Treffen der Distrikts-Notfunkreferenten in Baunatal - Teil 1

Vom 19.10. – 21.10.2018 trafen sich, auf Einladung des Bundes-Notfunkreferenten die Notfunkreferenten und Beauftragten für Notfunk der einzelnen Distrikte in Baunatal. Nachdem ein solches Treffen viele Jahre nicht stattfand, war das Interesse dieses Jahr so groß, dass der Raum in der Geschäftsstelle in Baunatal bis auf den letzten Platz belegt war. Sehr erfreulich hierbei ist, dass nicht nur altbekannte Gesichter aus dem Notfunk anwesend waren, sondern auch sehr viele neu ernannte Referenten und Beauftragte aus den Distrikten den Weg nach Baunatal fanden.

Der Freitagabend wurde daher davon dominiert sich kennen zu lernen und den anderen Teilnehmern zu erklären, was man selber unter dem Begriff Notfunk versteht. Als grundsätzliches Resümee kann hier sicherlich gezogen werden, dass alle Anwesenden darunter eine Form der Hilfeleistung in besonderen Situationen und Umständen sehen. Bei der Art und Weise und der Empfänger der Hilfeleistung gingen die Antworten jedoch, wie zu erwarten war, sehr auseinander. Während in einem Distrikt eine sehr enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) stattfindet, wird in anderen Distrikten auf Ebene der Verwaltung (Bürgermeister, Landräte, etc.) kooperiert um die Bürger in solchen Situationen zu erreichen.

Der Samstag wurde durch die drei großen Themenblöcke „Versicherung“, „Notfunk-Szenarien“ und „Amateur Radio Emergency Data Network“ geprägt. Während das Thema Versicherung am frühen Morgen einen sehr trockenen Start nahm entspann sich hieraus eine sehr konstruktive und zielführende Diskussion darüber, ob und wie unsere Helferinnen und Helfer im Rahmen des Notfunk adäquat versichert sind und welche Anforderungen sich hieraus für uns als Verein ergeben. Die unklare Situation bewegte in der Vergangenheit bereits einige Helfer ein aktives Mitglied in einer Hilfsorganisation zu werden. Nicht selten gehen dem Notfunk hierdurch Helferinnen und Helfer an die Hilfsorganisationen verloren.

In den folgenden Stunden wurden durch kleine Gruppen mehrere Notfunk-Planspiele ausgearbeitet und den anderen Gruppen vorgestellt. Ziel hierbei war es, die Problemfelder die in verschiedenen Szenarien zu bewältigen sind, darzustellen und eine fiktive Taktik zur Bewältigung aufzustellen um dann zu ermitteln welche Probleme sich hieraus für die reale Arbeit im DARC ergeben. Die Rahmenbedingungen sahen 3 Szenarien vor (Blackout, Flutkatastrophe und Großveranstaltung mit Kommunikationsblackout), die zum einen unter den aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen und einmal ohne Beachtung von rechtlichen Rahmenbedingungen betrachtet werden sollten.

Neben rechtlichen Fragestellungen wie zum Beispiel der Nutzung von Funkgeräten durch nicht-lizensierte Benutzer und dem Verschlüsselungsverbot von Übertragungen kristallisierte sich in allen Szenarien ein Hauptproblem heraus. Die vorgestellten Taktiken zur Unterstützung bei der Bewältigung der Lage, basierten alle auf einem Personalansatz der aktuell durch den Notfunk nicht zu leisten ist. Hier Lösungen zu finden um mehr Helferinnen und Helfer für den Notfunk zu begeistern, wie auch um den Einsatz der bereits aktiven Helferinnen und Helfer z.B. durch die Nutzung von Technik zu optimieren, werden in den kommenden Monaten eine der Aufgaben innerhalb der Notfunk-Referate des DARC darstellen.

Eine Möglichkeit um unsere Helferinnen und Helfer besser einzusetzen stellte im Anschluss Timm (DL4FLY) in seinem Vortrag über das Amateur Radio Emergency Data Network (AREDN) vor. Es handelt sich hierbei um ein WLAN Mesh Netzwerk, welches auf ähnlichen Frequenzen wie das Hamnet läuft. Der große Vorteil von AREDN ist hierbei die Flexibilität in der Nutzung und im Deployment als temporäre, nicht-statische Infrastruktur welche vorhandene Infrastruktur wie z.B. das Hamnet, Winlink oder auch kommerzielle Dienste wie LTE als Backbone nutzen kann. Diese Technik wird im Bereich Karlsruhe bereits erfolgreich zusammen mit dem Roten Kreuz und anderen Hilfsorganisationen bei Großübungen eingesetzt und erprobt.

Die Resonanz auf den Vortrag und die verwendeten Techniken war so überwältigend groß, dass einige Referenten noch während des Vortrages erste Geräte im Internet bestellt haben. Um hier allen interessierten eine solide Informationsbasis zur Verfügung zu stellen, wird das Referat in den kommenden Wochen einen kleinen Leit- und Ausbildungsfaden zum Thema AREDN entwickeln und auch die Integration verschiedener Dienste (Email, Telefonie, etc.) in AREDN aktiv unterstützen.

Über weitere besprochene Themen und die Jahresplanung der Notfunk-Veranstaltungen für 2019 werden wir in der CQ-DL 03/2019 berichten.

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