Einleitung

Der Leitfaden Ausbildung dient als Unterstützung für Funkamateure, die andere ausbilden möchten.

Der Leitfaden kann nie komplett sein und deshalb freuen wir uns immer um Ergänzungen. Schicke deine Fragen und Verbesserungsvorschläge einfach an ajw(at)darc.de.

 

 

Interessierte fragen nach Ausbildungskurs

Interessierte fragen nach Ausbildungskurs

Ich möchte einen Ausbildungskurs beginnen

Ich möchte einen Ausbildungskurs beginnen

Aller Anfang ist schwer, wie z.B. den richtigen Einstieg für den Leitfaden Ausbildung zu finden. Von daher fangen wir weit vor einem Ausbildungskurs an, denn was führt überhaupt dazu, einen Ausbildungskurs anbieten zu wollen. Aus meiner Erfahrung heraus gibt es zwei Beweggründe für einen Ausbildungskurs: Zum Einen, indem Interessierte danach fragen und zum Anderen, weil ein Ortsverband selbst einen anbieten möchten. Je nachdem, welche Motivation vorliegt, kann dieses inhaltliche Auswirkungen auf den Ausbildungskurs haben. Bei einer externen Anfrage nach einem Ausbildungskurs werden wir Funkamateure als Experten angesehen.

Die Anfrage kann beispielsweise von einzelnen Personen, einem anderen Verein oder einer Schule eingehen. Ich greife an dieser Stelle drei Motivationsgründe aus meiner persönlichen Erfahrung heraus, die mir andere Ausbilder in Gesprächen bestätigten.

Aktuell ist z.B. Software Defined Radio (SDR) ein großes Thema, das zwar viele anwenden wollen, aber kaum jemand die Hintergründe versteht. Tatsächlich kommen meiner Erfahrung nach aktuell viele Interessierte extra deshalb zu unserem Hobby. Zwar spielt das Thema SDR für die Amateurfunkprü- fung keine Rolle, dafür ist es schlicht zu neu, aber die Grundlagen können vermittelt werden. Darauf aufbauend lassen sich viele Versuche und Praxis in den Ausbildungskurs einbauen, sei es der grundsätzliche Aufbau eines Empfängers oder Senders, die Benutzung von Filtern oder sogar der Bau von Antennen, um die Daten von Satelliten besser empfangen zu können.

Andere Interessierte haben in der Vergangenheit CB-Funk betrieben, aber da sei nichts mehr los. Manche von ihnen haben bereits recht gute Kenntnisse von Ausbreitungsbedingungen oder sogar Betriebstechnik.

Diese Erfahrung ist wunderbar für den Kurs und die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer geeignet. Grundsätzlich ist es eine sehr gute Strategie, Teilnehmer mit ihren Erfahrungen zu integrieren und damit den Unterricht interessanter zu gestalten. Obwohl wir in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern, die ebenso eine Prü- fung nach dem harmonisierten Amateurfunkzeugnis HAREC vornehmen, keine Verpflichtung zum Besuch von Ausbildungskursen haben, brauchen einige Teilnehmer eine Motivation zum Lernen.

Der Ausbildungskurs führt dazu, sich regelmäßig mit dem Thema Amateurfunk zu befassen. Es können Nachfragen bei den Ausbildern gestellt werden, wenn ein Thema tiefgehend erläutert werden soll. Durch die Gruppendynamik und den Gruppendruck wird mehr Motivation zum Lernen erzeugt. Oftmals reicht das Wissen aus den Ausbildungskursen aus, um ohne die Prüfungsfragen exakt gelernt zu haben, die Prüfung trotzdem zu bestehen.

Das ist zwar nicht unbedingt empfohlen, aber zeigt, welch große Hilfe ein Ausbildungskurs sein kann.

Über den zweiten Motivationsgrund, einen Ausbildungskurs als Ortsverband zu starten, werde ich in der kommenden Ausgabe schreiben

Vorteile eines Ausbildungskurses für einen Ortsverband

Vorteile eines Ausbildungskurses für einen Ortsverband

Beim letzten Mal zeigte ich den Motivationsgrund, einen Ausbildungskurs zu starten, da externe Personen oder Gruppen auf den Ortsverband zukamen. In dieser Ausgabe beschreibe ich die Vorteile, die sich durch einen Ausbildungskurs für einen Ortsverband ergeben.

 Der offensichtlichste Grund für einen Ortsverband, einen Ausbildungskurs anzubieten, ist die Gewinnung von neuen Mitgliedern. Damit können die Aufgaben im Ortsverband auf mehr Schultern verteilt werden. Aber allein schon das Anbieten eines Ausbildungskurses kann ganz interessante Nebeneffekte für einen Ortsverband haben.

 Beispielsweise kann dadurch neues Leben eingebracht werden. Plötzlich ist im OV-Heim wieder mehr los. Die Geräte werden genutzt oder auch die im Regal verstaubten Schmuckstücke kommen zu Demonstrationszwecken wieder hervor.

 Vielleicht muss auch vorher einfach nur das OV-Heim ein wenig optimiert werden, seien es Tische und Stühle, eine Projektionsfläche oder ein Whiteboard für schnelle Zeichnungen. Ideen zur Gestaltung lassen sich bei anderen Ortsverbänden finden, möglicherweise sogar auf deren Webseiten.

 Ebenso gut und wichtig ist es, die OVMitglieder in den Kurs mit einzuspannen.

 Es werden sicherlich nicht immer alle Zeit haben. Aber vielleicht mal für einen Termin mit dem Lieblingsthema, das dann gut vorbereitet und mit Herzblut den Einsteigern präsentiert wird.

 Oder es wird in der Vorbereitung geholfen.

 Und andere Mitglieder können besser die Praxis zeigen. Wichtig ist hierbei, dass Wissen weitergereicht wird.

 Ein Ortsverband muss einen Ausbildungskurs nicht vollkommen selbstlos anbieten. Es ist völlig akzeptabel, wenn eine Gebühr für den Kurs genommen wird, um Kosten zu decken oder die OV-Kasse aufzufüllen. Das kann auf Dauer zu neuer Technik führen oder dem Fortbestand des OV-Heims dienen.

 Wobei Technik auch gerne als Spenden einem Ortsverband zur Verfügung gestellt wird, wenn sich tatsächlich etwas im Rahmen eines Ausbildungskurses bewegt.

 Zu guter Letzt darf nicht vergessen werden, dass durch einen Ausbildungskurs Kontakte und Freundschaften entstehen.

 Plötzlich ist auf den Bändern in der eigenen Stadt wieder etwas los. Das schönste Lob erhielt ich von meinem Distriktvorsitzenden ein paar Wochen nach einem abgeschlossenen Ausbildungskurs: „Man merkt, dass Du ausgebildet hast. Hier sind ständig neue Rufzeichen auf dem Relais. Das macht richtig Spaß!”.

 In der kommenden Ausgabe steige ich in die Konzept- und Infrastrukturplanung eines Ausbildungskurses ein.

Wo finde ich Ausbildungsmaterial ?

Wo finde ich Ausbildungsmaterial ?

Der Klassenentscheid

Der Klassenentscheid

Nach den Vorüberlegungen, welche Vorteile ein Ausbildungskurs für einen Ortsverband hat, widme ich mich heute dem Thema der Amateurfunkzeugnis-Klassen. 

Seit 2005 existieren die beiden Klassen A und E (siehe Bild). 

Die Klasse E ist die „Einsteiger“-Klasse und die Klasse A die „Advanced”-Klasse. Die beiden Klassen unterscheiden sich im Betrieb in den benutzbaren Bändern und Leistungen. So dürfen Funkamateure der Klasse E mit begrenzter Leistung ausschließlich auf den Bändern 160, 80, 15, 10, 2 m, 70 cm und 3 cm arbeiten, wo hingegen die Klasse A den vollen Umfang des „Harmonized Amateur Radio Examination Certificate”, kurz HAREC, umfasst. Dieses ist in wesentlich mehr Ländern weltweit gültig und erlaubt den Betrieb auf allen freigegebenen Bändern mit mehr Leistung. Die Unterschiede in der Prüfung liegen allein in der Technik. Die Prüfung ist in drei Teile aufgeteilt: Technik, Betriebstechnik und Gesetzeskunde. 

Die beiden letztgenannten Teile sind für beide Klassen identisch. Für jeden der drei Teile gibt es von der Bundesnetzagentur einen Fragebogen mit Fragen und jeweils vier möglichen Antworten, von denen aber nur eine richtig ist. Der Umfang ist für jeden Teil unterschiedlich: Technik Klasse A sind 1061 Fragen, Technik Klasse E „nur” 377 Fragen. Betriebstechnik hat 199 und Gesetzeskunde 287 Fragen. 

Es ist klar zu erkennen, dass die Vorbereitung für Klasse A um einiges umfangreicher ist. 

Die Prüfung kann jedoch in Etappen abgelegt werden. So ist es möglich, zu einem späteren Zeitpunkt von einem Klasse-E- zu einem Klasse-A-Zeugnis zu gelangen. Dazu muss lediglich der Prüfungsteil für die Technik Klasse A abgelegt werden; die Prüfungsteile für Betriebstechnik und Gesetzeskunde sind für beide Klassen gleich und werden hier angerechnet. 

Für die Planung eines Ausbildungskurses heißt es genau zu überlegen, für welche Zeugnisklasse der Kurs angeboten werden soll. Dabei sind mir mehrere Möglichkeiten bekannt: Ein reiner Klasse-E-Kurs, ein reiner Klasse-A-Kurs oder ein Klasse-E-Kurs mit einem Klasse-A-Aufbaukurs. Dabei ist der zeitliche Rahmen ganz unterschiedlich. 

So habe ich bereits einen kompletten Klasse-A-Kurs in zehn Wochen mit jeweils drei Stunden Unterrichtszeit durchgezogen. Das ist für Neueinsteiger ohne technische Vorkenntnisse sehr fordernd, da sie wirklich viel Stoff selbstständig erlernen müssen. Im Kurs selbst ist dann kaum noch Zeit, um auf die Praxis einzugehen oder ein Thema stärker zu vertiefen. 

Andere Ausbildungskurse wollen sehr viel Zeit in das Verständnis investieren. 

Diese Kurse dauern durchaus ein halbes Jahr für Klasse E oder sogar ein ganzes Jahr für Klasse A mit zwei bis drei Stunden wöchentlich, setzen dann aber wenig Wissen voraus und vertiefen den Stoff intensiv. Das ist ein guter Ansatz für Kurse mit vielen Jugendlichen oder Personen ohne große technische Erfahrung. 

Ich selbst bin inzwischen zu dem Modell mit dem Aufbaukurs übergegangen. 

In elf Wochen findet ein kompletter Klasse-E-Kurs mit zweieinhalb Wochenstunden statt. Wer die Klasse A machen möchte, kann an dem Aufbaukurs für nochmals elf Wochen teilnehmen. In diesem Kurs wird die Technik aus Klasse E wiederholt und vertieft. Insgesamt sind das etwa fünf Monate für die Klasse A. Der separierte Aufbaukurs hat den Vorteil, dass Inhaberinnen und Inhaber der Zeugnisklasse E daran teilnehmen können, ohne den Part der Betriebstechnik und Gesetzeskunde zu wiederholen. 

Zusätzlich zum Ausbildungslehrgang gibt es die Möglichkeit, das Wissen bei Ortsverbandstreffen, gemeinsamen Ausflügen oder zusätzlichen Terminen für einzelne Themen zu vertiefen. Sobald sich die Teilnehmer der Gruppe kennengelernt haben, entstehen sehr interessante Gespräche und Projekte. 

Vor dem Start zu einem Ausbildungskurs sollte im Ortsverband und bei den Ausbildern klar sein, für welche Zeugnisklasse der Kurs angeboten werden soll und welchen Umfang dieser mit sich bringt. Schließlich bedeutet das eine Bindung für die Dauer des Kurses und verlangt insbesondere beim ersten Mal jede Menge Durchhaltevermögen. 

Wann soll der Kurs stattfinden?

Wann soll der Kurs stattfinden?

Wie lange dauert der Kurs?

Wie lange dauert der Kurs?

Wie viele Teilnehmer sind sinnvoll?

Wie viele Teilnehmer sind sinnvoll?

Wie halte ich die Teilnehmenden beim Kurs?

Wie halte ich die Teilnehmenden beim Kurs?

Muss Praxisausbildung dabei sein?

Muss Praxisausbildung dabei sein?

Soll ich Kursgebühren nehmen?

Soll ich Kursgebühren nehmen?

Müssen die Teilnehmenden DARC-Mitglieder werden?

Was ist mit Morsen?

Wie geht das mit der Prüfungsanmeldung bei der BnetzA?

Wie geht das mit der Prüfungsanmeldung bei der BnetzA?

Wie mache ich Werbung für den Kurs?

Wie mache ich Werbung für den Kurs?

Wie viele Ausbilder benötige ich?

Wie viele Ausbilder benötige ich?

Kann mir der DARC weitere Ausbilder stellen?

Kann mir der DARC weitere Ausbilder stellen?

Wie ist der Kursabend aufgebaut?

Wie ist der Kursabend aufgebaut?

Wo soll der Kurs stattfinden?

Wo soll der Kurs stattfinden?

Welche Ausstattung benötige ich?

Welche Ausstattung benötige ich?

Fallen Kosten für den OV an?

Fallen Kosten für den OV an?