Grußwort des Referenten

    Grußwort des Referenten

      Referat Intruder Monitoring

      Willkommen

      Daniel Möller

      Jahrgang 1973

      Wohnhaft in Berlin

      Rufzeichen DL3RTL

       

      Berufliche Eckdaten:

      Die Bandwacht des DARC e.V.

      Bandwacht, den Begriff kennen die meisten Funkamateur*innen. 50 Jahre alt wurde die DARC Bandwacht im Jahr 2022.

      Aber ist die Bandwacht der Wächter der Bänder?

       

      Dieser Begriff kann vieles bedeuten. Das wache Auge, das aufpasst, dass sich alle deutschen Funkamateure gut benehmen und HAM Spirit beweisen. Die Stelle, die sofort merkt, wenn in der Nachbarschaft ein defektes Netzteil eingeschaltet wird oder auf einem Relais jemand einen Träger setzt.

       

      Weit gefehlt. Die Bandwacht beschäftigt sich streng genommen gar nicht mit Amateurfunk. Noch weniger denunziert sie jene, die sich vielleicht nicht konform benehmen oder stören. Und auch mit EMV-Problemen haben wir nichts zu tun.

       

      Der Begriff Bandwacht ist besser auf Englisch zu umschreiben: Intruder Monitoring. Intruder steht für Eindringling. Es geht im Kern also um fremde Funkdienste, die in unsere exklusiven Kurzwellenbänder vornehmlich aus dem Ausland einfallen. Das spielte zu Zeiten des eisernen Vorhangs eine bedeutende Rolle. Aber auch heute noch beanspruchen fremde Funkdienste unsere exklusiven Bänder.

       

      Das können Radarsysteme sein, die mit ihrem breitbandigen Knattern gerne schon mal eine DX-Frequenz belegen oder auch digitale Fernschreibverfahren der Militärs, die für den Laien von einem Amateurfunkverfahren kaum zu unterscheiden sind.

       

      Und dennoch sind sie da und belegen unsere Frequenzen.

       

      In Stein gemeißelt sind unsere Bandpläne übrigens nicht. Sie sind auf verschiedenen Ebenen zuvor hart erkämpft worden. Daher ist der Schutz unserer Frequenzen von höchster Bedeutung für den Fortbestand unserer exklusiven Kurzwellen-Bänder.

       

      Das Intruder Monitoring des DARC beobachtet die Bänder fortwährend und untersucht sie auf amateurfunkfremde Signale. Haben wir einen Intruder identifiziert, verfolgen wir ihn, erstellen ein detailliertes Profil und kooperieren anschließend mit der Bundesnetzagentur, die ihrerseits in der Mehrzahl der Fälle eine sogenannte internationale Beschwerde an die Fernmeldebehörde des mutmaßlichen Intruders schickt. So ist der Amtsweg.

       

      Für uns hat das ein bisschen was von Detektiv spielen, und manchmal ist die Herausforderung für das Team auch sehr detektivisch.

       

      Oft sind wir mit unseren Meldungen an die Behörden erfolgreich, und die Aussendungen werden eingestellt. Und manchmal auch nicht, wie im Fall des ukrainisch-russischen Radiokriegs auf 7055 kHz. Aber es kommt eben auf den Versuch an, nicht auf das Abwarten. Denn nistet sich ein Intruder erst mal ein, kann seine Frequenzbelegung schnell in Gewohnheitsrecht enden. Wo kein Kläger, da kein Richter.

       

      Und was kann der gemeine Funkamateur tun? Eigentlich jedes auffällige Signal innerhalb eines exklusiven Kurzwellen-Amateurfunkbands uns melden. Auch wenn man sich nicht sicher ist, ob es überhaupt ein Intruder ist - kein Problem. Und Bandeindringlinge gibt es zu Hauf.

       

      Setze Dich also beim nächsten mal direkt mit uns in Verbindung unter meldung.bandwacht.de. Damit leistest auch Du dann ganz persönlich einen wertvollen Beitrag zum Schutz unserer Bänder vor unbefugter Benutzung.

       

      Herzliche 73, Daniel Möller (DL3RTL)

      Referent Intruder Monitoring DARC e.V.

       

      Veröffentlicht im Amateurfunkmagazin CQ DL, Ausgabe 02/2022, Editorial

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