Welt. Denn der Amateurfunk überwindet Grenzen, er hält sich nicht an Schlagbäume, er verbindet Menschen weltweit.
Natürlich könnte man jetzt sagen: das alles kann mein Handy auch, und zwar ohne Funkantenne im Garten oder auf dem Dach. Doch es gibt nicht nur technische und finanzielle Unterschiede, die jeder kennt, der nach längeren Auslandstelefonaten seine Handy-Rechnung öffnet.
Der Reiz des Amateurfunks liegt meiner Ansicht nach darin, dass man hier jeden Tag neue Kontakte knüpfen kann, man lernt im Äther Menschen kennen, von denen man nur eines weiß: da ist jemand, der teilt das gleiche Hobby wie ich. Und dieser Funker freut sich jetzt, dass er von irgendeinem Ort, vielleicht auf einem anderen Kontinent, einen Kontakt in den Landkreis Rottal-Inn bekommen hat.
So haben wir es den Funkern zu verdanken, dass der Name unseres Landkreises sogar an Orten der Welt bekannt wird, von denen wir bisher noch nicht einmal den Namen kannten.

Liebe Mitglieder des Ortsverbandes Rottal-Inn im Deutschen Amateur Radio Club,Sie haben die ersten 50 Jahre gut geschafft. Sie haben mit einer Technik, die vor über 120 Jahren von Hertz und Marconi entwickelt wurde, immerhin schon den CB-Funk, die E-Mail und den Handy-Boom überstanden. Ich bin deshalb zuversichtlich, dass Ihr Verein eine gute Zukunft hat. Dafür wünsche ich Ihnen alles Gute und immer den richtigen, störungsfreien Empfang.
Herzlichen Dank

 

Ansprache OV-Vorsitzender Manfred Stey, DH4RN


Sehr geehrte Ehrengäste,
werter Ehrenvorstand Peter Holzbauer, DL6YR,
liebe Vereinsmitglieder und Gäste des Ortsverbandes

 Im Jahre 1963 beschlossen mehrere OM`s in der Region, einen eigenen Ortsverband ins Leben zu rufen. Die Gründe waren unter anderem, dass es nur wenige Ortsverbände im Distrikt gab. Die meisten waren so weit entfernt, dass regelmäßige Besuche der OV-Abende nicht möglich waren - vor allem für junge Leute, damals grundsätzlich ohne Auto.

 50 Jahre Ortsverband Rottal-Inn - ein Jubiläum, eine Erinnerungsfeier an die Wiederkehr eines besonderen Datums. Der Begriff „Jubiläum“ leitet sich aus dem alttestamentlichen „Jubeljahr“ („Yovel“ in hebräisch) her, welches alle 100, 50, dann alle 25 Jahre gefeiert wurde. Durch das im Jahr 1300 eingeführte Heilige Jahr wurde dieses Jubeljahr auf den Festanlass übertragen.

Dass nicht nur alle 10, 20, 25 oder 50 Jahre Jubiläen gefeiert werden, ist vielen nicht bewusst. Wir im DARC feiern in den Distrikten, aber auch in den Ortsverbänden, jedes Jahr ein Jubiläum, das sogar durch die Satzung vorgegeben ist. Allgemein bekannt unter Distrikt- oder auch Jahresversammlung genannt.

 Jubiläen sind üblicherweise ein Beleg dafür, dass sich ein Verein über einen respektablen Zeitraum hinweg „über Wasser halten“ konnte. Das ist schließlich keineswegs selbstverständlich, auch dann nicht, wenn es sich um etwas Gutes handelt.

Mit Sicherheit hat es nicht immer nur Sonnentage in unserem Ortsverband gegeben, das zeigt uns seine Geschichte.

Aber Sonnentage wie die Entstehung des Ortsverbandes, die Planung und der Bau des ATV-Relais DB0QP, die Entstehung, die Planung und die Durchführung des Funk- und Elektronik-Flohmarkts in der Rottgauhalle in Eggenfelden und die Inbetriebnahme des kleinen, neuen ATV-Relais DB0PAM in Pfarrkirchen, das mit hervorragender Technik aufwarten kann oder auch die Durchführung von Fielddays, so wie im Moment in Wendling, all dies hier an dieser Stelle im Detail darzulegen würde meinen Zeitrahmen bei weitem überschreiten.

Dass all diese Arbeiten, angefangen von der Planung (zum Beispiel die Statik für einen Masten auf einem Bierdeckel durchzurechnen),  die Entwicklung, mechanische Fertigung und die anschließende Montage erfolgreich abgeschlossen werden konnten, lassen nur einen Schluss zu, es wurde vorbildlich Hand in Hand geplant und gearbeitet. Ja, man kann sogar sagen, es wurde von Amateuren professionell gefertigt.

Bemerkenswert außerdem - alle diese Arbeiten wurden und werden in der Freizeit erbracht, für den Amateurfunk und somit letztlich für die Allgemeinheit, denn jedermann darf Sendungen des Amateurfunks empfangen. 

 Genau das meinte wahrscheinlich John F. Kennedy bei seiner Amtseinführung am 20. Januar 1961- und hier zitiere ich - „ Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was Ihr für euer Land tun könnt!“
Im übertragenen Sinn meine Interpretation:  „Fragt nicht, was der Verein für euch tun kann – fragt, was Ihr für eueren Verein tun könnt. Merkt euch, nur durch euer aller Zutun lebt der Verein. In einer Gesellschaft, in der der einzelne Mensch nicht mehr erkennt, dass er von seinen Mitmenschen gebraucht wird, wo also nicht mehr das Individuum, sondern die Masse im Mittelpunkt steht, da erlahmen die Kräfte und da gilt auch bei uns im Amateurfunk die Losung wie bei den Feuerwehren  „Einer für alle – alle für einen“. Denn nur gemeinsam sind wir stark.

Man möge als Beispiel die Arbeit im DARC betrachten, genau hier sehen die deutschen Funkamateure, was wenige für die Allgemeinheit erreichen können. Der DARC und seine Gremien  verhindern nicht nur, dass Frequenzen wegfallen oder sogar ganze Bänder gestrichen werden; die Arbeit in den Arbeitskreisen ist so effektiv, dass uns die derzeitigen Frequenzzuteilungen erhalten bleiben oder sogar erweitert werden. Deshalb sollte jeder einzelne in den Spiegel sehen und überlegen, was er für den Amateurfunk im Ortsverband tun kann.

 Der Amateurfunk ist etwas für  Technikbegeisterte und bietet ein breites Spektrum an Vielfältigkeit. Angefangen vom einfachen Sprechfunk im direkten Funkverkehr auf UKW und auf Kurzwelle oder über Relais, über das Amateurfunk-Fernsehen bis zu neuen digitalen Betriebsarten, vom alten Slow Scan Television über Pactor, PSK31, D-Star und DMR hat er sich immer weiterentwickelt. Das unterstreicht seine Bedeutung und seine Berechtigung als Experimentalfunkdienst. Amateurfunk als Mittel der eigenen Weiterbildung

An dieser Stelle möchte ich gerne an zwei Zitate von Konrad Adenauer erinnern:
„Wenn die anderen glauben, man ist am Ende, so muss man erst richtig anfangen.“ Und:
„Fallen ist weder gefährlich noch eine Schande. Nur Liegenbleiben ist beides.“

Darum meine Bitte an Sie alle: Macht weiter, bastelt, entwickelt, baut Geräte, Endstufen, Relais und denkt daran, wir sind „nur Funkamateure“.

 Und jetzt darf ich Ihnen im Namen der gesamten Vorstandschaft noch einen vergnüglichen Abend und eine gute Heimfahrt wünschen.

 

 

Glückwunschschreiben MdL Reserl Sem an den OVV

 
Sehr geehrter Herr Stey,
zum 50-jährigen Jubiläum des "Deutschen Amateur-Radio-Clubs Ortsverband Rottal-Inn" möchte ich Ihnen und den Mitgliedern sehr herzlich gratulieren.

Seit 1963 haben die Rottaler Amateurfunker die richtigen Antennen für das Hobby und den Verein. Seit der Vereinsgründung hat sich an der Ausstattung viel verändert, aber die Begeisterung und das Herzblut mit dem die Mitglieder sich dem Funken widmen, ist ungebrochen. Wir alle nutzen täglich Funkwellen, aber nur wenige haben ein tieferes Verständnis dieser Technik, deshalb ist es besonders lobenswert, dass der Verein dieses Wissen an jüngere Mitglieder und Technikinteressierte weitergibt. Da Funkwellen keine Grenzen kennen, leisten die Mitglieder einen persönlichen Beitrag zur weltweiten Völkerverständigung. Hierfür möchte ich Ihnen meinen Dank und meine Anerkennung aussprechen.

Für die Zukunft wünsche ich Ihnen, dem Verein und allen Mitgliedern alles Gute, viel Glück und Erfolg.

Herzlichst                                                                       "Im Grunde sind es immer
Reserl Sem, MdL                                                             die Verbindungen mit Menschen,
                                                                                       die dem Leben einen Sinn geben."
 Eine gute Zeit!                                                               (Wilhelm von Humboldt)   


                

Bemerkenswertes von der 50 Jahr-Feier

To top

50 Jahre Rottal-Inn - Der Film


Höhepunkt des Festabends war ganz sicher der Film, den Gerhard, DF8GU, in monatelanger Arbeit erstellt hatte und der von Ehrengästen, Gästen und Mitgliedern mit großem Interesse angeschaut und der anschließend von vielen begeistert kommentiert wurde. DARC-Vorsitzender Steffen Schöppe erwog sogar, ihn quasi als DARC-Werbefilm einzusetzen.

Gerhard hatte im Film zunächst die Entwicklung des Funks durch seine Initiatoren von Heinrich Hertz über Ferdinand Schneider aus Fulda und Ferdinand Braun bis zu Guglielmo Marconi erläutert - ohne Samuel Morse zu vergessen; dann wurden die Anfänge des Amateurfunks gezeigt, es folgte die Geschichte des Ortsverbands.
Gerhard, der als Drehbuchautor, Regisseur, Kameramann, Cutter, "Script-Girl" und auch als Interviewer tätig war, hatte Material zutage gefördert, das nicht nur die frühe Geschichte des Ortsverbands ans Tageslicht holte, sondern auch die jüngere Vergangenheit würdigte. Dabei ließ sich Gerhard weder von widerspenstiger Software, noch von zunehmendem Zeitdruck aus der Ruhe bringen und vollendete den Film und die DVD, die bereits am Fest-Abend wie warme Semmeln wegging, termingerecht.
Wer die neueste Version besitzt, findet neben dem eigentlichen Film auch noch Eindrücke vom Fielddayplatz, den Verlauf des Festabends mit diversen Ansprachen, unsere kleine Ausstellung in der Sparkasse und den Abbau in Eggenfelden und Wendling dokumentiert.
Was man sich kaum vorstellen kann, ist der immense Zeit- und Arbeitsaufwand für solch ein Projekt.

Aus Gerhards Erinnerung stellt sich das folgendermaßen dar:

Zeitraum der Herstellung:  etwa Mitte Oktober 2012 bis Juni 2013
Anzahl der Stunden zur Erstellung ca. 450 Stunden, das heißt
- historische Recherche
- Führen von Interviews mit OMs sowie deren Aufzeichnung schriftlich oder auf Video
- Besichtigung und Dokumentation der ATV-Relais DB0QP und DB0PAM
- Aufnahmensichtung von Film- (Super 8) und Videomaterial von 1963 bis heute.
- Digitalisierung von Super 8-Filmen
- Digitalisierung von VHS-Filmen
- Sichtung und Bearbeitung von Fotomaterial
- Anfordern von Original Unterlagen aus den Nachbar-OV´s
- Erstellen von Animationen für den Film
- Erarbeitung eines Manuskriptes
- Schreiben des Textes
- Aufnehmen und archivieren des Sprechtextes für den Film
- Aussuchen der GEMA-freien Musikstücke
- Bereitstellung von Foto- und Filmmaterial von 25 Quellen, Funkamateuren, Ortsverbänden (C12, U11, C15, U06, U12)
  und privaten Sammlungen der Funkamateure des eigenen OV
- Eigentlicher Schnitt des Filmes mit Zusammenführen der gesamten Fakten zu einem schlüssigen Film

Zu den technischen Fakten des Dokumentarfilmes:
- Schnittprogramm : MAGIX Video deluxe 2013 Premium
- Anzahl der Video- und Tonspuren für den Film: 23
- Länge des Videos: 41:12 Minuten
- Format des Videos:
  für die Präsentation:
  MPEG 2 Speicherformat, PAL, 16:9 Format, Auflösung 720x576, 25fps
  Größe: 1,853 Gigabyte

  für die DVD:
  DVD Speicherformat, PAL, 16:9 Format, Auflösung 720x576, 25fps
  Größe: 4,184 Gigabyte
  Zwischenbildberechnung: Interlace bottom-field first

Gezeigt wurde und wird das Video:
- am 15.06.2013 bei der offizellen 50 Jahr Feier des Ortsverbandes Rottal-Inn U12
- am 16.09.2013 Teilaufführung vor dem ATV-Magazin via DB0QI
  (Arbeitsgemeinschaftschaft Amateurfunk-Fernsehen),
  dabei waren über 20 ATV Relais in Deutschland, Schweiz und Österreich zugeschaltet.
- am 23.09.2013 (Gründungstag U12 (C19) ) im Anschluß an das ATV Magazin via
  DB0QI
  (Arbeitsgemeinschaftschaft Amateurfunk-Fernsehen)
  dabei waren wieder über 20 ATV Relais in Deutschland, Schweiz und Österreich zugeschaltet.
  Das Video wurde im Rundspruch angekündigt.
- Einladung zur Vorführung des Dokumentarfilmes am 25.10.2013 zum OV Abend
  des Nachbar-Ortsverbandes Inn-Salzach (C15)
- am 5.10.2013 in der Rottgau-Halle beim Amateurfunk-Flohmarkt in Eggenfelden.
  Das Video stieß auch dort auf großes Interesse und wurde von mehreren Besuchern gekauft.

 

Eine solche Arbeit kann man nicht bezahlen.
Für den, der sie auf sich genommen hat, zählt das Echo, das das fertige Werk hervorruft und das Interesse an seinem Erwerb mehr als irgendwelche finanziellen Aspekte - Einnnahmen, die über die reinen Materialkosten hinausgehen, kommen ohnehin nicht Gerhard, sondern der OV-Kasse zu Gute.

Daher an dieser Stelle ein kräftiges " 'gelt's God, Gerhard!"

 

Wurde im Ortsverband Rottal-Inn schwarz gefunkt? Eine nicht ganz ernstgemeinte Betrachtung.


Am Festabend kündigte Werner, DF6MK, nach der Vorführung des Films die nachfolgenden Programmpunkte an, erklärte aber, dass er, ehe diese folgen könnten, doch noch auf eine Feststellung eingehen müsste, die im Film getroffen worden sei und die im Vorfeld des Festabends immer wieder als Verdacht geäußert worden sei.
Aber lesen Sie selbst:

"....... Bevor aber diese Programmpunkte über die Bühne gehen, muss ich mich noch eines Themas annehmen, dass während des Entstehens der Festschrift immer wieder auftauchte und das auch jetzt vom Gerhard erwähnt worden ist, zwar nur am Rande, aber wir müssen uns hier und heute Abend doch einmal damit befassen, damit kein falscher Eindruck entsteht.

Hier wird und wurde der Verdacht geäußert, dass Funkamateure unseres Ortsverbandes schwarz funken oder schwarz gefunkt hätten. Ich wollte diesen Verdacht in schärfster Form zurückweisen, habe dann aber doch Informationen erhalten, die mich nachdenklich gemacht haben.

Betrachten wir es erst einmal von der moralischen Seite - wer schwarz funkt, tut etwas, was nicht erlaubt ist.

Dieses Verhalten begleitet uns seit unserer frühesten Jugend.
"Schrei net! Lass des steh! Schwätz net! Liag net!", es gab untentwegt Verbote, die wir alle ständig missachtet haben.

Wer ist nicht auf dem elterlichen Hof mit dem Bulldog oder wer ist nicht mit dem Auto vom Vater auf irgendwelchen Feldwegen gefahren, ohne einen Führerschein zu haben?
Wer hat nicht geraucht, ehe er 16 Jahre alt war?
Wer war nicht im Kino und hat versucht, die nicht jugendfreien Filme vor dem 18. Geburtstag anzuschauen?
Wer hat, obwohl er noch nicht verheiratet war,….....aber lassen wir das.
Wir sehen, schon im täglichen Leben verstoßen wir ständig gegen irgendwelche Verbote und haben dabei noch nicht einmal ein furchtbar schlechtes Gewissen.

Wie sollte es bei funkinteressierten Menschen anders gewesen sein?

Wie sah esmit der Strafbarkeit des Schwarzfunkens vor 50 Jahren aus?
Wenn früher die Bundespost etwas gegen einen Funkamateur unternehmen wollte, musste eine rechtskräftige Verurteilung vorliegen, denn nur dann konnte die Lizenz entzogen werden. War jemand vorbestraft, z.B. wegen Diebstahls, bekam er die Lizenz gar nicht erst, später musste er einschlägig vorbestraft sein, also z.B. wegen Schwarzfunkens.

Warum funkte jemand schwarz? Weil er senden wollte, aber keine Genehmigung hatte.
Der werdende Funkamateur musste damals seinen Sender selbst bauen, zu kaufen gab es eigentlich nichts oder es war viel zu teuer. Da man mit dem Bauen nicht erst am Tage der Lizenzierung beginnen konnte, denn man wollte ja sofort funken, musste man früh anfangen. Und da man mit einem ordentlichen Signal auf dem Band erscheinen wollte, musste man das werdende Gerät natürlich testen, denn man wollte ja den eigenen Ortsverband nicht blamieren.

Was blieb also anderes übrig, als in die Luft zu gehen?
Man sendete schwarz, damit man als lizenzierter Amateur der Innung keine Schande machte.
So etwas reicht heute immer für mildernde Umstände.

Dann gab es die, die ganz woanders sendeten als die Funkamateure.
Was sollte man tun, wenn das Radioprogramm so hundsschlecht war und die Frau auf der Entbindungsstation lag? Man sorgte für ein flottes Musikprogramm im Eggenfeldener Krankenhaus. Man störte ja keinen Sender, zwischen 100 und 104 MHz war viel Platz. Eigentlich eine gute Tat.
Und wenn der Pfarrer eines Ortes aus dem Landkreis die Sonntagsmesse für seine erkrankten Schäfchen im UKW-Bereich ausstrahlte, wissen wir heute noch nicht, ob er das jemals bereut oder gar gebeichtet hat. Ärger hatte er schon.

Wie verhielt sich denn der Funkkontrollmessdienst selbst in dieser Zeit?  Bei zwei Fällen aus unserem OV weiß ich, dass sie dem – äußerlich, aber wirklich nur äußerlich - reuigen Sünder  empfahlen, die Lizenz zu machen oder die Finger von der Senderei zu lassen.

Der Peter, unser Gründungs-OVV hat es richtig gemacht, er gab ein Rufzeichen zurück, das ständig missbraucht wurde und er meldete diejenigen bei der OPD zur Prüfung an, die glaubten, es ginge auch anders. Aber war da nicht auch bei Dir eine Geschichte, Peter, wie man senden konnte, wenn man die Rückkopplung an einem Volksempfänger tastete?     (Zwischenruf vom Peter: "Woher woaßt denn Du des?") 

Heute ist die Nutzung einer Frequenz ohne Genehmigung eine Ordnungswidrigkeit, es gibt zwar Geldbußen bis zu 500.000 Euro, aber man ist selbst nach mehrmaligem Erwischtwerden nicht vorbestraft.
Da ist der Empfang von Sendungen, die nicht für die empfangende Station bestimmt sind, schon teurer, da kann es immer noch Freiheitsstrafe geben, wenn man anderen die Tatsache des Empfangs und den Inhalt der Nachricht mitteilt.

Und letztlich geht es um den Ort, wo diese angeblichen Straftaten begangen wurden.
Das soll in Niederbayern gewesen sein.

Das bayerische Volk hat sich zwar lange Zeit, bevor die Bundesrepublik entstand, eine Verfassung gegeben, die noch heute gilt, zu einem bayerischen Strafrecht ist es nach dem Zweiten Weltkrieg aber (leider?) nicht gekommen.

Das deutsche Strafgesetzbuch, das übrigens aus dem Jahre 1871 stammt und nur immer wieder aktualisiert wurde, kennt Straftaten wie das Schwarzfunken überhaupt nicht, die Strafbarkeit von Taten, die im Bereich der Telekommunikation liegen, wird in Spezialgesetzen, wie dem Telekommunikationsgesetz behandelt.

Man könnte also schlussfolgern, dass es sich beim Schwarzfunken vielleicht gar nicht um eine richtige Straftat handelt, sondern um etwas, das eher mit einem leichten Augenzwinkern betrachtet werden müsste, wie Wildern, Schwarzfischen oder Watten.

Das deutsche Strafgesetzbuch sagt außerdem in §3, dass das deutsche Strafrecht nur für Taten gelte, die im Inland begangen werden.

Ob wir in Niederbayern dann überhaupt gemeint sind, ist gar nicht so sicher.

Vor einigen Jahren sagte der frühere österreichische Bundeskanzler Kreisky, er fahre so gern nach Bayern, da sei man nicht mehr in Österreich, aber auch noch nicht in Deutschland.
Und ich erinnere Sie an den Zukunftsrat, der vor wenigen Jahren empfohlen hat, dass bayerische Randgebiete sich zum Nachbarn hin orientieren sollten, gemeint waren wohl Teile der Oberpfalz, Oberfrankens und die grenznahen Gebiete Niederbayerns.
Wenn das aber allen Ernstes so angedacht war, dann muss man sich ja wohl auch bei den rechtlichen Grundlagen wegorientieren.
Sie sehen also, so ganz sicher ist die Strafbarkeit der Schwarzfunkerei möglicherweise für Niederbayern ja gar nicht und ist es vielleicht auch nie gewesen.

Und dabei wollen wir es bewenden lassen.“


Wenige Minuten nach diesen historischen Ausführungen führte DF6MK ein Gespräch mit einer anwesenden xyl, die als Ergänzung zum Vorgetragenen berichtete, ihr Ehemann hätte sie, als er eines Tages von der Arbeit heimgekommen sei, funkend an der Station angetroffen.
Seinen gewaltigen Anschiss habe sie mit der Bemerkung gekontert: “Was schimpfst mi denn, i kann’s ja.“ ;-))