Alternative Kommunikationswege beim Baden-Marathon in Karlsruhe

Am 23.09.2018 war es wieder soweit: Der Baden-Marathon, einst an die Karlsruher Messe ausgelagert, kehrte zurück in die Stadt. Genau genommen waren es sieben Teilveranstaltungen, die überwiegend gleichzeitig stattgefunden haben. Rund 7800 Starter waren auf der Strecke, die sich durch die Innenstadt von Karlsruhe, Teile von Durlach und benachbarte Stadtteile zog. Zeitgleich fand in der Innenstadt von Karlsruhe der 9. internationale Gospel Kirchentag statt.

Diese beiden Großveranstaltungen erforderten von Seiten der BOS eine umfassende Planung und großes Kräfteaufgebot in und um Karlsruhe. Die Rettungsdienste waren in entsprechende Abschnitte eingeteilt, die mit mobilen Einheiten besetzt wurden. Insgesamt waren rund 240 Kräfte mit 55 Fahrzeugen im Einsatz.


Zusätzlich zur behördlichen Kommunikation wurde der Amateurfunk für APRS und alternative Kommunikationswege über AREDN eingesetzt. Das Tracken von Anfang und Ende des Teilnehmerfeldes mit Hilfe von APRS durch die Karlsruher Funkamateure hatte sich bereits bei vorigen Veranstaltungen bewährt und wurde von den zuständigen BOS dankend angenommen.


Um eine möglichst große Abdeckung zu erreichen wurde durch den OV Karlsruhe A07 wieder eine APRS-Station auf dem Rathausturm installiert, die Pakete repeaten und in das APRS-Netz einspeisen kann. Zusätzlich wurde eine zweite Station bei der Einsatzleitung an der Europahalle installiert. Zusammen mit den mit APRS ausgestatteten Führungs- und Schlussfahrzeugen konnten sich die beteiligten zu jeder Zeit über den Stand vom Marathon informieren.


Über den Rathausturm wurde auch eine Einheit des Sanitätsdienstes am Schloss über AREDN mit Telefon, Email, Chat und Internet versorgt.


Mittelpunkt der Datenverbindungen war die Heinrich-Hertz-Schule in Karlsruhe, von der die Einsatzleitung an der Europahalle, der Sanitätsdienst im Stadion (Start Ziel), die Hauptfeuerwache als Standort eines Sanitätsdienstabschnittes sowie der Rathausturm als Zwischenstation zum Schloss per AREDN Richtfunk angebunden wurden. Dazu wurde auf der Schule der Satelliten-Zubringer für die Internetversorgung, die Telefonanlage sowie zwei 300mm Richtfunkspiegel installiert. Weiterhin wurde das bewährte Crossbandrelais aufgebaut um das lokale Relais nicht unnötig zu belasten. Dieses hatte schon bei vorhergehenden Übungen mit dem DRK den beteiligten OMs gute Dienste geleistet.


Da die Einsatzleitung nicht direkt angebunden werden konnte, wurde auf halber Strecke zur Europahalle noch eine Zwischenstation installiert um mit dem Signal um zwei hohe Gebäude herum zu kommen.


Auf diese Weise konnten die Abschnitte auf direktem Weg mit der Einsatzleitung über Telefon und Email verbunden werden. Die Einheiten waren außerdem mit wasserfesten Tablets ausgestattet um Listen zu scannen und per Email zu übertragen. Ebenso konnte auf diesem Weg die Chat-Funktion des AREDN Netzwerks genutzt werden. Betreut wurden die Sanitätstationen von Funkamateuren des OV Pforzheim A12.


Die anfangs gute Wetterlage mit marathonfreundlichen milden Temperaturen und leichtem Nieselregen wandelte sich im Verlauf der Veranstaltung zu einer ausgewachsenen Unwetterfront. Spätestens als die ersten Sponsorenzelte Flugstunden bekamen war klar das das Wetter genau beobachtet werden musste. Hier war es gut das alle angeschlossenen Stationen mit einem unabhängigen Internetzugang versorgt waren und so jederzeit das Wetter im Auge hatten.


Die Chatfunktion wurde rege genutzt um kurze Kommunikationswege zwischen dem Einsatzleitwagen des DRK und den Sanitätsstationen entlang der Strecke zu realisieren. Stationen ohne Richtfunkanbindung konnten sich über die dort vorhandenen LTE und 3G Mobilfunkverbindungen ins AREDN Netz einwählen und so am Chat teilnehmen.


Abschließend kann festgestellt werden das die alternativen Kommunikationswege die durch den Amateurfunk bereitgestellt wurden dankend genutzt wurden. Der Amateurfunk hat zu einem reibungslosen Ablauf der Veranstaltung beigetragen. Die Wetterlage hat gezeigt, das es vernünftig ist sich im Vorfeld Gedanken über den Wetterschutz und den sturmsicheren Aufbau der Kommunikationsmittel Gedanken zu machen. Ohne solide Abspannung der Stative auf dem Dach der Schule und im Stadion hätten die Anlagen den Wind nicht überlebt.


Pünktlich nach Abbau der Anlage auf der Schule begannen sintflutartige Regenfälle gepaart mit Sturmböen. Zu diesem Zeitpunkt waren die eingesetzten Kräfte auf dem wohl verdienten Weg nach Hause...

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